Die Sehnsucht ist unermesslich. Und Jürgen Klopp ist daran nicht unschuldig. Der deutsche Teammanager sagte im Oktober 2015 bei seiner Vorstellung in Liverpool:
Ich kann keine Titel versprechen. Aber wenn wir uns hier in vier Jahren wiedersehen sollten, dann haben wir wohl einen Titel gewonnen.
Zuletzt jubelten die Reds 2012 über den eher unbedeutenden englischen Ligapokal. Klopp hat die Hoffnung genährt, dass sich der Klub und seine Anhänger nicht mit einem solchen Trostpreis abgeben müssen.
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Er hat den englischen Traditionsklub in seinen knapp drei Jahren vom Mittelmaß zurück in die internationale Spitzenklasse geführt, aber: Im Ligapokal, der Europa League (jeweils 2016) sowie im Frühjahr dieses Jahres in der Champions League gegen Real Madrid (1:3) erlitt "The Normal One" bittere Finalniederlagen.

FC Liverpool startet gut in die Saison

Nie aber war die Hoffnung auf einen Titel so groß wie vor Klopps vierter Saison. Das liegt neben den gezielten Verstärkungen auch an der guten Vorbereitung. 2:1 gegen Manchester City, 4:1 gegen Manchester United, 5:0 gegen Neapel und 3:1 im finalen Test am Dienstag gegen den FC Turin. Die Reds sind bereit für den Saisonauftakt am Sonntag gegen West Ham United (14.30 Uhr MESZ/DAZN).
Mit den Investitionen im Sommer sind die Ansprüche nochmal gestiegen. Klopp sagte:
Die Spieler vom letzten Jahr sind für die gute Stimmung verantwortlich, und dann haben wir ein paar neue Spieler als i-Tüpfelchen mitgebracht.
Kein anderer Klub der Premier League war auf dem Transfermarkt so spendabel. Liverpool gilt als Herausforderer Nummer 1 von Meister Manchester City. In der letzten Saison trennten sie in der Liga allerdings noch 25 Punkte.

Keita und Shaqiri verstärken Liverpool

Rund 180 Millionen Euro gaben die Reds für Leipzigs Naby Keita, den Ex-Münchner Xherdan Shaqiri, Brasiliens WM-Torwart Alisson und Monacos Fabinho aus. Für Unglücksrabe Loris Karius ist nur noch Platz auf der Bank. Trotz des Abgangs von Nationalspieler Emre Can zu Juventus Turin ist Liverpool in der Breite besser besetzt. Vergangene Saison war die fehlende Kadertiefe gegen Ende der Spielzeit eine der Problemstellen. Klopp sagte:
Wir müssen nicht einfach nur konstanter werden, sondern auch Verhältnisse schaffen, in denen wir konstanter sein können. Niemand ist konstant mit elf Spielern.
Schon im letzten Winter hatten die Reds Virgil van Dijk geholt. Der Niederländer ist mit 84,5 Millionen Euro Ablöse der bislang teuerste Verteidiger der Geschichte. Rund 440 Millionen Euro gab Klopp bislang für neue Spieler aus, nahm jedoch auch gut 274 Millionen Euro durch Verkäufe ein.
Noch 2016 hatte Klopp im Zuge des damaligen Rekordtransfers des heutigen Weltmeisters Paul Pogba von Juve zu Manchester United die hohen Ablösesummen auf der Insel kritisiert. Nun bezeichnete United-Teammanager Jose Mourinho Klopps Transferoffensive als "lustig" und erkor die Reds gleich zu einem der "großen Favoriten". Sie müssten nun "endlich etwas gewinnen".
Der Glaube an den nächsten großen Titel seit dem Champions-League-Sieg 2005 ist in Liverpool jedenfalls größer denn je. "Trust in Klopp"-Plakate waren schon gegen Ende der letzten Saison immer öfter an der Anfield Road zu sehen. Der Erfolgsdruck ist größer denn je. Am Ende der Saison wären Klopps vier Jahre fast vorbei. Es wird Zeit.
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