So lief das Spiel:

Nach dem schlechtesten Saisonstart seit der Saison 1984/85 wollte Paris unter Thomas Tuchel gegen den FC Metz – im Übrigen ebenfalls mit null Punkten und 0:2 Toren direkter Tabellennachbar von PSG – die ersten Zähler der Saison einfahren. Nach dem Chaos-Kick gegen Olympique Marseille mit insgesamt fünf Platzverweisen fehlten den Hauptstädtern neben Kylian Mbappé u. a. auch Neymar, Leandro Paredes und Layvin Kurzawa. Davon profitierte Julian Draxler, der sich endlich mal wieder in der Startformation der Pariser wiederfand und noch eine wichtige Rolle einnehmen sollte.

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Beide Teams fackelten nach dem Anpfiff nicht lange und suchten den Weg nach vorne. In der dritten Spielminute hatte Metz' Habib Diallo das Führungstor für den Außenseiter auf dem Fuß, grätschte das Spielgerät nach einer Hereingabe von rechts jedoch knapp am Tor vorbei. Solche Nadelstiche sollten die Gäste im weiteren Verlauf der Partie immer wieder setzen, auch wenn Paris das Spielgeschehen dominierte. Besonders Ángel Di María strahlte durch Tempo-Dribblings, gefährliche Pässe in die Schnittstellen und eigene Abschlüsse immer wieder Gefahr aus. Bei Paris lief allgemein viel über die linke Seite mit Mitchel Bakker und Di Maria, auch Pablo Sarabia wurde immer wieder gesucht und gefunden.

Im Sturmzentrum lauerte wiederholt Mauro Icardi auf seine Chancen und kam gleich zwei Mal (12./34.) frei zum Kopfball, verpasste aber jeweils knapp die Führung. In beiden Szenen war zuvor Di Maria als Flankengeber involviert. Auf der anderen Seite hatte Metz zwar weniger Torgelegenheiten, dafür aber hochkarätige: Erst scheiterte Farid Boulaya freistehend an Keylor Navas (25.), dann verpasste Ibrahima Niane am zweiten Pfosten nur knapp (38.). Paris' Abdou Diallo - der seit der zweiten Minute vorbelastet war - hatte die Chance durch einen Stellungsfehler erst möglich gemacht. Kurz vor dem Pausenpfiff scheiterte Draxler mit einem Versuch an Alexandre Oukidja sowie einem Abwehrspieler der Gäste, der die Situation kurz vor der Torlinie klären konnte.

Nach Wiederanpfiff kamen beide Teams - im Gegensatz zum ersten Durchgang - ohne großen Offensivdrang zurück aufs Feld. Paris konnte große Ballbesitz-Anteile verzeichnen (75%), machte daraus aber nicht viel. Den ersten großen Aufreger gab es dann in der 65. Minute, als PSG-Verteidiger Diallo nach einem eher leichten Foul an Niane mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde. Die Hausherren zeigten jedoch eine Trotz-Reaktion und entwickelten wieder mehr Zug nach vorne, während die Gäste die wenigen eigenen Vorstöße zu schlampig ausspielten.

Kurz vor Schluss musste Thomas Tuchel den nächste Ausfall hinnehmen. Der eingewechselte Juan Bernat bekam einene Schlag aufs Knie und konnte den Platz nur humpelnd verlassen. Kurz darauf nahm die Partie dann nochmal Fahrt auf. Nachdem Oukidja die Flachschüsse von Icardi und Di Maria noch mit dem Fuß abwehren konnte, hatte der Schlussmann des FC Metz in der Nachspielzeit schließlich doch noch das Nachsehen.

Ausgerechnet Nationalspieler Julian Draxler erzielte per Kopf den 1:0-Siegtreffer, nachdem der glänzend-aufgelegte Oukidja eine halbhohe Hereingabe von Di Maria - in Bedrängnis von Icardi - nur in die Mitte abwehren konnte. Unter dem Strich geht der Pariser Sieg aufgrund der Vielzahl an Chancen und den großen Ballbesitz-Anteilen zwar in Ordnung, allerdings wäre auch für Metz bei besserer Chancenverwertung mindestens ein Zähler möglich gewesen.

Wilde PSG-Nachspielzeit: Erst fast der K.o. - dann trifft Draxler

Die Stimmen zum Spiel:

Thomas Tuchel (Trainer Paris Saint-Germain): "Für Juan (Bernat, Anm. d. Red.) ist es sehr, sehr traurig, weil es eine schwere Verletzung ist. Mit dieser Mentalität kann Julian ein wichtiger Spieler für uns werden."

Der Tweet zum Spiel:

Julian Draxler bejubelt mit Teamkollege Ander Herrera seinen Siegtreffer und die ersten drei Punkte der Saison. Die Erleichterung war allen PSG-Akteuren und auch Thomas Tuchel deutlich anzumerken.

Das fiel auf: PSG mit Trotzreaktion

Bei den Parisern liefen viele Angriffe über die linke Seite. Besonders Di Maria bekamen die Gäste aus Metz zu keinem Zeitpunkt der Partie in den Griff. Seine punktgenauen Hereingaben und Zuspiele in die Tiefe sorgten wiederholt für Gefahr, konnten von seinen Vorderleuten nicht in Tore umgemünzt werden. Dennoch reichte es für PSG aufgrund des Siegtores von Julian Draxler am Ende zu wichtigen drei Punkten, was auch daran lag, dass die Mannschaft von Thomas Tuchel nach dem Platzverweis gegen Diallo eine Trotzreaktion zeigte und sich in Unterzahl den Sieg erkämpfte.

Die Statistik: 4

Insgesamt vier Platzverweise kassierte PSG in den letzten 180-Pflichtspielminuten. Nachdem Sonntagabend gegen Marseille bereits Paredes, Kurzawa und Neymar des Feldes verwiesen wurden, traf es heute Innenverteidiger und Ex-Dortmunder Diallo. Bereits in der ersten Minute sah der Defensiv-Akteur eine gerechtfertigte Gelbe Karte. Über die zweite Gelbe, die in der 65. Spielminute folgte, lässt sich jedoch streiten.

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