Im Topspiel des 35. Spieltags der Premier League hätten die Citizens im Falle eines Sieges den Meistertitel vorzeitig klar machen können. Im vorweggenommenen Champions-League-Endspiel, in dem sich City ebenfalls mit dem FC Chelsea auseinandersetzen muss, sorgte ein Foul von Raheem Sterling für den ersten "Höhepunkt".
Der Engländer legte sich den Ball etwas zu weit vor, Timo Werner spritzte dazwischen, woraufhin der Deutsche von Sterling mit offener Sohle am rechten Fußgelenk getroffen wurde. Anthony Taylor zückte die Gelbe Karte (13.). Über einen frühen Platzverweis hätten sich die Citizens jedoch auch nicht beschweren dürfen.
Immer wieder unterbrachen Fouls im Mittelfeld den Spielfluss, was neben der taktischen Disziplin der beiden Mannschaften dazu beitrug, dass Torabschlüsse Mangelware waren.
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Nach einer halben Stunde nahm die Partie dann etwas Fahrt auf. Erst leitete Werner einen Schuss von Reece James aus Abseitsposition ins Tor von Ederson weiter (32.), dann verpasste der Deutsche mit einem Schlenzer knapp das 1:0 (33.). Auf der Gegenseite gab Sterling in der 35 Minute den ersten Schuss auf das Tor der Gäste ab, doch der Volley-Versuch war kein Problem für Edouard Mendy, der nach rechts abtauchte und sicher zupackte (35.).
Als beide Teams sich schon auf ein torloses Remis zur Pause eingestellt hatten, überschlugen sich die Ereignisse: In der 44. Minute kam ein langer Ball auf Gabriel Jesus durch, der von einem Patzer von Andreas Christensen profitierte. Der Brasilianer konnte von rechts ungestört in die Mitte querlegen, wo Sergio Aguero zwar verpasste, Sterling dann aber zur Stelle war und die Führung markierte (44.).
Nur Momente später brachte Chelsea-Youngster Billy Gilmour Citys brasilianische Stürmer durch einen leichten Kontakt im Strafraum zu Fall - Taylor zeigte auf den Punkt. Sergio Aguero trat an und lupfte den Ball lässig in die Mitte. Mendy hatte den Braten gerochen, blieb stehen und fing den Ball problemlos - Chance vertan, danach war Pause (45.+3).
Der Start in die zweite Hälfte war dann ebenfalls verhalten. Erst in der 63. Minute ereignete etwas Nennenswertes - und zwar ein Treffer für die Gäste: Nach einem Ballverlust von Rodri im Mittelfeld ging es schnell: Cesar Azpilicueta spielte Hakim Ziyech im Zentrum an, der den Ball trocken aus 18 Metern mit links im unteren rechten Eck unterbrachte - 1:1 (63.).
Zehn Minuten später verpasste Werner per Grätsche - nach einer flachen Hereingabe von James - die Kugel nur um Haaresbreite und somit auch das 2:1 für die Blues (73.). Die Tuchel-Elf wollte nun das 2:1, wurde aber durch Anthony Taylor zwei Mal zurückgepfiffen. Sowohl Werner als auch der eingewechselte Callum Hudson-Odoi hatten jeweils aus Abseitspositionen getroffen (80./81.).
Aber auch City lebte noch und wollte durch einen späten Siegtreffer die vorzeitige Meisterschaft klar machen, doch Kurt Zouma blockte in letzter Sekunde einen Schuss von Sterling (82.), dann setzte Phil Foden eine Hereingabe von Ilkay Gündogan nur knapp am langen Pfosten vorbei (85.).
Wie schon in Durchgang eins ging es in der Schlussphase hoch her: Antonio Rüdiger schickte Marcos Alonso mit einem überragenden Schnittstellenpass aus der eigenen Hälfte auf die Reise, doch der Spanier scheiterte mit seinem Lupfer aus halblinker Position an Ederson (89.).
Drei Minuten später machte es der Spanier dann besser: Bei einem Querpass von Werner stand der 30-Jährige goldrichtig und schaufelte die Kugel aus wenigen Metern zum späten 2:1 über die Linie (90.+2)!
Kurz darauf war Schluss. Durch den Auswärtssieg in Manchester vertagt Chelsea die endgültige Entscheidung in der Meisterschaftsfrage vorerst.

