In einer an Torchancen armen ersten Halbzeit war Chelsea die spielbestimmende Mannschaft. Phasenweise hatte das Team von Trainer Tuchel 70 Prozent Ballbesitz. Chelsea kombinierte sicher durchs Mittelfeld, Tottenham konzentrierte sich aufs Verteidigen – weil Chelsea aber auch ein starkes Gegenpressing betrieb, kam Tottenham selten in die gegnerische Hälfte.
In der 8. Spielminute hatten die Gastgeber einen Konter, bei dem Carlos Vinícius Heung-min Son besser bedienen hätte können. Ansonsten kam in der ersten Halbzeit von den Spurs wenig.
Ab Mitte des ersten Durchgangs versuchte Chelsea mit mehr Pässen in die Tiefe zum Erfolg zu kommen. César Azpilicueta schickte aus der eigenen Hälfte Timo Werner im Strafraum. Tottenhams Verteidiger Eric Dier wollte am Boden liegend Werner den Ball vom Fuß stibitzen, traf den Deutschen aber am Knöchel. Den fälligen Elfmeter verwandelte Jorginho mit einem harten Schuss in die linke Ecke (24.).
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In der 36. Minute musste Thiago Silva verletzt ausgewechselt werden, für ihn kam der Ex-Bundesligaprofi Andreas Christensen. Bis zur Halbzeit blieb es beim 1:0 für die Blues.
Auch im zweiten Durchgang blieben Torraumszenen Mangelware. Allerdings spielte Tottenham deutlich engagierter und brachte gerade in der Anfangsphase des zweiten Durchgangs Chelsea mit hohem Pressing in Schwierigkeiten.
Doch die Mannschaft von Trainer Tuchel stellte sich darauf schnell ein. Weil es nun mehr Platz gab, konnten die Mittelfeldspieler in einigen Situationen mit viel Dynamik in den Sechzehner der Spurs ziehen. In der 58. Minute spielte Mason Mount stark zu Werner, Serge Aurier spitzelte in letzter Sekunde dem Stürmer den Ball vom Fuß.
So hatte Chelsea mehr und auch bessere Chancen. Eine Mount-Flanke auf den eingewechselten Christian Pulisic boxte Hugo Lloris in höchster Not aus dem Strafraum (66.). Rund um die 75. Minute ließ Chelsea den Ball so zirkulieren, dass die Spurs selten an den Ball kamen.
In der Schlussphase hatte Tottenham dann zwei Chancen. Nach einer Flanke kam Vinícius frei und kurz vor dem Tor zum Kopfball, doch er brachte den Ball nicht aufs Gehäuse (87.), zwei Minuten später ging ein Freistoß von Dier am linken Pfosten vorbei. Doch Chelsea brachte den Derbysieg über die Zeit.

Die Stimmen:

Jorginho (FC Chelsea): "Wenn man eine Mannschaft hat, die offen für neue Ideen ist, um zu lernen und sich zu verbessern, dann funktioniert das. Die Mannschaft ist bescheiden genug, um solche Ideen von einem neuen Trainer anzunehmen."
Thomas Tuchel (Trainer FC Chelsea): "Ich bin super glücklich über das Ergebnis. Es war ein hartes Spiel gegen einen starken Gegner. Wir haben die erste Halbzeit komplett kontrolliert. In der zweiten Halbzeit haben wir den Ballbesitz aber häufig verloren. Wenn wir uns dem Druck entledigen konnten, hatten wir viel Platz. Wenn man gegen ein Top-Team spielt, gibt es Momente, in denen man leiden muss. Wir haben immer aktiv und mutig verteidigt, darüber bin ich glücklich. Mit einem zweiten Tor hätten wir das Spiel vorzeitig entschieden."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Chelsea spielt schon Tuchel-Fußball

Thomas Tuchel ist noch nicht lange Trainer beim FC Chelsea, doch schon im Spiel gegen Tottenham hat sich gezeigt: Die Mannschaft hat die Spielweise des neuen Übungsleiters angenommen. Gegen Tottenham spielte Chelsea mit einer ungeheuren Ballsicherheit im Mittelfeld. Die Pässe kamen äußert präzise an, die Stürmer ließen sich immer wieder fallen, um anspielbar zu sein – in manchen Spielphasen hatten die Gäste über 70 Prozent Ballbesitz.
Ein zweiter wichtiger Aspekt von dieser Spielweise: Das Gegenpressing. Bei Ballverlust attackierten die Blues sofort und vor allem geschlossen den Ballführenden und seine Anspielstationen. So wurde Tottenham in der eigenen Hälfte eingeschnürt und Chelsea hatte in der ersten Halbzeit die volle Spielkontrolle.
In der zweiten Halbzeit hatte Tottenham zwar mehr vom Spiel und betrieb ein hohes Pressing, Chelsea wackelte aber nur in den ersten Minuten nach Wiederanpfiff etwas. Danach lösten sich die Blues immer wieder durch feines Kurzpassspiel aus der Umklammerung. Auffällig: Chelseas Verteidiger schlugen auch unter großer Bedrängnis nie den Ball aus dem Verteidigungsdrittel.

Die Statistik: 7

Vor dem Spiel hatte José Mourinho in seiner typischen Art ein paar Sticheleien parat. Es sei nicht schwer, mit Chelsea Meister zu werden, sagte er in Richtung Thomas Tuchel. Er habe den Titel mit den Blues schließlich dreimal gewonnen. Doch seine eigenen Erfahrungen mit Chelsea als Gegner sind nicht sonderlich positiv für Mourinho. Es ist das siebte Spiel, dass der portugiesische Trainer gegen seinen alten Arbeitgeber nicht gewinnen konnte.
Zudem war es die dritte Niederlage – und die zweite Heimniederlage - in Folge im neuen Tottenham Stadium. Alles keine schönen Statistiken für Tottenham. Im Titelrennen spielen die Spurs keine Rolle mehr, auch das Erreichen der Champions-League-Plätze dürfte nicht einfach werden.
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