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2. Bundesliga - Relegation: Abnutzungskampf im Wildpark: KSC und Aue mit Remis im Hinspiel

Abnutzungskampf im Wildpark: KSC und Aue mit Remis im Hinspiel

18/05/2018 um 20:14Aktualisiert 18/05/2018 um 20:24

Die abgezockten Profis von Erzgebirge Aue haben das tagelange Torklau-Theater locker beiseite geschoben und mit einer routinierten Vorstellung den Grundstein zum Klassenerhalt in der 2. Bundesliga gelegt. Der Drittletzte, der zuletzt vor drei Jahren in die 3. Liga musste, holte im Relegations-Hinspiel ein 0:0 beim Drittliga-Dritten Karlsruher SC.

So lief das Spiel:

Im ausverkauften Karlsruher Wildpark entwickelte sich in der ersten Halbzeit genau das kampfbetonte Spiel, was alle Experten vorausgesagt hatten. Beide Mannschaften machten sich gegenseitig das Leben schwer, beackerten sich im Mittelfeld auf jedem Quadratzentimeter und sorgten so dafür, dass Torchancen absolute Mangelware waren.

Dennis Kempe mit einem sehenswerten Fallrückzieher aus 15 Metern, der einen guten Meter neben dem rechten Pfosten landete auf Auer Seite (20.) und Fabian Schleusener aus der Drehung in die Arme von Martin Männel (35.) für den KSC vergaben die beiden im Ansatz größten Torchancen.

Ansonsten zerstörten viele kleine Fouls auf beiden Seiten oft bereits im Ansatz hoffnungsvolle Angriffe. Da auch die Standardsituationen durch die Bank weg verbesserungswürdig getreten hätten werden können, ging es folgerichtig mit einem torlosen Remis zum Pausentee.

Nach dem Seitenwechsel erwischten die Sachsen den besseren Start. Sören Bertram setzte sich erstmals im Zweikampf durch und schloss dann aus zehn Metern von der rechten Seite mit links ab. Benjamin Uphoff schloss blitzschnell die Beine und rettete so das 0:0 (55.).

Den größten Aufreger der Partie gab es dann in der 75. Minute, als Philipp Riese im Zweikampf mit Pourié mit dem Ellbogen nach hinten fuchtelte und den Karlsruher Stürmer dabei traf. Auch nach Rücksprache mit Video-Schiedsrichter Frank Willenborg beließ es Stegemann bei der Gelben Karte – rot wäre sicherlich auch eine Option gewesen.

So plätscherte das Spiel, in dem beide Mannschaften weiter hauptsächlich darum bemüht waren, keine entscheidenden Fehler zu begehen, dem Ende entgegen. Das torlose Remis lässt beiden Teams für das Rückspiel weiter alle Möglichkeiten. Aue wird dann sicherlich die Atmosphäre als Plus im Rücken haben, der KSC die Tatsache, dass jedes Remis ab 1:1 auswärts den Badenern reichen wird, um aufzusteigen.

Die Stimmen:

Hannes Drews (Trainer FC Erzgebirge Aue): "Wir haben gemerkt, dass Karlsruhe sehr gut steht. Deshalb waren auch wir darauf bedacht, hinten gut zu stehen. Wir nehmen das gerne so mit, auch wenn ich nicht ganz zufrieden bin. In Aue wird es sicherlich ein ganz anderes Spiel. Offensiv bedarf es natürlich einer Steigerung."

Alois Schwartz (Trainer Karlsruher SC): "Wir haben kein Auswärtstor kassiert, von daher bin ich nicht unzufrieden. Ich denke, dass wir es Aue nicht leicht gemacht haben und das werden wir auch im Rückspiel nicht tun."

Christian Tiffert (FC Erzgebirge Aue): "Ich bin ja schon etwas länger dabei. In einem Spiel, in dem man merkt, dass der Gegner hinten sehr gut steht, dann muss man eben schauen, dass man auch kein Gegentor bekommt. Dann kommt eben am Ende ein 0:0 dabei heraus."

Marvin Pourié (Karlsruher SC): "Ich will niemandem die Schuld geben. Er macht die Bewegung und trifft mich, doch der Schiedsrichter hat es anders gesehen. Wir haben richtig gut gespielt, toll gegen den Ball gearbeitet. In Aue werden wir die Chancen bekommen und am Ende auch aufsteigen."

Tweet zum Spiel:

Auf der Tribüne im Karlsruher Wildpark fieberte auch Schalke-Trainer Domenico Tedesco mit. Der Coach des aktuellen Vizemeisters war letzte Saison noch für Erzgebirge Aue an der Linie tätig.

Das fiel auf: Karlsruher Lufthoheit verpufft

Im gesamten Spiel fiel auf, welch deutlichen Vorteile der KSC bei Standardsituationen hatte. Das führte dazu, dass Aue bei Freistößen aus dem Halbfeld unorthodox weit vorne stand, um diese zu verteidigen. Diese Taktik ging in der ersten Halbzeit voll auf. Dazu spielte der KSC den Gästen unverständlich in die Karten, in dem viele Ecken flach ausgeführt wurden.

Die Statistik: 0

Nicht eine einzige hundertprozentige Torchance brachten beide Teams in den 90 Minuten zustande, so dass das torlose Remis am Ende das einzig logische Ergebnis war.

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