So lief das Spiel:

Einen wirklichen Favoriten gab es beim "iberischen Derby“ auch für die Buchmacher nicht. Der direkte Vergleich sprach jedoch klar für die Spanier: In 30 der 36 Duelle blieben sie gegen Portugal ungeschlagen. Diese Bilanz wollten die Gastgeber im heimischen Estádio José Alvalade in Lissabon natürlich ändern, wenngleich beide Teams hinsichtlich der anstehenden Nation League-Spiele, Akteure wie Sergio Ramos, Bruno Fernandes, Joao Felix und Bernardo Silva oder auch die Shootingstars Ansu Fati und Ferran Torres schonten.

Champions League
Messi erneut ausgestochen: So viel Cristiano steckt noch in Ronaldo
09/12/2020 AM 13:18

Von den zuletzt guten Leistungen der Portugiesen aus der Nations League gegen Kroatien (4:1) und Schweden (2:0) war im Freundschaftsspiel gegen Spanien wenig zu sehen - im Gegenteil.

Das Team von Fernando Santos fand überhaupt nicht in die Partie, im Gegensatz zu den Gästen, die sich allein in den ersten 20 Minuten diverse Torchancen erspielten (3./7./12./18.). Besonders Dani Olmo von RB Leipzig trat immer wieder als Vorbereiter oder Schütze in Erscheinung, aber auch Gerard Moreno und Rodrigo versuchten sich wiederholt.

Rui Patricio und seine Hintermannschaft verhinderten allerdings mit Ach und Krach einen Rückstand. Gegen Mitte der ersten Halbzeit verlor das Spiel der Spanier dann etwas an Zug nach vorne, Portugal kam dadurch besser ins Spiel. Bis dato sprach die Torschuss-Statistik von 8:0 eine deutliche Sprache zu Gunsten der Spanier.

Die beste Möglichkeit der Hausherren hatte Dortmunds Raphael Guerreiro, der kurz vor der Pause relativ freistehend aus kurzer Distanz drüber schoss. Cristiano Ronaldo suchte man in den ersten 45 Minuten vergebens.

In der Pause wechselten Fernando Santos und Luis Enrique jeweils drei Mal aus. Nach einem schwächeren ersten Durchgang und einer kurzen Findungsphase Anfang der zweiten Hälfte, steigerten sich die in Rot spielenden Portugiesen und scheiterten gleich zwei Mal am Querbalken.

Erst knallte Ronaldo den Ball mit Links von der Strafraumgrenze an die Latte (51.), dann setzte Renato Sanches einen Volley - nach feinem Außenrist-Pass von CR7 - an die Unterkante des Gehäuses.

Aber auch die Spanier wollten den Sieg im prestigeträchtigen iberischen Duell: Der eingewechselte und pfeilschnelle Adama Traore stellte Portugals Hintermannschaft in seinem Debüt mehrmals vor Probleme, egal ob er selbst den Abschluss suchte (80.) oder für Olmo vorbereitete (72.). Letzterer hätte aufgrund der Vielzahl an guten Chancen – insbesondere in der 72. Minute, als er das Leder freistehend aus kurzer Distanz nicht platzieren konnte - heute mindestens ein Tor erzielen müssen.

Stattdessen blieb es bis zum Ende torlos und spannend. Portugal war dem Siegtor in der Nachspielzeit sogar nochmal nah, als Joao Felix einen verlängerten Eckball knapp am zweiten Pfosten verpasste. Letztendlich blieb es bei einem - aufgrund des zweiten Durchgangs - wohl gerechtem Unentschieden. Überraschend ist einzig und allein, dass in diesem chancenreichen Duell keine Tore fielen.

Die Stimmen:

Luis Henrique: "Unsere Defensiv-Zentrale um Eric Garcia war sehr stark. Der Junge ist gerade einmal 19 Jahre alt, hat aber schon eine große Persönlichkeit. Er zeigt, dass er auf diesem Niveau spielen kann. Auch Llorente agierte ruhig und ausgeglichen, das hat mir sehr gefallen. Was mir nicht gefallen hat ist, dass wir zeitweise die Kontrolle über das Spiel verloren haben."

Sergio Canales: "Wir hatten viel Ballbesitz, besonders im Mittelfeld lief der Ball gut. Allerdings war nicht nur das Mittelfeld, sondern das gesamte Team heute stark.“

Der Tweet zum Spiel:

Adama Traores Nationalmannschafts-Debüt für Spanien sorgte nicht nur auf dem Platz für frischen Wind, sondern auch im Netz für zahlreiche Reaktionen. Der Flügelspieler der Wolverhampton Wanderers besticht nämlich nicht nur durch seine Schnelligkeit sondern auch durch eine unvergleichbare Physis. Auch als WWE-Wrestler würde der Kicker wohl eine gute Figur abgeben…

Das fiel auf: Spanien hat den Ball, Portugal die Hochkaräter

Besonders in Durchgang eins liefen die Hausherren Gegner und Ball hinterher. Die Spanier kombinierten gewohnt flüssig und erspielten sich in den ersten 20 Minuten einige gute Torgelegenheiten. Zwischenzeitlich führten die Gäste in der Torschuss-Statistik mit 8:0. Die wohl beste Möglichkeit in der ersten Hälfte hatte aber Dortmunds Guerreiro für Portugal praktisch mit dem Halbzeit-Pfiff. Nach der Pause machten die Gastgeber da weiter, wo sie aufgehört hatten. Erst traf Ronaldo den Querbalken, dann hatte Sanches Alu-Pech. In der Nachspielzeit vergab der eingewechselte Joao dann eine weitere Großchance auf den Siegtreffer. Trotz 64% Ballbesitz der Spanier und 16:11 Torschüssen, hatte Portugal die klareren Chancen – nutzte sie aber ebenfalls nicht.

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