Die Partie war in der ersten Halbzeit rasant. Zu Beginn hatte Liverpool Glück, dass Leicester nach einem Handspiel von Joel Matip keinen Elfmeter zugesprochen bekam. Danach waren die Gastgeber aber die deutlich bessere Mannschaft. Nach einem Pass von Sadio Mané kam Curtis Jones (9.) in guter Position zum Abschluss. Kasper Schmeichel parierte stark. Kurz danach prüfte Diogo Jota mit einem guten Distanzschuss Schmeichel erneut (12.).

Es war dann aber ein Spieler der Gäste, der die Führung für Liverpool erzielte. Nach einer Ecke fiel der Ball auf den Kopf von Jonny Evans – der Innenverteidiger erzielte so ein Eigentor (21.). Kurz danach hätte Harvey Barnes nach einem starken Pass von Jamie Vardy von der linken Seite ausgleichen können, er schoss acht Meter vor dem Tor aber vorbei. In der 34. Minute schlenzte James Justin den Ball knapp am Tor vorbei. Kurz vor dem Halbzeitpfiff erhöhte Jota (41.) mit einem Kopfball nach einer perfekten geschlagenen Flanke von Andrew Robertson zum 2:0 für Liverpool.

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Nach Wiederanpfiff begann der FC Liverpool so stark, wie er auch im ersten Durchgang gespielt hatte. Die Reds blieben spielbestimmend, hielten Leicester durchgängig vom eigenen Tor weg und hatten einige Torchancen. Jota schoss nach einer starken Robertson-Flanke übers Tor (46.), Mané schlenzte frei auf die lange Ecke und scheiterte an Schmeichel (54.) und auch Jotas Schuss aufs kurze Eck wurde von Schmeichel pariert (57.).

Einziger Wermutstropfen in diesem Spiel für Liverpool: Naby Keita musste in der 54. Minute wegen einer Oberschenkelverletzung ausgewechselt werden. Doch auch von dieser Auswechslung ließen sich die Gastgeber nicht aus dem Rhythmus bringen. In der 76. Minute traf Firmino nur den Pfosten, auch der Nachschuss von Mané ging ans Gebälk. Die endgültige Entscheidung lieferte dann Firmino mit einem Kopfballtreffer nach einer Ecke von James Milner (86.). Es war der Schlusspunkt einer ungemein souveränen Leistung von Jürgen Klopps Liverpool, die damit mit Tottenham Hotspur an der Tabellenspitze gleichziehen.

Die Stimmen:

Diogo Jota (FC Liverpool): "Wir haben heute ein sehr gutes Spiel gezeigt, haben kein Gegentor kassiert, aber sogar mehr Treffer erzielen können. Mein Tor war ein gutes Beispiel für unser gutes Mannschaftsspiel. Wir haben uns heute im Ballbesitz wohlgefühlt. Ich bin stolz auf den Rekord, ich will dem Team einfach helfen und freue mich, ein Teil des Ganzen zu sein. Der Sieg war wichtig, es sind viele Spiele, von daher ist es wichtig, jetzt schon viele Punkte zu sammeln und Spiel für Spiel zu gewinnen.

Christian Fuchs (Leicester City): "Ich habe im Zweikampf mit Jota einen Tritt abbekommen, aber dann die Zähne zusammengebissen. Ich denke, dass wir vor allem in der ersten Halbzeit zu passiv gespielt haben. In der zweiten Halbzeit waren wir besser im Spiel und haben mutiger nach vorne gespielt. Das 3:0 spricht eine klare Sprache, aber davon lassen wir uns nicht unterkriegen, dieses Ergebnis wird die Saison nicht entscheiden. Unser Tabellenplatz ist gut, wir haben viel Qualität in unseren Reihen. Das Ergebnis von heute ist eine Momentaufnahme, wir wissen, dass wir besser spielen können.“

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Unsichtbarer Vardy

Jamie Vardy war in der bisherigen Saison in der Premier League einer der besten Spieler. Acht Tore erzielte der Stürmer in sieben Spielen. Vor allem mit einer bärenstarken Effizienz überzeugte der 33-Jährige. Jeder zweite Schuss von ihm fand den Weg ins Netz, kein Stürmer in der Premier League braucht weniger Chancen und Ballkontakte. Gegen Liverpool war Vardy aber überhaupt nicht zu sehen, die Defensive der Reds nahm ihn nahezu komplett aus dem Spiel. In der ersten Halbzeit hatte der Stürmer nur zehn Ballkontakte, wovon nur eine wirklich gute Aktion dabei war. Sein Pass auf Harvey Barnes sorgte für eine gute Chance für die Gäste. Auch im zweiten Durchgang hatte der Stürmer wie seine Teamkollegen auch fast keine Offensivaktion und blieb über 90 Minuten unsichtbar. Vardy spielte insgesamt nur elf Pässe im ganzen Spiel.

Die Statistik: 4

Das gelang vor ihm in der ruhmreichen Historie des FC Liverpool noch niemandem: In seinen ersten vier Premier-League-Heimspielen erzielte Diogo Jota in jedem Spiel ein Tor. Das verdeutlicht: Dieser Transfer hat selbst dem Starensemble des FC Liverpool einen neuen Impuls gegeben. Jota bewegte sich auch gegen Leicester sehr clever, war oft anspielbar, kreierte viele Chancen und erzielte – was seinen Rekord ermöglichte – auch selbst einen Treffer. Über das gesamte Spiel hinweg konnten die Gäste den Portugiesen nicht in den Griff bekommen. Der Rekord mache ihn stolz, wie er nach dem Spiel im Interview sagte, es sei schön, Teil des Ganzen zu sein. Genau so sieht auch sein Spiel derzeit aus: Individuelle Qualität, die dem Mannschaftsspiel zugutekommt.

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