Es waren erst wenige Sekunden gespielt, da rappelte es beinahe. Der ehemalige RB-Leipzig-Kicker Oliver Burke wurde von Oliver McBurnie per Vertikalpass bedient, entwischte Antonio Rüdiger und schoss wenige Meter innerhalb des Strafraums aus zentraler Position ans Außennetz.
Anschließend lief der Ball bei den Blues gut, allerdings schafften es diese nur selten, ins vordere Drittel einzudringen. Sheffield überzeugte kollektiv mit toller Defensivarbeit. Das Premier-League-Schlusslicht ließ lange keine zwingenden gegnerischen Torchancen zu und kam im ersten Abschnitt selbst nur zweimal zum Abschluss.
Wenige Minuten vor dem Pausenpfiff ging eine starke Kombination der 1:0-Führung der Londoner voraus. Ben Chilwell steckte vertikal auf Timo Werner durch, der in der linken Sechzehnerhälfte die Übersicht bewahrte, indem er flach ins Zentrum auf Mason Mount ablegte. Dieser schob per Direktabnahme rechts unten zum 1:0 ein (43.).
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In der Anfangsphase der zweiten Halbzeit wurden sich einige individuelle Fehler geleistet, die allesamt bestraft wurden. In der 54. Minute suchte McBurnie Burke links in der Box mit einem Steckpass. Edouard Mendy machte einige Schritte aus seinem Kasten. Rüdiger versuchte, zu diesem zu passen, legt den Ball jedoch am Schlussmann vorbei zum 1:1 ins eigene Tor.
Zwei Minuten später schnappte sich Werner den Ball nach einem zu kurz geratenen Rückpass von Kean Bryan und drang in hohem Tempo in die rechte Strafraumhälfte ein. Dort brachte ihn der heranstürzende Keeper Aaron Ramsdale zu Fall. Das Spiel lief zunächst weiter, dann hatte Schiedsrichter Kevin Friend allerdings Kontakt mit dem Video-Assistenten und entschied nach einem Blick auf den Monitor auf Foulelfmeter. Diesen verwandelte Jorginho zum 2:1 (58.).
Nach dem erneuten Führungstreffer für die Gäste spielte sich das Geschehen hauptsächlich zwischen den Strafräumen ab. In einer Partie mit ohnehin schon relativ wenigen Tormöglichkeiten ereigneten sich bis in die Nachspielzeit kaum erwähnenswerte Offensivszenen, ehe der eingewechselte Billy Sharp in seiner 600. Premier-League-Partie wenige Sekunden vor dem Ende per Fallrückzieher vergab (90.+6).

Die Stimmen:

Chris Wilder (Trainer Sheffield United): "Wir wussten, dass sie über 75-80% Ballbesitz haben würden und dachten, dass die Form gut ist. Wir können auf das Tor blicken und denken, dass wir bestimmte Dinge hätten tun können, aber aus ihrer Sicht ist es ein tolles Tor. Wir kommen immer wieder in solche Situationen, aber leider finden wir nicht die Qualität, um in Führung zu gehen. Wir kommen zurück ins Spiel und sind unglaublich enttäuscht, weil wir in dieser Liga so hart arbeiten müssen. Und es ist wirklich enttäuschend, dass wir uns das selbst zuzuschreiben und ihnen das Tor schenken."
Thomas Tuchel (Trainer FC Chelsea): "Wir kommen im Februar in Sheffield an - da weiß man, was einen erwartet. Es fühlt sich an wie ein Pokalspiel, wenn man hier ankommt. Gegen eine Mannschaft, die voller Energie und sehr direkt und physisch ist, muss man akzeptieren, dass nicht alle Momente im Spiel einfach sind. Wir sind die ganze Zeit über positiv geblieben, auch wenn wir einige schwierige Momente zu überwinden hatten. Insgesamt ein verdienter Sieg, mit dem wir sehr zufrieden sind. Das gibt uns Selbstvertrauen und es ist immer einfacher, weiterzumachen."
Timo Werner (FC Chelsea): "Für mich selbst, ja, wieder kein Tor. Aber ich freue mich, dass ich der Mannschaft auf andere Weise helfen kann: Zwei Assists. Als Stürmer will man Tore machen - ich hatte noch nie so eine lange Phase in meiner Karriere (Anm. d. Red.: beim VfB Stuttgart blieb er länger ohne Treffer), aber man muss weitermachen und die Tore werden kommen."

Der Tweet zum Spiel:

Mount schoss sein zehntes Premier-League-Tor im Chelsea-Dress - und das im Alter von 22 Jahren und 28 Tagen. Jünger war beim Knacken dieser Marke bisher nur ein Akteur: Arjen Robben mit 21 Jahren und 342 Tagen.

Das fiel auf: Obwohl Giroud auf dem Feld war, netzte Mount aus dem Spiel heraus

Vor dieser Partie standen bei den Blues in der laufenden Premier-League-Saison 36 geschossene Tore auf der Habenseite. Stand Olivier Giroud in diesem Wettbewerb in der Spielzeit 20/21 auf dem Rasen, wurden, bis auf ein Tammy-Abraham-Tor gegen West Bromwich Albion, alle Chelsea-Treffer, die nicht nach Standardsituationen, sondern aus dem Spiel heraus, fielen, durch den französischen Weltmeister von 2018 erzielt. Gegen Sheffield United war dieser Teil der Anfangself. Es war sein zwölfter Einsatz in dieser Saison - in diesem Wettbewerb. Nach drei Toren in elf Spielen ging Giroud diesmal leer aus. Anders als sein Mannschaftskollege Mount, der am Ende einer tollen Kombination den 1:0-Führungstreffer besorgte.

Die Statistik: 11 aus 13

Der FC Chelsea siegte in seinen jüngsten 13 Ligapartien, in denen es gegen den Tabellenletzten ging, elfmal. Lediglich im Oktober 2017 (1:2 gegen Crystal Palace) sowie im September vergangenen Jahres (3:3 bei West Bromwich) reichte es nicht für einen Dreier.
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