Der Außenseiter aus Monaco überließ dem Tabellenführer aus Paris in den ersten zehn Minuten weitestgehend das Feld, allerdings ohne eine nennenswerte Chance zu zulassen. Offensiv trat die Mannschaft von Niko Kovac erstmals nach zehn Minuten in Erscheinung. Kevin Volland zirkelte einen Freistoß aus 18 Metern über die Mauer, doch Keylor Navas machte sich lang und wehrte den wuchtigen Versuch des Ex-Leverkuseners mit beiden Händen ab (10.).

Monaco versuchte weiter Druck auf den Gegner auszuüben, besonders Layvin Kurzawa schien dies zu verunsichern. Ein ums andere Mal musste der Linksverteidiger seinen pfeilschnellen Gegenspieler Gelson Martins gewähren lassen – wenngleich ohne schwerwiegende Folgen. Dennoch stellte Kurzawa ein Unsicherheitsfaktor im Pariser Defensivverbund dar.

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Umso überraschender fiel das 1:0 der Gäste: Nach einem Fehlpass von Monacos Youssouf Fofana in der gegnerischen Hälfte schaltete die Mannschaft von Thomas Tuchel blitzschnell um. Angel di Maria schickte Kylian Mbappe mit einem Steilpass ins Laufduell gegen Axel Disasi, der das Nachsehen hatte und den Star-Stürmer passieren lassen musste. Alleine vor Lecomte-Ersatz Vito Mannone behielt Mbappe einen kühlen Kopf und nagelte den Ball unhaltbar aus 14 Metern in die obere linke Ecke (26.). Der erste Torschuss saß.

Gute sechs Minuten später hätte Willem Geubbels auf der Gegenseite den Ausgleich besorgen können. Nach einem missglückten Kopfball-Rückspiel vom angesprochenen Kurzawa sprang der Monaco-Stürmer dazwischen, beförderte das Leder aus kurzer Distanz aber knapp mit dem Kopf neben das Tor (33.).

Die vergeben Chance rächte sich umgehend: Nachdem Di Maria Rafinha mit einem feinen Hackenpass in den Strafraum geschickt hatte, versuchte Fofana die Hereingabe ins Zentrum mit einer Grätsche zu verhindern, traf dabei Rafinha aber klar am Fuß – Schiedsrichter Clement Turpin zeigte auf den Punkt. Mbappe trat an und verwandelte halbhoch ins rechte Eck (36.).

In den letzten zehn Minuten des ersten Durchgangs zappelte der Ball nach Abschlüssen von Kean und Mbappe noch zwei weitere Male im Tornetz der Monegassen, jedoch wurden beide Treffer nach knappen Abseits-Stellungen aberkannt (39./44.).

Kovac reagierte auf die schwache Schlussphase seines Teams und stellte in der Pause um: Caio Henrique und Cesc Fabregas kamen für Geubbels und Fode Ballo-Toure, Volland bildete die alleinige Spitze – die taktische Umstellung von 4-4-2 auf 4-5-1 sollte Früchte tragen.

Nachdem Volland kurz nach Wiederanpfiff erst per Kopf am glänzend reagierenden Keylor Navas scheiterte (51.), machte es der Deutsche eine Minute später besser und verlud Navas – nach Zuspiel von Martins – aus kurzer Distanz, um zum 1:2-Anschluss einzuschieben (52.).

Der zügige Treffer verlieh der Mannschaft von Niko Kovac zusätzliches Selbstvertrauen. Die Hausherren drängten Paris komplett in die eigene Hälfte zurück, für Entlastung konnte Tuchels Team kaum noch sorgen - die logische Konsequenz sollte folgen.

Aurelien Tchouameni chippte einen gefühlvollen Pass aus dem Halbfeld in den Strafraum zu Fabregas. Der spanische Routinier bewies einmal mehr seine Übersicht und spitzelte den Ball handlungsschnell zu Volland, der aus kurzer Distanz zum verdienten 2:2 einschob (65.). Kurz zuvor hatte Tuchel Neymar gebracht, der aber nur zusehen konnte, wie Monaco drauf und dran war, das Spiel zu drehen.

Ein katastrophaler Fehler von Abdou Diallo, knapp zehn Minuten vor Ende, setzte der desolaten Mannschaftsleistung des Tabellenführers schließlich die Krone auf. Der Ex-Dortmunder vertendelte den Balll am eigenen Strafraum gegen Volland und wusste sich nur noch durch ein Foul im Strafraum zu helfen (80.). Schiedsrichter Turpin zeigte Diallo Gelb, revidierte seine Entscheidung nach einem Blick auf den Monitor aber wieder und stellte den Pariser Verteidiger vom Feld. Den fälligen Strafstoß verwandelte Fabregas abgeklärt in die obere linke Ecke zum 3:2 für Monaco (82.). Dabei blieb es bis zum Schluss.

Die Stimmen:

Kylian Mbappé (Paris Saint-Germain): "Wir haben im ersten Durchgang richtig gut gespielt, im zweiten Abschnitt dann aber nicht mehr in unser Spiel gefunden. Unser Kombinationsspiel war einfach nicht mehr flüssig. Das war eine unnötige Niederlage. Vielleicht waren wir zu selbstsicher. Wenn wir hier 2:0 führen, müssen wir auch gewinnen – das haben wir nicht geschafft. Unsere Konzentration gilt jetzt RB Leipzig, das Spiel am Dienstag wollen wir unbedingt gewinnen."

Kevin Volland (AS Monaco): "Wir wussten, dass wir nach der Pause mit mehr Leidenschaft und Druck agieren. Im zweiten Abschnitt hatten wir mehr Ballbesitz und konnten immer wieder umschalten, so haben wir Paris zum Laufen gezwungen. Die taktische Umstellung in der Pause kam mir entgegen, denn ich fühle mich viel wohler im Zentrum. Es freut mich, dass ich zwei Tore erzielen konnte. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft."

Der Tweet zum Spiel:

Da konnte Tuchel nur staunen: Monaco drehte nach Leistungssteigerung in Durchgang zwei einen 0:2-Rückstand in einen 3:2-Sieg um. Paris fiel in Hälfte zwei auseinander.

Das fiel auf: Kovac-Taktik geht auf

Die Gäste dominierten den ersten Durchgang ab der 25. Minute komplett und hätten nach dem Mbappe-Doppelpack sogar noch mit einer komfortableren Führung in die Kabine gehen können. Monaco hatte Glück, dass Kean und Mbappes Treffer zum vermeintlichen 3:0 und 4:0 allerdings zu Recht aberkannt wurden. Es schien nur eine Frage der Zeit, bis Monaco K.O. gehen würde, doch Kovac stellte die Partie mit klugen taktischen Umstellungen in der Halbzeit auf den Kopf. Der Systemwechsel von 4-4-2 auf 4-5-1 brachte PSG aus dem Tritt und auch die Einwechselungen von Henrique und Fabregas brachten neuen Schwung aus dem Mittelfeld. Fabregas war es schließlich auch, der das 2:2 vorbereitete und per Strafstoß den verdienten Siegtreffer für Monaco markierte.

Die Statistik: 4

Vier Tore in den letzten drei Spielen konnte Kevin Volland zum Aufwärtstrend der Monegassen beisteuern. Gegen Paris avancierte der Deutsche mit zwei Treffern und einem herausgeholten Elfmeter zum Mann des Abends.

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