Mit versteinerter Miene stand Thomas Tuchel nach der 0:1-Niederlage im Stadtderby gegen den FC Arsenal vor den Fernsehkameras. Im Vergleich zum Auswärtssieg bei Meister Manchester City hatte er die Mannschaft auf sieben Position verändert. Eine Entscheidung, für die Tuchel nach der Begegnung die Verantwortung übernahm: "Ich bin nicht glücklich mit meiner Aufstellung, zu viele Wechsel."
Die Niederlage im Stadtderby war wettbewerbsübergreifend erst die dritte Pleite für Tuchel, seit er im Januar die Zügel von Frank Lampard übernommen hatte. Seither führte der 47-Jährige die Blues in das Endspiel der Königsklasse, das Finale des FA Cups und in der Premier League vom neunten Platz bis in die Top vier.
Trotzdem ist der Einzug in die Königsklasse für die Blues alles andere als in trockenen Tüchern: Durch die jüngste Niederlage verlor Chelsea Rang drei an Leicester City. Kurios: Bevor Leicester am kommenden Dienstag in der Premier League an der Stamford Bridge gastiert, treffen beide Klubs am Samstag im Wembley-Stadion im Finale des FA Cups aufeinander.
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Tuchel hat damit knapp vier Monate nach seiner Amtsübernahme die Chance auf seinen ersten Titel in England.

Fängt Klopp Tuchel noch ab?

Trotz aller Final-Euphorie: Der Saisonerfolg hängt maßgeblich davon ab, ob Chelsea eine Top-Vier-Platzierung in der Premier League und die damit verbundene Qualifikation für die Champions League erreicht. Auch wenn die Londoner seit fünf Spieltagen auf einem der Qualifikationsränge platziert sind, meinte Tuchel: "Es war immer ein großer Kampf, es hat sich nie wie eine Befreiung angefühlt."
Zusätzlich rollt von hinten ein deutscher Trainerkollege heran. Durch den 4:2-Auswärtssieg bei Manchester United katapultierte sich Jürgen Klopp mit dem FC Liverpool zurück in den Kampf um die vorderen Ränge.
Die Reds liegen nur noch vier Punkte hinter Chelsea und haben ein Spiel weniger absolviert. "Es war dringend notwendig", sagte Klopp nach dem Sieg im Old Trafford, "wir sind immer noch im Rennen." Im Schlussspurt der Saison ziehen die Reds noch einmal die Zügel an: Seit knapp zwei Monaten hat Liverpool kein Ligaspiel mehr verloren.

Chelsea-Coach Thomas Tuchel

Fotocredit: Getty Images

Auch das Restprogramm spricht für die Mannschaft von Klopp: Mit West Bromwich Albion, dem FC Burnley und Crystal Palace trifft man nur noch auf Teams aus der unteren Tabellenhälfte.
Umso wichtiger wäre es für den FC Chelsea, nicht nur das Liga-Heimspiel gegen Leicester zu gewinnen, sondern auch am letzten Spieltag beim Elften Aston Villa drei Punkte einzufahren. Ansonsten droht Tuchel, dass ihn Landsmann Klopp auf der Zielgeraden den Champions-League-Startplatz noch abluchst.

Chelsea und Tuchel haben es in der eigenen Hand

Dann gäbe es nur noch einen anderen möglichen Weg in die Königsklasse: Sollte Chelsea im Champions-League-Finale am 29. Mai gegen Manchester City den Henkelpott gewinnen, qualifiziert sich die Mannschaft automatisch für die kommende CL-Saison. Das Endspiel in Porto ist für Tuchel also aus zweierlei Sicht elementar.
Für den Schwaben wäre es zudem der größte Titel seiner Karriere. In der vergangenen Saison hatte er mit Paris Saint-Germain im Endspiel noch das Nachsehen gegenüber dem FC Bayern.
Um die hervorragende erste Halbserie von Tuchel in England zu veredeln, braucht es für Chelsea im Vergleich zur Niederlage gegen den FC Arsenal in den letzten Spielen aber eine deutliche Leistungssteigerung. "Das ist vielleicht der letzte Weckruf für uns alle", warnte Tuchel.
Ein Weckruf auch für den Trainer, die Rotation in den verbleibenden vier Begegnungen wieder zurückzufahren und auf bewährtes Personal zu setzen. Denn bei aller Tristesse nach dem verlorenen Stadtderby wusste Tuchel auch: "Es liegt immer noch in unseren Händen."
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