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Bundesliga-Relegation: VfL Wolfsburg schlägt zuhause Holstein Kiel

"Die Arbeit fruchtet": Wolfsburg legt im Hinspiel gegen Kiel vor

17/05/2018 um 22:59Aktualisiert 17/05/2018 um 23:18

Der VfL Wolfsburg hat sich durch einen 3:1 (2:1)-Heimsieg gegen Holstein Kiel im Relegations-Hinspiel eine glänzende Ausgangsposition fürs Rückspiel und den Klassenerhalt geschaffen. Divock Origi (13.), Josip Brekalo (40.) und Yunus Malli (55.) trafen für die "Wölfe". Für Kiel war Kingsley Schindler (33.) nach einem Traumsolo seines Teamkollegen Dominick Drexler erfolgreich.

So lief das Spiel:

Der Bundesligist übernahm von Beginn an das Kommando. Wolfsburg agierte souveräner, präsenter und mit mehr Zug zum Tor, die frühe Führung durch Origi war nur konsequent. Der Stürmer verwertete aus kurzer Distanz einen Abpraller von Kiel-Keeper Kenneth Kronholm.

Die Gastgeber gaben auch in der Folge den Ton an, Kiel bekam zu jener Phase kaum einen Fuß auf den Boden. Die erste richtige Chance der "Störche" brachte jedoch prompt den Ausgleich: Schindler vollendete nach 33 Minuten einen Konter nach sehenswerter Vorarbeit von Drexler, der an der Torauslinie zwei Gegenspieler ausspielte. Wolfsburg ließ sich durch den Gegentreffer allerdings nicht beirren, blieb druckvoll und sorgte vor allem durch die individuellen Qualitäten in der Offensive für stetige Gefahr. Die erneute Führung besorgte Brekalo kurz vor der Pause per wuchtigem Schuss aus 18 Metern.

Die zweite Hälfte eröffnete Kiel mit einer guten Chance für Drexler (49.). Der Zweitligist kam verbessert aus der Kabine - doch gerade als Kiel mehr Sicherheit und Zugriff in die Partie zu bekommen schien, legte Wolfsburg mit dem dritten Treffer nach: Origi war vor dem Sechzehner nicht vom Ball zu trennen, schickte Malli, der Kronholm umkurvte und die Kugel ins leere Tor schob. Das Team von Bruno Labbadia hatte die Hoheit über die Partie zurück. Der VfL agierte spielbestimmend und souverän, drängte Kiel wieder in dessen Hälfte.

Der vierte Treffer lag in der Luft, die besten Möglichkeiten ergaben sich für William (65.) und Steffen (69.). Doch ab der 75. Minute nahm die Partie eine plötzliche Wende: Kiel war nun am Drücker, Wolfsburg kam gehörig ins Schwitzen. Die Gäste boten eine eindrucksvolle Schlussviertelstunde, nutzen jedoch keine ihrer vielen guten Tormöglichkeiten. So rettete Wolfsburg am Ende den Spielstand über die Zeit und verschaffte sich eine gute Ausgangslage für das Rückspiel am kommenden Montag (ab 20:30 Uhr live im TV bei Eurosport 2 HD Xtra und im Eurosport Player).

Die Stimmen:

Dominik Drexler (Holstein Kiel): "Wir müssen hinten raus mutiger spielen. Wenn wir zu viele lange Bälle spielen, kommen wir nicht in unsere Abläufe. Wir müssen zielstrebiger spielen. Sonst haben wir gegen Wolfsburg keine Chance. Unser Matchplan war anders. Wir haben zuviel reagiert, kamen nicht in unser Spiel."

Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg): "Wir haben das vierte Tor verpasst, kamen dann ins Schwimmen. Wir sind 16. der Bundesliga, das da nicht alles klappt, ist auch klar. Gegen Köln haben wir schon ein anderes Gesicht gezeigt mit den eigenen Fans im Rücken. Wir haben den ersten Schritt Richtung Klassenerhalt gemacht. Mit dem vierten Tor hätten wir Kiel die Luft zum Atmen genommen. Aber der Sieg ist verdient, wir werden in Kiel alles klar machen."

Markus Anfang (Trainer Holstein Kiel): "Wir hatten ein Jahr mit dem Videobeweis nichts zu tun. Ich habe keine Ahnung. Wenn ich die Szene so sehe, glaube ich, dass sie im Mittelfeld gepfiffen werden würde. Wir haben das hinten raus sehr gut gemacht. Viele unserer Jungs haben vor einem Jahr noch in der dritten Liga gespielt, das muss man sehen. Hinten raus muss sich keiner beschweren, wenn wir zwei Tore schießen. Wenn wir dass so spielen, ist alles möglich und wir kommen zu unseren Chancen. Leider haben wir uns dafür nicht belohnt. Wir freuen uns auf ein gutes Spiel zuhause und werden alles geben."

Bruno Labbadia (Trainer VfL Wolfsburg): "Wir hatten gute Möglichkeiten, haben die Kontrolle dann abgegeben, haben nicht mehr nach vorne gespielt. Da war zu wenig Druck nach vorne. Wir sind dann nicht mehr gut angelaufen, haben den Gegner nicht mehr gut attackiert, dadurch kam Kiel dann ins Spiel. Wir merken seit Wochen, dass die Arbeit fruchtet. Mit dem Ball haben wir gut agiert. Spielerisch haben wir das heute gut gemacht, hätten das ein oder andere Tor mehr machen können - aber eben auch noch Tore kassieren können. Wir wussten vorher schon von Kiels Offensivstärke. Wir nehmen viel Gutes aus der Partie mit, wissen aber auch, was wir im Rückspiel abstellen müssen."

Das fiel auf: Fataler Chancenwucher

Mit 71 Toren stellte Kiel die beste Offensivabteilung der abgelaufenen Zweitliga-Saison. Im Duell mit Wolfsburg war von diese Qualität allerdings lange nicht ansatzweise etwas zu erkennen. Erst in der Schlussviertelstunde erwachten die "Störche". Wolfsburg schwamm zu jener Phase, Kiel ging jedoch fahrlässig mit seinen Chancen um. Der wichtige Anschlusstreffer zum 2:3 war mehrfach möglich, doch Alexander Muhling, Marvin Ducksch und Aaron Seydel vergaben aus besten Positionen. Ein Chancenwucher, der sich noch rächen könnte. Anderseits kann die Leistung in der Schlussphase auch Mut für das Rückspiel machen.

Der Tweet zum Spiel:

Nur mal so zu den Dimensionen...

Die Statistik: 1

Steigt Holstein Kiel auf, wäre es eine Premiere: Bislang spielte noch kein Verein aus dem Bundesland Schleswig-Holstein in der Bundesliga.

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