Eigentlich sah vieles danach aus, als würde der FC Liverpool eine ähnlich erfolgreiche Saison spielen können wie die vergangene, in der der erste Meistertitel seit 30 Jahren gelang. Noch zum Jahreswechsel standen die Reds auf Platz eins der Premier League.
Es folgte ein historischer Einbruch, der Liverpool sogar aus den Champions-League-Rängen spülte. Aus der ersten Heimniederlage nach fast vier Jahren wurden vier Heimpleiten in Folge - eine Negativserie, die es so seit fast 100 Jahren nicht mehr gegeben hatte.
Es ist eine Situation, die auch Trainer Jürgen Klopp in seiner langen Trainerlaufbahn so noch nie erlebt hat. "Die meisten Probleme sind ein Resultat der Verletzungssituation", erklärte Klopp im Interview mit "Sky Sports UK" und ergänzte: "In diesem Jahr sehen wir uns komplett neuen Problemen ausgesetzt. Ich habe noch nie in meinem Leben - und ich mache den Job seit 20 Jahren - jede Woche die Abwehrreihe ändern müssen."
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Tatsächlich fielen in dieser Spielzeit immer wieder Leistungsträger, gerade in der Innenverteidigung, aus. Bisher war Klopp dazu gezwungen, 18 (!) verschiedene Kombinationen an Innenverteidigern aufzubieten.

Klopp: Fehlende Stabilität in der Defensive schlägt sich auf die Offensive nieder

Den Kritikern, die sagen, dass die Verletzungen eine Ausrede sein, entgegnete Klopp: "Das könnte mich nicht weniger interessieren. Wir benutzen es nicht als Entschuldigung, aber wenn Sie mich fragen, dann ist das die Erklärung, warum sich die Dinge verändert haben."
Durch diesen Umstand fehlen Klopp die Möglichkeiten, an den Details zu arbeiten und sein Team aufeinander abzustimmen. "Das betrifft oft die Defensive. Man arbeitet daran, aber es ist etwas, das man nicht zu sehr ändert, weil in der Verteidigung Stabilität sehr wichtig ist. Und wir mussten unsere Abwehr zu oft ändern, um diese Art von Stabilität zu bekommen. Das ist die Wahrheit", so Klopp.
Im Gegenzug schlägt sich das auf die Offensive nieder, weil die Spielanlage geändert werden muss. "Das hat uns den offensiven Spielfluss gekostet. An diesem Punkt, haben wir nicht mehr so viele Chancen kreiert."

Klopp sieht Aufwärtstrend

Allerdings sieht Klopp in den vergangenen Wochen einen Aufwärtstrend: "Jetzt spielen wir wieder guten Fußball. Wir kreieren die Chancen, aber wir treffen noch nicht."
Der Zusammenhalt im Klub sei aber ein wichtiger Aspekt, um aus der Krise herauszukommen. "Wir sind nicht sauer aufeinander und zeigen mit dem Finger auf einander. Wir sind eine Einheit - zu 100 Prozent", stellte Klopp klar.
Auch persönlich habe der Deutsche aus der Situation gelernt, wie er erklärte: "Ich bin in dieser Saison ein viel besserer Trainer geworden, weil man sich normalerweise nicht mit solchen Dingen beschäftigen muss und jetzt denke ich konstant darüber nach."
Am Donnerstag hat Klopp mit seiner Mannschaft die Chance, die Trendwende zu schaffen, wenn der FC Chelsea an der Anfield Road zu Gast ist.
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