Wer am Sonntagabend einen Blick in die Kabine der AS Monaco geworfen hat, dank der Twitter-Videos des Klubs war das möglich, sah eine Mannschaft, die sich fast schon wie ein frischgebackener Meister austobte.
Als sich schließlich Trainer Niko Kovac als Stimmungskanone betätigte, lauthals "deux jours" in den Raum brüllte und damit zwei freie Tage proklamierte, brachen alle Dämme.
Was seine Profis in den 90 Minuten zuvor abgeliefert hatten, war in der Tat ein kleines Meisterstück: 2:0 bei Meister Paris Saint-Germain, Sprung auf Platz zwei in der Tabelle, Beförderung zum Meisterschaftskandidaten.
Ligue 1
Nach Sieg über PSG: Kovac bringt Monaco-Kabine zum Kochen
22/02/2021 AM 09:18
"Dass Monaco jetzt um den Titel mitspielt, ist zum großen Teil der Verdienst von Kovac", sagt Fußball-Experte Vincent Bregevin von Eurosport in Paris: "Er ist der Hauptgrund für den Höhenflug der AS."
Es ist erstaunlich, wie schnell der ehemalige Trainer von Eintracht Frankfurt und dem FC Bayern München in seiner ersten Spielzeit bei Monaco und in der Ligue 1 Erfolg hat.

400 Millionen Euro - und mit Kovac auch wieder Erfolg

Keine Frage: Monaco hatte auch in den vergangenen Jahren eine gute Mannschaft, aber kein Trainer formte daraus ein Team, das seit der Meister-Saison 2016/2017 um den Titel kämpfen kann.
Mit Kylian Mbappé, Bernardo Silva, Thomas Lemar, Fabinho und Benjamin Mendy holte der Klub aus dem Fürstentum damals erstmals nach 17 Jahren wieder die Meisterschaft, in der Champions League ging die Reise bis ins Halbfinale.

Highlights: Kovac siegt mit Monaco bei PSG

Von den genannten Profis spielt längst keiner mehr bei der AS - der Verkauf des Quintetts spülte rund 400 (!) Millionen Euro in die Vereinskasse. Talentiert ist der Kader aber immer geblieben - und nun darf unter Kovac wieder vom Titel geträumt werden.
Warum das so ist?

Monaco: Volland profitiert vom System Kovac

"Kovac hat vor allem im physischen und mentalen Bereich gearbeitet. Die Physis war die Basis dafür, dass die Mannschaft inzwischen ein intensives, hohes Pressing spielen kann. Die frühen Balleroberungen eröffnen in der Offensive bessere Möglichkeiten, Spieler wie Kevin Volland oder Wissam Ben Yedder profitieren davon enorm", sagt Bregevin.
Ein weiterer Faktor der Renaissance der AS Monaco ist das taktische Verständnis von Kovac.
Der 49-Jährige entnervte Meister PSG mit einer dermaßen gut eingestellten Defensive, dass die französischen Kollegen von Eurosport.fr von "der taktischen Geometrie des Professeur Kovac schreiben. Er habe "noch kein Team gesehen, das gegen Paris so gut verteidigt" habe, unterstreicht Bregevin.

Kovac: Bloß nicht dieselben Fehler wie Barça machen

Kovac wusste ziemlich genau, was auf seine Auswahl zukommen würde - und welches Fehler es zu vermeiden gilt. "Ich habe mir das Spiel von PSG beim FC Barcelona angesehen", verriet der Deutsch-Kroate. Die Pariser hatten im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League die Katalanen auswärts mit 4:1 auseinandergenommen.
Kovac zog die richtigen Schlüsse: "Ohne das direkt vergleichen zu wollen, muss ich sagen, dass wir gegen PSG sehr gut verteidigt haben."

Monaco jetzt Titelkandidat? Das sagt Kovac nach dem Sieg bei PSG

Selbstbewusst, aber nicht überzogen euphorisch gibt sich Kovac dieser Tage. An der Zielstellung, dem Erreichen eines Europapokalplatzes, werde sich nichts ändern. Die Frage nach der Meisterschaft sei zwar "berechtigt", aber "unser Ziel ist es zunächst, den Fünften und Sechsten der Tabelle zu distanzieren".
Was am Ende natürlich nicht ausschließt, auch alle anderen Klubs der Liga zu distanzieren. So ein wenig wird auch Kovac selbst vom neunten Championat der Vereinsgeschichte träumen. Nicht auszudenken, was dann in der Kabine los wäre.
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