SID

Hooligans-Ermittlungen wegen Ausschreitungen im WM-Qualifikationsspiel eingestellt

Eklat von Prag: Ermittlungen gegen deutsche Hooligans ohne Ergebnis
Von SID

14/03/2018 um 13:28Aktualisiert 15/03/2018 um 01:13

Die tschechischen Ermittlungsbehörden haben offenbar das Verfahren gegen deutsche Hooligans, die beim 2:1 im WM-Qualifikationsspiel im vergangenen September in Prag gegen Tschechien für einen Eklat gesorgt hatten, eingestellt. Das berichtet das WDR-Magazin "Sport inside". Deutsche Ermittler konnten keinen Störer identifizieren. Es hatte unter anderem nationalsozialistische Gesänge gegeben.

Eine Gruppe neben dem Auswärtsblock beleidigte den DFB, störte bei den Nationalhymnen und einer Schweigeminute für zwei verstorbene tschechische Fußballfunktionäre. Dazu kamen Gesänge mit nationalsozialistischem Hintergrund.

Der zuständige Düsseldorfer Oberstaatsanwalt Patrick Rieck bestätigte, dass es bis jetzt nicht gelungen sei, anhand des vom DFB zur Verfügung gestellten Videomaterials Beschuldigte namentlich festzustellen und etwaigen Beschuldigten eine konkrete Straftat nachzuweisen.

Robert Claus, Experte für Rechtsextremismus im Sport, kritisiert das Vorgehen:

"Die Signalwirkung, dass es keine adäquate Strafverfolgung gab, ist eine schlechte, weil es nahelegt, dass solche Dinge wieder passieren können und dass solche Dinge nicht bestraft werden."

Die Anwesenheit von deutschen Hooligans bei der WM-Endrunde in Russland (14. Juni bis 15. Juli) ist wahrscheinlich.

In Deutschland ist die Generalstaatsanwaltschaft in Düsseldorf für die Identifizierung deutscher Fußball-Straftäter im Ausland zuständig. Das Sonderdezernat wurde nach der WM 1998 in Frankreich gegründet, wo deutsche Hooligans den französischen Polizisten Daniel Nivel schwer verletzt hatten.

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