Die Stimmen:

Thomas Tuchel (Trainer FC Chelsea): "Man hat gesehen, dass wir nach dem Champions-League-Spiel unter der Woche ein bisschen müde waren. Wir haben anfangs zu schnell und zu oft den Ball verloren, sind dann aber nach und nach besser geworden. Es war in der ersten Hälfte eigentlich ein typisches 0:0-Spiel, dass wir am Ende beinahe mit 0:2 verloren hätten. Mendy hat aber zum Glück Agueros Strafstoß pariert und uns damit am Leben gehalten. Im zweiten Abschnitt haben wir nach dem Ausgleich die zweite Luft gekriegt und sind auf das 2:1 gegangen. Am Ende haben wir uns belohnt und gewonnen, was uns mit Sicht auf das Finale in der Champions League natürlich enormes Selbstvertrauen gibt."
Pep Guardiola (Trainer Manchester City): "Es war ein hartes Spiel gegen einen Top-Gegner. Wir haben nicht schlecht gespielt, allerdings war unsere Chancenverwertung nicht gut - wie z.B. bei Agueros Panenka-Elfmeter. Letztendlich ist es seine Entscheidung, wie er den Elfmeter schießt. Er muss schlussendlich die Konsequenzen tragen. In 21 Tagen bekommen wir eine neue Chance gegen Chelsea, wir müssen von heute lernen und brauchen nach wie vor drei Punkte, um die Meisterschaft zu gewinnen."

Der Tweet zum Spiel:

Tuchel darf weiter jubeln! Nach dem Einzug ins Finale der Königsklasse schlägt der deutsche Erfolgscoach Pep Guardiolas Manchester City bereits zum zweiten Mal in seiner noch kurzen Amtszeit. Bereits im Halbfinale des FA-Cups hatten die Blues durch ein 1:0 die Oberhand behalten. City ist gewarnt für das Endspiel um die europäische Krone.

Das fiel auf: Sterling zwei Mal im Glück, Chelsea bleibt beharrlich und belohnt sich

Pep Guardiola experimentierte taktisch und schickte seine Mannschaft in einer Art 3-3-3-1-System auf den Platz. Joao Cancelo, Benjamin Mendy und Rodri bildeten eine Sechser-Reihe vor der Abwehr. Auf diese taktische Ausrichtung mussten sich die Gäste aus London erst einmal einstellen, dennoch fand die gut strukturierte Defensive der Tuchel-Elf schnell die eigene Ordnung wieder.
Sterling hatte in der 13. Spielminute nach einem bösen Foul an Werner Glück, nicht des Feldes verwiesen worden zu sein. Eine knappe halbe Stunde markierte dann ausgerechnet der quirlige Engländer die Führung für die Hausherren.
Nach dem Seitenwechsel agierte der Tabellenführer aus Manchester ungewohnt eindimensional, was auch daran lag, dass man im einen ungewohnten System ohne diverse Stammkräfte und Ideengeber wie Riyad Mahrez oder Kevin de Bruyne spielte.
Chelsea wirkte dynamischer und zielstrebiger und ließ sich trotz drei Abseits-Treffern nicht demoralisieren und belohnte sich in der Nachspielzeit für die leidenschaftliche Leistung nach der Pause.

Die Statistik: 3

Gleich drei Treffer der Gäste wurden - zu Recht - durch das Schiedsrichter-Gespann um Anthony Taylor aufgrund von Abseits-Positionen aberkannt. Letztendlich reichte ein Last-Minute-Treffer den Londonern aber doch noch zum späten Sieg.
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