Die deutsche U21-Nationalmannschaft hat am Sonntag zum dritten Mal nach 2009 und 2017 den Europameistertitel gewonnen.
Ausgerechnet ein Team, dem im Vorfeld teilweise das Talent für diesen Erfolg abgesprochen wurde. Doch der EM-Titel könnte nur der Anfang eines wirklich glorreichen Sommers für die deutschen Junioren sein.
Bereits in knapp sechs Wochen steht das nächste wichtige Turnier für die Mannschaft um Trainer Stefan Kuntz auf dem Programm. In der japanischen Hauptstadt Tokio beginnen am 23.Juli die Olympischen Sommerspiele (live bei Eurosport und im Eurosport Player).
U21-EM
"Löwenherzen" und "Adleraugen": Kuntz lobt seine "Hyänenbande"
07/06/2021 AM 08:21
Das deutsche Team dürfte nach dem Erfolg im slowenischen Ljubljana gegen Portugal (1:0) Blut geleckt haben und heiß auf den nächsten Titel sein.

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Olympia in Tokio als großes Ziel

Zum Auftakt kommt es in der Wiederauflage des Finales von Rio 2016 zu einem Aufeinandertreffen mit Olympiasieger Brasilien (22. Juli in Yokohama). In den weiteren Gruppenspielen treffen die deutschen Youngster auf Saudi-Arabien (25. Juli in Yokohama) und die Elfenbeinküste (28. Juli in Miyagi). Das Finale findet am 7. August in Yokohama statt.
Bis Ende Juni hat Kuntz nun Zeit, um den Kader für Olympia zu benennen. 18 Spieler reisen mit nach Japan. Mitte Mai meinte der 58-Jährige in der "Bild": "Ich schaue mir aktuell sehr viele Kandidaten an und bin intensiv mit den Vereinen in Kontakt." Auch drei Spieler älter als Jahrgang 1997 dürfen dann im Kader sein. Als Namen für diese Plätze werden unter anderem Max Kruse, Jérôme Boateng, Julian Draxler oder auch Mario Götze gehandelt.
Den Kern der Mannschaft werden allerdings die Titelträger von Ljubljana bilden. Im Gegensatz zu vorherigen U21-Teams spielen die meisten (noch) abseits des Rampenlichts. Die wohl einzige Ausnahme ist Florian Wirtz von Bayer Leverkusen. Der 18-Jährige war auch im Gespräch, die A-Nationalmanschaft bei der am Freitag beginnenden Europameisterschaft zu unterstützen.
Letztendlich verblieb er noch bei den Junioren. Im März hatte Wirtz allerdings schon bei den WM-Qualifikationsspielen A-Kaderluft geschnuppert, stand aber nicht auf dem Platz. Daher verpasste der Leverkusener die Gruppenphase der U21-Europameisterschaft.

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So motivierte Stefan Kuntz sein Team

Auch Amos Pieper (Arminia Bielefeld), EM-Torschützenkönig Lukas Nmecha (RSC Anderlecht), Abwehrboss Niklas Dorsch (KAA Gent) und Ridle Baku (VfL Wolfsburg) agierten bisher eher im Hintergrund der großen Fußball-Bühne. Dass man von seinem Team deshalb im Vorfeld sehr wenig erwartet hatte, war Kuntz durchaus bewusst, wie er nach dem Finale erzählte: "Das war der Jahrgang, dem man von Anfang an am wenigsten zugetraut hat. Das sind Jungs, die teilweise nicht unbedingt in ihren Vereinen Stammspieler sind."
Wenn man allerdings der Mannschaft vertraue, "dann zeigt sie, wozu sie fähig ist", erklärte der Erfolgstrainer, der schon die 2017er-Mannschaft gecoacht hatte. Er habe dem Team vor dem Finale gegen Portugal eine klare Botschaft mit auf den Weg gegeben. "Ihr müsst eine Hyänenbande sein, die kann keiner leiden, aber die bekommen zum Schluss immer was sie wollen. Das heute hat mich zum Schluss daran erinnert", so Kuntz.
Der frischgebackene Europameister David Raum, der im Sommer zu Hoffenheim wechselt, verriet den Antrieb der Mannschaft: "Vorher wurde nur über Marktwerte geredet. Frankreich, Holland, was für tolle Spieler die haben. Wir haben das in Wut umgewandelt. Auf dem Platz ist eine Einheit wichtig."

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Bisher kein Olympia-Gold für DFB

Die deutsche Mannschaft könnte deshalb auch bei Olympia in wenigen Wochen ein wichtiges Wort um die Medaillenvergabe mitreden. Als zusätzliche Motivation dürfte dann die Tatsache dienen, dass das Team danach nicht mehr in dieser Zusammensetzung spielen wird. Einige Europameister sind bei den nächsten U21-Länderspielen zu alt, um für die Junioren aufzulaufen.
Somit ist das Turnier in Tokio für viele Jungstars auch der Abschied von der U21. Eine Art Ehrenrunde, an deren Ende womöglich olympisches Gold wartet. Bisher gelang dies noch keiner gesamtdeutschen Mannschaft. Einzig 1976 in Montréal durfte das DDR-Team Gold bejubeln. Mit einem Erfolg würden die frischgebackenen Europameister jedenfalls erneut beweisen, dass man diese Generation auch in Zukunft nicht unterschätzen sollte.
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