Vier aus sieben. So viele Niederlagen musste der FC Arsenal in seinen jüngsten Pflichtspielen einstecken. Mit dem 1:2 gegen den FC Watford wurden die "Gunners" hochkant aus dem FA Cup bugsiert - das ist jener Wettbewerb, dessen Siege in 2014 und 2015 zuletzt eine Art Schutzmantel über Arsène Wenger legten.
Seit 1996 steht der Elsässer dem Londoner Klub als Coach vor, die Trophäen setzen allerdings schon Staub an. Realistisch betrachtet war der Pokal die letzte Titelchance der Saison, denn in der Premier League stottert der Motor und in der Champions League muss ein 0:2 gegen den FC Barcelona gedreht werden (Mittwoch ab 20:45 Uhr im Liveticker auf Eurosport.de). Es gibt aussichtsreichere Aufgaben.

Bei Arsenal geht's ums Geld

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Wenger ist eine Institution bei Arsenal, doch allmählich rückt die Basis von ihm ab. "Danke für die Erinnerungen, aber es ist Zeit, dich zu verabschieden" stand kürzlich auf einem Fan-Plakat.
Für die Anhängerschaft ist es schwer zu ertragen, dass ihr Klub zwar die höchsten Ticketpreise in Europa verlangt, aber im zwölften Jahr auf den Liga-Titel wartet - und noch dazu keine Anstalten macht, die prallen Geldspeicher zu entleeren, um Superstars zu kaufen, die wiederum die Wahrscheinlichkeit auf "silverware" erhöhen. Und so schön es ist, Dauergast in der Königsklasse zu sein - gewinnen würden die Fans den Henkelpott auch mal gern. Das erste und einzige Finale liegt fast zehn Jahre zurück...
Muss Wenger also um seinen Job fürchten? Die Antwort: nein.
Arsenals Besitzer Stan Kroenke lieferte in der Vorwoche die Erklärung. "Ich muss einen Realitätssinn wahren. Ginge es mir nur um Meisterschaften, würde ich mich nie auf dieses Engagement einlassen", meinte der Amerikaner auf einer Konferenz.

Arsenal-Besitzer Stan Kroenke geht es nicht um Titel

Fotocredit: Imago

Kroenke ist kein reicher Edelfan, der sich den Klub als "Spielzeug" hält; er verfolgt einen Business-Plan, und dieser sieht Pokale nicht als primäres Ziel an. Es geht vielmehr um den Finanzfluss, oder besser gesagt: den Finanzrückfluss, im Fachjargon als "Return on Investment" bekannt. Und der stimmt bei Arsenal. Ob die Kurve nun murrt oder nicht.

Wenger und die Tottenham-Gefahr…

19 Mal in Folge qualifizierten sich die Londoner unter Wenger für die Champions League, 16 Mal hintereinander fürs Achtelfinale - absoluter Rekord. Dass dort in den vergangenen Jahren stets Schluss war? Geschenkt. Wenger ist der perfekte Mann für Kroenkes Modell, die Europa-Teilnahmen spülen Millionen auf die Haben-Seite, die Zurückhaltung auf dem Transfermarkt entlastet das Budget zusätzlich. Könnte es einen idealeren Verwalter für das Portfolio geben?
Kroenke wird Wenger nicht entlassen. Weil er überhaupt keinen Grund dazu hat. Das Einzige, was das Potential besitzt, das Binnenverhältnis zu verändern, wären abweichende Strömungen: Falls Tottenham Hotspur, der Erzfeind aus der Nachbarschaft, tatsächlich seinen ersten Premiere-League-Titel seit 1961 holt. Dann könnte sich die Atmosphäre im Arsenal-Umfeld so verschlechtern, dass selbst Wenger nicht mehr zu halten ist…
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