Das Auswärtsspiel war für Jürgen Klopp und die Reds nicht nur ein Spiel um wichtige drei Punkte im Kampf um die internationalen Plätze, sondern gleichsam eine Partie, die sich als Trendwende eignen sollte. Liverpool läuft den eigenen Ansprüchen im Liga-Business hinterher, lag vor der Partie bei 22 Punkten Rückstand auf Tabellenführer Manchester City.
Sheffield, das abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz steht und zuletzt drei Niederlagen in Folge kassierte - zuvor gelangen den Hausherren einige überraschende Punkterfolge - war gegen Liverpool klarer Underdog und ging mit einer kompakten Formation in einem 5-3-2-System ins Spiel.
Es entwickelte sich eine sehr kampfbetonte, jedoch faire Partie, in der sich Sheffield nicht versteckte und immer wieder selbst offensive Akzente setzte. Liverpool war zunächst überrascht ob der aggressiven und mutigen Gangart der Gäste und benötigte Zeit, um sich zu finden und das Spiel zu bestimmen.
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In der zehnten Minute startete der Liverpooler Offensivfußball langsam – zunächst mit einer Schusschance von Firmino aus zwölf Metern, die Sheffield-Keeper Aaron Ramsdale stark entschärfte. In der Folge spielte Ramsdale groß auf, avancierte zum Reds-Schreck auf der Linie und war immer wieder mit starken Paraden zur Stelle.
Liverpool rannte an, verbuchte und vergab eine Vielzahl an guten Torgelegenheiten, Sheffield lauerte auf rare Umschaltmomente. Doch wenn die Hausherren in die Offensive kamen, wurde es stets gefährlich. In der 36. Minute fiel die vermeintliche Führung für Sheffield. Enda Stevens spielte auf der linken Seite einen weiten Ball in den Strafraum auf Oliver McBurnie. Ozan Kabak ging in den Zweikampf und stolperte den Ball kurios aus zehn Metern ins eigene Tor. Der Treffer zählte jedoch nicht, McBurnie stand im Abseits.
Im zweiten Durchgang beendeten die Reds ihren Chancenfluch frühzeitig – bereits in der 48. Minute fiel der verdiente 1:0-Führungstreffer. Trent Alexander-Arnold setzte sich stark auf der rechten Seite durch und flankte den Ball in die Mitte, Firmino legte ihn am ersten Pfosten artistisch ab, Curtis Jones kam aus zwölf Metern zum Abschluss und verwandelte ins linke Eck.
In der Folge diktiere Liverpool das Spielgeschehen und legte in der 64. Minute nach. Firmino spielte einen Doppelpass an der Strafraumgrenze mit Sadio Mané, zog in die rechte Strafraumhälfte ein, umspielte vier Sheffield-Verteidiger sehenswert und lupfte die Kugel anschließend aus zwölf Metern über Ramsdale hinweg in die Maschen. Ein überragender Treffer – und die Entscheidung in diesem Duell.

Die Stimmen:

Curtis Jones (FC Liverpool): "Es war eine schwierige Zeit für das Team und mich, doch jetzt bin ich froh, dass ich getroffen habe und ich möchte dieses Tor Alissons Vater widmen. Möge er in Frieden ruhen - und wenn du das siehst, Alisson, das ist für dich!"
Jürgen Klopp (Teammanager FC Liverpool): "Ich denke, Roberto Firmino hätte einen Hattrick erzielen können und das zeigt, wie viele Chancen wir hatten. Wenn wir nach vorne gespielt haben, konnte Sheffield unser Tempo nicht mitgehen. Wir müssen weiter dominant bleiben und mit der Situation umgehen."

Der Tweet zum Spiel:

Sheffield-Keeper Ramsdale war überragender Akteur bei den Hausherren.

Das fiel auf: Noch kein Magier

Nach seinem Wechsel vom FC Bayern München wurde Thiago postwendend als Heilsbringer in Liverpool gefeiert, als das fehlende Puzzleteil im Mittelfeld der Reds und zukünftiger Taktgeber zu großen Erfolgen. Allerdings fällt das Thiago-Zwischenfazit sehr ernüchternd aus – für beide Seiten. LFC-Coach Klopp ist während der Spiele immer wieder damit beschäftigt, seinem Mittelfeldspieler die richtigen Lauf- und Aktionswege aufzuzeichnen und ihn zu berichtigen - so auch gegen Sheffield.
Der Spanier zeigt sich überraschend zurückhaltend, strahlt nicht die Souveränität wie zu seinen Bayern-Zeiten aus und leistet noch nicht annähernd das, was von ihm erwartet wird: Kreativität, Leichtfüßigkeit und Spielkontrolle. Die Mission Liverpool ist für Thiago noch absolut kein Selbstläufer, doch der Mittelfeldmann bringt das Potenzial mit, um sich auch im englischen Fußball durchzusetzen.

Die Statistik: 20

Vor genau 20 Jahren startete Jürgen Klopp seine Trainerkarriere - damals beim 1. FSV Mainz 05. Im ersten Spiel ging es gegen den MSV Duisburg, Klopp und sein Team gewannen 1:0. Es war der Startschuss zu einer großartigen Karriere.
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