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Mesut Özil beim FC Arsenal kühl abserviert: Und plötzlich lockt der Erdogan-Klub

Özil bei Arsenal abserviert: Und plötzlich lockt der Erdogan-Klub

14/01/2019 um 11:05Aktualisiert 15/01/2019 um 08:19

Am Wochenende verlor der FC Arsenal gegen West Ham United und häufte weiteren Rückstand auf die Champions-League-Plätze in England an. Mesut Özil konnte keinen Einfluss nehmen. Nicht, weil er schlecht gespielt hätte - der Weltmeister stand gar nicht im Kader. Eine Arsenal-Legende kritisiert Trainer Unai Emery scharf, Özil hat's längst zum Politikum gebracht. Und plötzlich lockt der Erdogan-Klub.

"Enttäuschend und besorgniserregend" fand Unai Emery den Auftritt seines FC Arsenal bei West Ham United, und weil es zum guten Ton einer Pressekonferenz gehört, stets einen Halbsatz über Mesut Özil zu verlieren, musste Emery eben auch diesen Fußballspieler bewerten, obwohl er gar nicht Fußball gespielt hatte.

Der Spanier referierte kühl und verzog keine Miene, zuvor hatte er Özil ohne ersichtlichen Grund nicht in den 18er Kader berufen.

"Ich habe die Spieler ausgewählt, die ich für diese Partie für am besten geeignet hielt. Die Spieler, die gespielt haben, hatten es verdient, hier dabei zu sein - ob wir gewonnen oder verloren haben."

Nun hat Emery jedes Recht, auf Özil zu verzichten; der 30-Jährige gilt ja nicht gerade als Mentalitätsmonster, der Mannschaften qua feuriger Präsenz aus der Lethargie reißt. Es erstaunte jedoch, dass Emery lieber einen 19-jährigen namens Eddie Nketiah fürs Aufgebot nominierte, dessen Premier-League-Erfahrung: eine Minute.

Arsenal-Legende: "Kriege es nicht in meinen Kopf"

Nein, nicht immer.

Mesut Özil (FC Arsenal)

Mesut Özil (FC Arsenal)Getty Images

Halten wir uns deshalb an solche, die es besser wissen müssen. Etwa Arsenal-Legende Ian Wright (244 Einsätze, 122 Tore), der Emery via "BBC" böse Worte hinterherrief. Der Mann käme nicht klar mit profilierten Spielern, monierte Wright:

"Anscheinend hat er jetzt Özil auf dem Kieker. Wir können es uns nicht erlauben, den vermutlich höchstbezahlten Arsenal-Spieler der Geschichte auf die Tribüne zu setzen - dafür ist Arsenals Erfolg aktuell nicht groß genug. Ich kriege es einfach nicht in meinen Kopf. "

Nach Rücken- und Knieproblemen war Özil fit, im Vorfeld postete er eifrig Trainingsbilder. "Normal gearbeitet" habe der Regisseur, bestätigte Emery, der keine Lust verspürte, sich für Özils Nichtberücksichtigung zu rechtfertigen.

Özil hat es längst zum Klub-Politikum gebracht

Dabei ist der Weltmeister kein gewöhnlicher Profi. Mit kolportierten 392.000 Euro Salär (ja, pro Woche) und einem Vertrag bis 2021 hat er es längst zum Klub-Politikum gebracht. Londons Blätter sind sich einig: Emery will Özil noch im Januar loswerden, um Finanzmasse für Zugänge freizuschaufeln.

Ex-Coach Arsène Wenger war Özil-Fan, während Emery weniger mit dem Linksfuß anzufangen weiß. Besonders stören soll er sich an dessen Kontrastprogramm: Oft brillant gegen Kleine, aber selten eine Erscheinung, wenn's hart auf hart kommt. In dieser Saison steht Özil bei lediglich vier Toren und zwei Assists.

Unai Emery und Mesut Özil vom FC Arsenal

Unai Emery und Mesut Özil vom FC ArsenalEurosport

"Wir arbeiten weiterhin mit jedem Spieler zusammen, weil sie alle wichtig sind", sagte Emery nur. Unter Umständen hätte die Welt auf den Informationsgehalt dieser Aussage verzichten können.

Natürlich wird wieder über einen Transfer gegrummelt, Özils Berater Erkut Sögüt betonte zuletzt, dass sein Klient die "Gunners" nicht verlassen wolle. Das kann alles, muss jedoch nichts heißen. So verwundert es kaum, dass sich türkische Vereine vorsichtshalber in Stellung bringen.

Erdogan-Klub interessiert sich für Özil

"Mesut ist ein sehr wertvoller Spieler. Ich hoffe, dass sich eines Tages unsere Wege kreuzen", sagte Basaksehir-Präsident Göksel Gümüsdag bereits Ende 2018 zur "Bild"-Zeitung.

Fürs Protokoll: Basaksehir-Boss Gümüsdag ist Mitglied der Regierungspartei AKP und mit einer Nichte der Frau von Recep Tayyip Erdogan verheiratet. Özils Trikotvorstellung wäre sicher eine tolle Sache.

Video - Neuer Interessent für Mesut Özil

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