Noch vor vier Wochen sprachen alle davon, dass Klopp kein Zauberer ist. Nach der 1:2-Niederlage gegen Crystal Palace schraubten viele Experten die Erwartungen nach unten. Klopp könne bei den "Reds" schon etwas bewegen, dafür benötige der 48-Jährige aber Zeit, weil viele Stammspieler immer wieder verletzt fehlten.
Einen Monat später kennt der Liverpool-Hype um den ehemaligen BVB-Coach keine Grenzen. 3:1 gegen Chelsea, 4:1 gegen Manchester City und 6:1 im Pokal gegen Southampton. Macht eine beeindruckende Torquote von 13:3 für die aufstrebenden "Reds". Hinzu kommt ein 1:0-Sieg am 14. Spieltag gegen Swansea City.

Klopp: "Wir dürfen nicht träumen"

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02/12/2015 UM 20:49
Klopp ist endgültig angekommen auf der Insel. Er genießt mittlerweile einen ähnlichen Ruf wie zu seinen Glanzzeiten in Dortmund. Dabei sah die Welt Anfang November noch anders aus. Beim 1:2 gegen Crystal Palace verließen die Fans in der 82. Minute reihenweise das Stadion. Dabei war Klopp vor allem wegen ihnen gekommen.
"Ich fühlte mich ziemlich alleingelassen", meinte der Hoffnungsträger nach diesem einschneidenden Erlebnis. Aber der Deutsche krempelte die Ärmel hoch, packte seinen Zauberstab aus und führte Liverpool von einem Erfolgserlebnis zum nächsten. "Das Selbstvertrauen ist zurück, aber wir dürfen nicht träumen", dämpfte Klopp die hohen Erwartungen.
Wir müssen weiter hart arbeiten. Wenn jemand denkt, dass es am Sonntag ein einfaches Spiel gegen Newcastle wird, täuscht er sich. Aber das Spiel gegen Southampton war wirklich gut."
Im Pokal-Viertelfinale feierte Liverpool zum 90. Mal in seiner Geschichte einen Pflichtspielsieg mit sechs oder mehr Toren. Beim souveränen 6:1-Erfolg gegen Southampton stachen zwei Spieler heraus. Sturridge (26./30.) erzielte bei seinem Comeback einen Doppelpack. Divock Origi (45./69./86.) schoss sogar drei Tore.
Für Sturridge war's die Startelf-Premiere unter Klopp, der das wahre Potenzial des englischen Nationalspielers erstmals auf dem Platz in Augenschein nehmen konnte. "Ich habe Sturridge nach dem Spiel gesagt, dass ich bei ihm jetzt weiß, worüber die Leute sprechen. Er kann aber noch besser werden", meinte Klopp.
Sturridge kämpft seit August 2014 immer wieder mit Verletzungsproblemen. Das Spiel gegen Southampton war erst sein fünftes Pflichtspiel in dieser Saison. Nur acht Wochen nach Klopps Amtsantritt lieferte Sturridge eine überzeugende Leistung ab. Die Top-Talente Origi (45./68./86.) und Jordan Ibe (73.) steuerten die weiteren Tore bei.

Beeindruckende Statistiken für Liverpool

Obwohl Liverpool in der Premier League auf Platz sechs noch weit von den Spitzenplätzen entfernt ist, dürfen die Fans nach dem Einzug ins Pokal-Halbfinale nach 2012 wieder vom Titel träumen. "Es gibt wieder die Aura um das Liverpooler Team. Mit Klopp sind sie auf dem Weg, etwas Besonderes zu werden", schrieb die "Daily Mail".
Die Erfolgszahlen von Klopp sind beeindruckend. Nur einmal verlor Liverpool in elf Begegnungen, sieben der letzten acht Spiele gewann sein Team. "Jürgen Klopp hat es in weniger als acht Wochen geschafft, dem Team die Begeisterung zurückzugeben, die sie vor zwei Jahren fast zum Meistertitel geführt hat", analysierte der "Guardian".
Klopps "Geheimrezept" auf gegnerischem Platz hat wieder funktioniert. Wie in Dortmund setzt er auf Gegenpressing. Vor allem in fremden Stadien, wo die heimische Mannschaft angreifen muss und sich nicht zurücklehnen kann. Diese Taktik beschert dem Zaubermeister einen Höhenflug, der im Pokal sowie in der Liga andauern kann.
Mit diesem Rückenwind erwartet Liverpool auch den nächsten Gegner im League Cup. Im Halbfinale treffen die "Reds" auf Stoke City (5./26. Januar). Den anderen Finalisten ermitteln ManCity und Lokalrivale FC Everton. Eine machbare Aufgabe für "Wizard" Klopp, der mit dem BVB drei Mal im Pokalfinale stand und 2012 den Titel holte.
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