Am 23. April 2017 verlor der FC Liverpool 1:2 an der Anfield Road gegen Crystal Palace. Es sollte die letzte Heimniederlage für drei Jahre und 273 Tage sein.
68 Spiele blieb der LFC ohne Niederlage an der Anfield Road - die fünftlängste Heimserie, die es im europäischen Fußball jemals gab.
Am 21. Januar 2021 endete der sensationelle Lauf mit einer überraschenden 0:1-Pleite gegen den FC Burnley.
Premier League
War's das mit der Meisterschaft? Liverpool schreibt Titel ab
04/02/2021 AM 00:34
Eine Niederlage, die sich nach zuvor drei sieglosen Premier-League-Spielen ein Stück weit angedeutet hatte und der nur zwölf Tage später sogar die zweite Heimpleite in Serie folgen sollte.

FC Liverpool: Vierte Titelchance verspielt!?

"So, wie es momentan aussieht, sind wir nicht Teil des Titelkampfs", resümierte Linksverteidiger Andy Robertson am Mittwoch nach der 0:1-Pleite gegen den Tabellensiebzehnten Brighton and Hove Albion und forderte: "Wir müssen wieder zu dem Liverpool werden, was jeder kennt."
In der Tat sieht sich das Team von Welttrainer Jürgen Klopp derzeit alles andere als ähnlich. Seit vier Spielen sind die Reds auf eigener Wiese ohne Sieg (zwei Niederlagen, zwei Remis), in der Tabelle rutschte man innerhalb von nur vier Wochen von der Spitze bis auf Rang vier ab.

James Milner vom FC Liverpool

Fotocredit: Getty Images

Nach dem verpassten Community Shield und dem Aus im FA Cup und Carabao Cup ist eine Titelverteidigung in der Premier League inzwischen in weite Ferne gerückt. Realistisch betrachtet ist sie gar nicht mehr da - gerade wenn man bedenkt, wer der nächste Gegner an der Anfield Road ist.
Mit Pep Guardiola und Manchester City ist der Tabellenführer zu Gast - und der präsentiert sich aktuell in überragender Form, pflügt gerade nach Belieben durch die Liga. Neun Siege in Serie spülten die Skyblues, die nach einem schwachen Saisonstart nach zehn Spieltagen nur auf Rang neun positioniert waren, an die Tabellenspitze.
Wettbewerbsübergreifend ist City seit 13 Spielen ungeschlagen, Liverpool ist schon sieben Punkte zurück - und Man City hat noch ein Spiel mehr in der Hinterhand.

Liverpool muss Saisonziele korrigieren

Wie bei so vielen Top-Klubs in Europa verläuft die von der Corona-Pandemie überschattete Spielzeit auch für Liverpool in merkwürdigen Bahnen. Es fehlt die Frische, es fehlen die Fans - nichts ist normal und deswegen müssen Teams in allen Topligen ihre Ziele für die Saison justieren.
Für den LFC bedeutet das, die Meisterschaftsambitionen zu begraben. Das könnte immerhin den positiven Nebeneffekt haben, die Konzentration auf das neue Primärziel zu lenken: Die Champions-League-Qualifikation.

Trent Alexander-Arnold und Andy Robertson vom FC Liverpool

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Die finanziellen Einbußen durch Corona sind in jedem Klub spürbar. Umso wichtiger ist es, Planungssicherheit durch die Millionen aus der Königsklasse zu erlangen. Zumal auch das Erreichen der ersten vier Plätze in England alles andere als ein Selbstläufer ist.
Neben den üblichen Verdächtigen aus Manchester sind auch Stadtrivale Everton, Leicester City, der FC Chelsea und Tottenham in der Verlosung um die Champions-League-Plätze. Überraschungsteam West Ham United, aktuell Fünfter, und der FC Arsenal, der nach nur einer Niederlage in den letzten acht Ligaspielen (fünf Siege, zwei Remis) zur Aufholjagd angesetzt hat, muss man ebenfalls auf der Rechnung haben.

Klopp hat die Zeichen der Zeit erkannt

"Für mich wirkte das Team heute - und es ist lange her, dass wir so ausgesehen haben - müde, geistig müde, und das führt auch zu nicht den besten Beinen", beklagte sich Klopp nach dem ernüchternden Auftritt gegen Brighton. Es war nebenbei bemerkt das erste Mal, dass der 53-Jährige als Trainer des FC Liverpool die Anfield Road in zwei aufeinanderfolgenden Spielen als Verlierer verließ.
Klopp hat die Zeichen der Zeit erkannt. Er weiß, wie schwierig es werden wird, in diesem Jahr noch ins Titelrennen einzugreifen. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr hatte Liverpool nach 22 Spieltagen sensationelle 64 Punkte auf dem Konto - aktuell sind es deren 40.

Klopp angefressen: "Waren nicht gut genug"

Öffentlich die weiße Fahne hissen, ist jedoch überhaupt sich sein Ding. Schon gar nicht vor dem Duell mit seinem langjährigen Rivalen Pep Guardiola am Sonntag (ab 17:30 Uhr im Liveticker). "Ja, oh mein Gott, wir wollen Meister werden", betonte der ehemalige BVB-Coach deshalb angriffslustig, wenn auch spürbar sarkastisch.
Aktuell gehe es eben vornehmlich um andere Dinge. Es geht rein um drei Punkte, denn: "Der Abstand ist im Moment nicht interessant. Was wir beeinflussen können, sind die nächsten Spiele."
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