Trotz des anhaltenden Erfolgs beim FC Bayern München seit Beginn seiner Amtszeit 1998 (viermal Deutsche Meisterschaft, zweimal DFB-Pokal, einmal Champions League, einmal Weltpokal) durchlebte Hitzfeld damals mental eine sehr schwere Zeit. Erfolge und positive Erlebnisse beim Rekordmeister ließen den Schweizer damals kalt: "Wenn ich mit den Bayern ein Spiel gewonnen hatte, konnte ich mich nicht freuen. Das Adrenalin kam nicht. Ich hab bloß gesagt: Gut, dass wir nicht verloren haben", sagte der gebürtige Lörracher.
Stattdessen setzte er sich selbst stark unter Druck und verschwieg seine gesundheitlichen Probleme: "Obwohl ich mir am liebsten die Decke über den Kopf gezogen hätte, wollte ich als Trainer funktionieren und habe nicht darüber gesprochen, sondern meinen Job gemacht."
Ein bedrohliches Erlebnis sorgte dann aber doch für einen Sinneswandel des zweimaligen Champions-League-Siegers. "Bis ich irgendwann im Auto saß und Platzangst hatte. Da bin ich zu Professor Holsboer. Der hatte schon Sebastian Deisler behandelt, daher kannte ich ihn", klärte der 72-Jährige auf und fügte hinzu: "Zum Verein hätte ich ja nicht gehen können. Wir haben geredet, ich habe Tabletten bekommen. Über drei Jahre habe ich die genommen, die haben mir sehr geholfen."
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Auch wenn Hitzfelds Hoffnung auf Besserung lange Zeit gering war, schaffte er das Comeback: "Eine Zeit lang dachte ich, ich kann nie wieder Trainer sein. Aber es ging. Und irgendwann kam die Freude zurück."

Rückkehr auf die Trainerbank unter einer Bedingung

Uli Hoeneß bat ihn im Februar 2007 darum, den Platz des entlassenen Felix Magath einzunehmen. Hitzfeld willigte ein - unter einer Bedingung: "Soziale Kontakte kosten Kraft, sogar telefonieren war zu anstrengend. Als mich Uli Hoeneß anrief, sagte ich nur unter der Bedingung zu, dass ich nur für vier Monate zurückkomme", erläuterte der UEFA-Trainer des Jahres von 2001.
Die Rückkehr auf die Trainerbank des FC Bayern schien in Hitzfeld die Freude am Fußball wiedererweckt zu haben, sodass er 2008 im direkten Anschluss den Posten als Nationaltrainer der Schweiz annahm. Nach der WM 2014 legte er sein Amt nieder und beendete seine Karriere.
"Als Schweizer Nationaltrainer hatte ich weniger Spiele. Das ging auch, denn Spiele, die zehren. Die beste Entscheidung war es dennoch, mit 65 Jahren aufzuhören. Das wusste ich damals natürlich nicht. Aber jetzt weiß ich es", resümierte der Erfolgstrainer.
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