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Nach Raiola-Sperre: Diese Transfers könnten nun scheitern

Nach Raiola-Sperre: Diese Transfers könnten nun scheitern

11/05/2019 um 22:17

Nachdem die FIFA die Sperre des italienischen Fußball-Verbandes gegen Spieler-Berater Mino Raiola übernommen hat, drohen einige große Transfers im Sommer zu platzen. Vor allem mögliche Wechsel von Paul Pogba und Henrikh Mkhitaryan könnten angesichts eines früh schließenden Transferfensters in England scheitern. Auch der Transfer von Matthijs de Ligt steht nun wohl auf der Kippe.

"Diese italienische Verbannung ist keine Überraschung für mich, leider", erklärte Mino Raiola nach der Verkündung der Sperre auf Twitter. Der 51-Jährige unterstellte dem italienischen Verband eine politische Entscheidung, da er mehrmals Kritik an der Arbeit des Verbandes geäußert hatte.

Der Grund für die Sperre soll mit dem Wechsel von Gianluca Scamacca zusammenhängen. Der italienische Mittelstürmer war 2017 als 18-Jähriger aus der PSV-Jugend nach Sassuolo gewechselt. Im vergangenen Sommer verließ er dann seinen Berater und wechselte ins Team von Raiola.

Über die genauen Hintergründe ist aber nichts bekannt. Auch von Seiten des Verbandes und der FIFA wurden keine Erklärungen geliefert. Sicher ist nur: Seine anvisierten Sommer-Transfers muss Raiola nun erst einmal auf Eis legen.

Pogba-Transfer könnte scheitern

Vor allem Superstar Paul Pogba von Manchester United dürfte nach der Sperre seines Spielerberaters unruhig werden, galt ein Wechsel des französischen Weltmeisters zu Real Madrid doch als durchaus wahrscheinlich.

In England öffnet das Transferfenster in diesem Jahr schon am 17. Mai, schließt aber bereits wieder am 8. August. In den meisten anderen Ländern läuft die Transferperiode dagegen bis mindestens Ende August.

Raiola kann damit im Sommer keine Transfers in der Premier League abschließen, da seine Sperre bis 9. August läuft. Ein möglicher Mega-Transfer von Pogba könnte sich also erst einmal verzögern. Von bis zu 150 Millionen Euro Ablöse war zuletzt die Rede.

de-Ligt-Wechsel weiter unsicher

Doch auch weitere Wechsel könnten in Gefahr sein. Ajax-Jungstar Matthijs de Ligt wurde in den vergangenen Monaten immer wieder mit einem Transfer zum FC Barcelona in Verbindung gebracht. Allerdings sollen die Gespräche zwischen Raiola und den Katalanen schon vor der Sperre ins Stocken geraten sein.

Angeblich habe der Italiener statt der sonst üblichen fünf bis zehn Prozent Provision für Berater ganze 20 Prozent verlangt. Das berichtet die spanische "Marca". Bei einem kolportierten Verkaufspreis des jungen Niederländers von 70 Millionen Euro könnte Raiola damit knapp 14 Millionen Euro selbst einstreichen. Ajax möchte angeblich aber nicht auf die Millionen verzichten, die bei einer geringeren Berater-Provision an den Verein gingen.

Ob ein Wechsel daher überhaupt noch zustande kommt, ist unklar. Sowohl Ajax Amsterdam als auch Barcelona wollen sicher bald Gewissheit haben. Das Transferfenster in den Niederlanden und Spanien läuft länger als in England, in diesem Jahr sogar bis zum 2. September. Weil der 31. August in diesem Jahr auf einen Samstag fällt, wurde das Transferfenster wie in der Bundesliga um zwei Tage verlängert. Durch die Sperre des 51-Jährigen geht nun aber auch im Fall de Ligt erst einmal nichts voran.

Auch Balotelli sucht neuen Verein

Die Zukunft von Arsenals Offensivakteur Mkhitaryan steht nach der Sperre ebenfalls auf der Kippe. Der 30-jährige Armenier gilt bei den "Gunners" als einer der wahrscheinlichsten Streichkandidaten. Bis zu fünf neue Spieler sollen im Sommer laut englischer Medienberichte nach London geholt werden. Dafür müssen einige "alte" Arsenal-Stars weichen. Bis 2021 läuft der Vertrag von Mkhitaryan eigentlich noch.

Zudem könnte die Rückkehr von Mario Balotelli nach Italien scheitern. Zuletzt sollte Raiola nach einem neuen Verein für den 28-Jährigen suchen. Dessen Vertrag bei Olympique Marseille läuft im Sommer aus. Serie-A-Aufsteiger Brescia Calcio soll Interesse an einer Verpflichtung haben, berichten italienische Medien.

Doch ebenso wie Poga, de Ligt und Mkhitaryan blickt der Italiener vorerst in eine ungewisse Zukunft.

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