Beide Trainer gingen das Derby mit unterschiedlichem Fokus an. Arsenal, in der Liga im Niemandsland, in der Europa League mit eineinhalb Beinen im Viertelfinale (3:1 in Piräus) spielte zunächst ohne Kapitän und Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang, der aus disziplinarischen Gründen zuschauen musste. Zudem saßen Héctor Bellerín und Willian auf der Bank. Dafür starteten Alexandre Lacazette, Emile Smith Rowe und Cédric Soares.
Ganz anders sah die Aufstellung bei den Spurs aus. José Mourinho, der im Vorfeld das Derby herunterspielte, ließ seine aktuell beste Mannschaft aufs Feld. Nach dem 2:0-Heimsieg gegen Dinamo Zagreb tauschte "The Special One" gleich auf sechs Positionen. Serge Aurier, Eric Dier, Ben Davies, Moussa Sissoko, Erik Lamela und Dele Alli nahmen zunächst auf der Bank Platz. Stattdessen begannen Matt Doherty, Toby Alderweireld, Sergio Reguilón, Emil Höjbjerg, Gareth Bale und Lucas Moura.
Die Gunners kamen schwungvoll in das Derby und bestimmten von Anfang an die Begegnung. Jedoch ließ die Strafraumbesetzung bei Arsenal zu wünschen übrig, so waren die Hausherren nur durch Distanzschüsse auffällig. Smith Rowe hatte Pech, dass sein toller Weitschuss nur an die Latte klatschte (16.).
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Tottenham stand über die komplette erste Hälfte nur in der Defensive und agierte viel zu passiv. In der Offensive traten die Spurs, die ab der 19. Minute auf Heung-Min Son (Oberschenkelverletzung) verzichten musste, nicht in Erscheinung – bis zur 33. Minute: Der für Son eingewechselte Lamela traf per Traumtor zur überraschenden Führung.
Arsenal bestimmte auch nach dem Rückstand weiterhin das Spiel, war vor allem über die linke Seite mit Smith Rowe stets gefährlich. Cédric Soares traf nur den Pfosten (37.), ehe Martin Ödegaard per Flachschuss den Ausgleich besorgte (44.).
Nach dem Wiederanpfiff zeigte sich Tottenham etwas präsenter, tat in der Offensive jedoch nicht viel. Von den Stars Kane und Bale war nichts zu sehen. Arsenal tat mehr, nutzte jedoch gegen verteidigende Spurs die sich selten bietenden Räume. Ein durchaus strittiger Foulelfmeter sorgte dennoch für die verdiente Arsenal-Führung (64.).
Auch nach dem Rückstand kam von den Spurs im Derby einfach zu wenig, lediglich Lamela setzt Akzente – nun aber in negativer Hinsicht. Der Argentinier räumte erst Thomas Partey übel um, kurze Zeit später sah er nach einem Schlag in Tierneys Gesicht die Gelb-Rote Karte (76.).
Die Spurs wurden erst im Schlussviertel und in Unterzahl aktiver, Arsenal sorgte kaum noch für Entlastung – und wurde beinahe bitter bestraft. Harry Kanes Freistoß, von dem sonst nichts zu sehen war, landete am rechten Pfosten (89.), ehe Gabriel vor der Linie rettete. Arsenal brachte den prestigeträchtigen Erfolg über die Zeit.
Für beide Teams geht es am Donnerstag in der Europa League weiter. Arsenal empfängt Piräus, Tottenham muss nach Zagreb.

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Granit Xhaka (FC Arsenal): "Bis zu 75. Minute haben wir diesen Sieg zu 100 Prozent verdient. Nach der Roten Karten waren wir überraschenderweise verunsichert. Bis dahin haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht. Ein schönes Tor von Lamela, aber eine gute Leistung von uns. Dieser Sieg gibt uns Vertrauen. Wir müssen von Spiel zu Spiel schauen, so viele Punkte wie möglich holen und dann können wir auf die Tabelle schauen. Wir müssen in der Europa League Gas geben und in der Premier League schauen, wo wir stehen, wenn wir viele Spiele gewinnen."
Alexandre Lacazette (FC Arsenal): "Es ist unglaublich. Wir wollten dieses Spiel sowohl für uns als auch für die Fans gewinnen. Ich denke, sie sind glücklich, auch wenn wir sie im Stadion vermisst haben, aber es war wirklich wichtig für uns, das Derby zu gewinnen."

Das fiel auf: Wenig Feuer im Nordlondon-Derby

Für beide Vereine stand viel auf dem Spiel, immerhin ist es das größte London-Derby. Doch von Brisanz und Prestige war nicht so viel zu sehen. Zweikämpfe wurden selten hart geführt, Nickligkeiten blieben beinahe komplett aus und auch Diskussionen gab es kaum. Lediglich Lamela wurde sich der Wichtigkeit des Derbys bewusst, schlug jedoch bei seinen beiden Gelben Karten über die Stränge und hatte Glück, dass er nicht glatt Rot sah.

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Was für ein Traumtor! Erik Lamela schießt die Kugel per Rabona durch die Beine von Thomas Partey zum 1:0 ins Netz. Der Argentinier packte das Kunststück aus, als würde er sonst nie etwas anderes machen. Mit seinem ersten Saisontor stellte Lamela den Spielverlauf komplett auf den Kopf. Dieses Tor wird sicherlich in jedem Saisonrückblick erscheinen. Schon jetzt eines der Top-Highlights. Zum Sieg sollte es jedoch nicht reichen, auch, weil Lamela sich innerhalb von sieben Minuten zwei Verwarnungen abholte und seinem Team einen Bärendienst erwies.

Die Statistik: 45

Es ist eine Krux mit Tottenhams Führungen gegen Arsenal. Die Spurs ließen schon 45 Punkte nach Führung gegen die Gunners liegen. Gegen keinen anderen Gegner gab es so viele Punktverluste als gegen den großen Rivalen.
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