Es ist grotesk. Da spielt Paris St. Germain unter Thomas Tuchel die beste Saison seiner Vereinsgeschichte, gewinnt das nationale Double, erreicht erstmals in der Historie das Finale der Champions League. Und doch, pünktlich zum Saisonstart am Donnerstag, ist die Stimmung bei den Parisern mal wieder im Keller.

Keine drei Wochen hielt das Hochgefühl des sportlichen Erfolgs, des als Anfang einer großen Epoche beschworenen zweiten Platzes in der Königsklasse. Die Corona-Kapriolen bei PSG mit sieben positiv getesteten Stars sorgen für neue Negativ-Schlagzeilen. Tuchel sieht sich mit seinem Team dem Gespött der Leute ausgesetzt.

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So ist in den Sozialen Medien etwa von der Covid-"Revanche" für das verlorene Endspiel gegen Bayern München zu lesen. "PSG 7, Bayern 0". Andere beschwören beim Hauptstadt-Klub eine Glaubwürdigkeitskrise herauf. Die "L'Équipe" titelte nach den viel gescholtenen Ibiza-Reisen einiger Profis um Neymar in Anlehnung an die französische Übersetzung des amerikanischen Kultfilms Hangover süffisant "Sehr schlechter Trip".

Auftakt gegen Aufsteiger

Fakt ist: Tuchel hat beim Start am Donnerstag in Lens eine knifflige Aufgabe zu lösen. Während seine Stars Kylian Mbappe, Neymar, Mauro Icardi, Angel di Maria, Leandro Paredes, Keylor Navas und Marquinhos in häuslicher Quarantäne sitzen, muss der deutsche Coach einen Fehlstart beim Aufsteiger unbedingt vermeiden, um nicht gleich erneut unter Druck zu geraten.

Neymar und Kylian Mbappé (r.)

Fotocredit: Getty Images

Das sportlich gerade erst ein wenig aufpolierte Image des Hauptstadtklubs ist durch die Ereignisse der letzten Tage ohnehin längst wieder ramponiert. Erst die sechs positiven Tests nach Urlaubstrips von Neymar und Co. auf die Partyinsel Ibiza, dann auch noch der Fall von Mbappe bei der französischen Nationalmannschaft, von dem die PSG-Verantwortlichen um Tuchel und den erzürnten Sportdirektor Leonardo ("Mangel an Respekt", "nicht hinnehmbar") erst aus der Presse erfuhren.

Mbappé fehlt auch im zweiten Saisonspiel

Tuchel dürfte angesichts der momentanen Situation gehörig der Kopf brummen. Ganz abgesehen von der Frage, mit welchen elf Spielern er am Donnerstagabend (21.00 Uhr) das Projekt Titelverteidigung angeht - die im Sommer abgegebenen Thiago Silva, Thomas Meunier und Edinson Cavani stehen bekanntlich auch nicht zur Verfügung - gilt es in den kommenden Tagen und Wochen, das mühsam aufgebaute Vertrauen der Klubchefs nicht gleich wieder zu zerstören. Die Gerüchte, dass Tuchel "die Umkleidekabine nicht im Griff" habe oder er "mit den Stars nicht umgehen" könne, waren schließlich gerade erst verstummt.

Weltmeister Mbappe wird Tuchel auch beim zweiten Saisonspiel am Sonntag gegen Olympique Marseille fehlen. Positiv getestete Spieler müssen sich gemäß der Bestimmungen acht Tage in Selbstisolation begeben. Hoffnung besteht dagegen auf eine Rückkehr von Angel Di Maria, Leandro Paredes und Neymar, deren Symptome der Liga vor dem 30. August gemeldet wurden.

(SID)

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