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Manchester United - Ole Gunnar Solskjaer: So brachte er ManUnited wieder auf Kurs

So hat Solskjaer ManUnited wieder auf Kurs gebracht

13/01/2019 um 16:35

Fünf Spiele, fünf Siege. Bei Manchester United kann man nach der Entlassung von José Mourinho ohne Frage vom Ole-Gunnar-Solskjaer-Effekt sprechen. Klar, das Auftaktprogramm meinte es gut mit dem Norweger, am Sonntag wartet mit Tottenham Hotspur jedoch das erste Schwergewicht. Eurosport-England-Experte Peter Sharland analysiert den sensationellen Aufschwung unter Solskjaer.

"Alles richtig gemacht", möchte man den Entscheidern bei Manchester United dieser Tage zurufen.

Seit der Trennung von José Mourinho und der Installation von Interims-Lösung Ole Gunnar Solskjaer läuft es bei den "Red Devils" wie geschmiert. Fünf Siege aus fünf Spielen bei 14:3 Toren - und schon träumt man bei United schon wieder von der Qualifikation für die Champions League.

Unter Vorgänger Mourinho fehlte es vor allem an einem: Konstanz. Zwei Siege in Serie waren in 17 Spielen das höchste der Gefühle für den Verein, der so viele namhafte Superstars sein Eigen nennt.

Das Problem: selbst die größte Ansammlung von Einzelkönnern garantiert nicht automatisch Erfolg. Schon gar nicht in der Premier League, wo gleich sechs Vereine ähnliche Qualität im Kader haben. Fußball ist und bleibt auch auf höchstem Niveau ein Teamsport. Mourinho muss sich ankreiden lassen, es nicht geschafft zu haben, aus seinen Spielern eine funktionierende Mannschaft zu formen. Im Gegenteil.

José Mourinho

José MourinhoGetty Images

"Mourinhos Methoden sind veraltet"

Außer mit seinem langjährigen Weggefährten Nemanja Matic, den er schon aus gemeinsamer Zeit beim FC Chelsea kannte, und Marouane Fellaini gibt es kaum ein Mitglied im Kader, das "The Special One" nicht öffentlich kritisiert, zurechtgestutzt oder gedemütigt hätte. Zudem überwarf der Portugiese sich schon vor Saisonbeginn mit Vizepräsident Ed Woodward. Dieser hatte ihm kein Geld für die Verpflichtung neuer Innenverteidiger freigegeben. Ein Aus mit Ansage.

Eurosport-UK-Redakteur Peter Sharland sieht vor allem in Mourinhos Art und Weise ein Problem:

"Mourinhos Methoden sind veraltet, nicht mehr zeitgemäß. Die Spieler reagieren heutzutage nicht mehr auf seinen konfrontativen Führungsstil, es ist eine andere Zeit als vor acht bis zehn Jahren."

Solskjaer der Menschenfreund

Solskjaer setzt genau da an.

"Die wichtigste Sache, die Solskjaer seit seiner Ankunft geändert hat, ist die Stimmung. Unter Mourinho war United ein trostloser Verein, voller Negativität und Probleme. Seitdem Solskjaer da ist, herrscht im Klub eine positive Atmosphäre, alle sind zufriedener und das kann man auf dem Platz sehen", analysiert Sharland weiter.

Solskjaer hat die volle Rückendeckung der Fans

Solskjaer hat die volle Rückendeckung der FansGetty Images

Das bestätigt auch Mourinho-Liebling Romelu Lukaku, der seinem Ex-Coach keine Träne nachzuweinen scheint. Auf der vereinseigenen Homepage wird der belgische Nationalstürmer wie folgt zitiert:

"Er redet viel mit mir und hat mir schon viel beigebracht. Es geht um Bewegungsabläufe und solche Dinge. Er weiß, was für eine Art Stürmer ich bin und hat mich vom ersten Tag an genau analysiert. Ich war ein bisschen überrascht, doch er hat mir in kurzer Zeit schon sehr geholfen."

Vor allem die Offensive profitiert

Exemplarisch für Solskjaers feines Gespür - vor allem für die Offensivspieler - sind die Leistungsanstiege bei Paul Pogba, Anthony Martial oder Alexis Sanchez. Unter Mourinho hatten alle drei einen schweren Stand, persönliche Differenzen schlugen in schlechte Leistungen auf dem Rasen um.

Vor allem um Pogba, den französischen Superstar und ehemals teuersten Transfer der Welt (104 Millionen Euro von Juventus Turin), rankten sich vor wenigen Wochen noch fast täglich Gerüchte um einen baldigen Abgang. Mittlerweile ist davon keine Rede mehr. Brachte er es noch unter Mourinho nur auf 0,4 Scorerpunkte pro Partie, so stieg dieser Wert unter Solskjaer auf starke 1,75 Scorerpunkte pro Spiel an.

Romelu Lukaku und Paul Pogba (v.l.n.r)

Romelu Lukaku und Paul Pogba (v.l.n.r)Getty Images

Solskjaer habe "die Fesseln bei den Offensivspielern gelöst", beschreibt Sharland:

"So defensiv zu spielen, hat den Spielern nicht gefallen. Man konnte es in den Gesichtern sehen, sie haben es gehasst, so viel verteidigen zu müssen und nicht so viel angreifen zu dürfen."

Solskjaer trotzdem ohne Zukunft?

Solskjaer hat dem strauchelnden Rekordmeister im Rekordtempo neues Leben eingehaucht. Das Umfeld glaubt wieder an das Team und die Qualifikation für die Königsklasse. Darf der Norweger deswegen sogar darauf hoffen, längerfristig an der Seitenlinie im Old Trafford zu stehen?

Für Sharland ist das "durchaus möglich", allerdings sei er "nicht der Topfavorit auf den Posten. Es ist klar, dass der Verein Mauricio Pochettino verpflichten möchte", verrät Sharland. "Das jedoch wird nicht so einfach. Die Spurs sind wegen ihres Vorsitzenden Daniel Levy ein äußerst schwieriger Verhandlungspartner."

Am besten ist es, Solskjaer sammelt am Wochenende gegen den direkten Konkurrenten weiter Argumente in eigener Sache.

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