Timo Werner fielen nach dem Ende seiner quälend langen Durststrecke ganze Felsbrocken vom Herzen. "Ich bin sehr glücklich, weil es nicht die einfachste Saison für mich ist", sagte der Nationalspieler über seinen goldenen Treffer zum 1:0 (1:0)-Sieg für den FC Chelsea im Champions-League-"Finale" beim Londoner Stadtrivalen West Ham United. Und das war noch maßlos untertrieben.
Werner durchlebt die sportlich wohl schwierigste Phase seiner Karriere. Sein Tor gegen die Hammers (43.) war erst sein sechstes in der Premier League seit dem Wechsel von Leipzig zu Chelsea im vergangenen Sommer, das erste seit 15. Februar und erst das dritte in den jüngsten 32 (!) Spielen.
"Jedes Tor macht das Stürmerleben leichter", meinte Werner, und er wusste auch, bei wem er sich zu bedenken hatte: Teammanager Thomas Tuchel. "Es fällt dem Trainer schwer, an dich zu glauben, wenn die Mannschaft immer gewinnt, aber du als Stürmer nicht so oft triffst, wie du solltest", sagte er, "aber er glaubt immer an mich und lässt mich immer wieder ran." Dieses Vertrauen versuche er "zurückzugeben".
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Tuchel antwortete mit einem Sonderlob. "Ich habe ihn sehr stark gesehen", sagte er und würdigte Werner als Ballverteiler ("sehr gut!"), dessen taktisches Verhalten sowie sein "gutes Timing" bei Tiefenläufen. Aber, betonte Tuchel streng: "Er muss weiter treffen. Nichts hilft mehr als Tore!"

Wichtiger Schritt im Champions-League-Kampf

Im Kampf um Champions-League-Platz vier, den die Blues nun drei Punkte vor den Hammers und vier vor Jürgen Klopps FC Liverpool halten. Und um den Finaleinzug in der Königsklasse mit dem Halbfinal-Hinspiel am Dienstag bei Real Madrid, das Tuchel nach dem "großen Sieg" mit einem "guten Gefühl" angeht.
Doch welcher Werner, fragte das Boulevardblatt "Sun", spielt in Madrid? Der eiskalte Torjäger, der zum Sieg traf, oder "das Nervenbündel", das eine Riesenchance vergab (55.), wie neulich im DFB-Dress gegen Nordmazedonien.
Er habe "viel gelernt" im ersten Jahr auf der Insel, bekannte Werner. Etwa, "dass Tore nicht alles sind", wenn der Teamerfolg stimmt. Aber auch, dass es "harte Arbeit ist, in der Premier League zu treffen" - anders als noch mit Leipzig in der Bundesliga.
Eine Erfahrung, die derzeit auch Klopp macht. "Chancen wie verrückt", hätten seine Reds beim ernüchternden 1:1 (1:0) gegen Newcastle United vergeben. Doch nach dem 20. Saisontreffer von Mohamed Salah (3.) kassierte das zweitschwächste Heimteam der Liga durch Joe Willock (90.+5) mal wieder spät den bitteren Ausgleich. Klopp verspürte "150 Prozent Frustration" und schimpfte: "Wir haben nicht so gespielt, als ob wir die Champions League verdienen."
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(SID)

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