Beide Teams starteten intensiv in diese Partie. Immerhin bot sich für Inter die Chance auf die Tabellenführung und für das seit sechs Spielen siegreiche Lazio war Platz drei in Griffweite. Die ersten Minuten gehörten den Gästen aus Rom, die ihre zuletzt starke Form untermauern wollten. Die erste gute Gelegenheit im Spiel hatten jedoch die Gastgeber.
Nach einem langen Ball ins Zentrum von Stefan de Vrij kam zunächst Ivan Perisic an den Ball, der auf den einlaufenden Lautaro Martínez ablegte. Der Argentinier prüfte im Anschluss mit einer Direktabnahme Lazio-Schlussmann Pepe Reina, der jedoch sicher zupacken konnte.
Ein erstes Ausrufezeichen von Inter, doch Lazio stand extrem kompakt und ließ in der Anfangsphase kaum etwas zu. In der 19. Minute zeigte Schiedsrichter Michael Fabbri plötzlich auf den Punkt, nachdem Wesley Hoedt Martínez von der Seite tackelte und Letzterer dabei zu Fall kam. Die Wiederholung zeigte, dass Hoedt zwar den Ball spielte, doch ein solches Tackling im Strafraum bringt eben die Wahrscheinlichkeit mit sich, dass ein Elfmeterpfiff folgt.
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14/02/2021 AM 20:25
Der Unparteiische sah sich das Ganze nochmals selbst an, blieb jedoch bei seiner Entscheidung und ließ den Strafstoß ausführen. Romelu Lukaku trat an und versenkte die Kugel humorlos zentral in die Mitte (21.). Das 1:0 für Inter.
Es blieb in der Folge dabei, dass Lazio gefühlt mehr für das Spiel tat, mehr Laufarbeit investierte, doch Endstation war zumeist vor dem Strafraum von Inter. Erst nach gut 40 Minuten gelang Lazio ein gefährlicher Abschluss, als der Torschützenkönig aus der vergangenen Saison, Ciro Immobile, aus der zweiten Reihe den Ball auf das Tor brachte. Samir Handanovic war jedoch rechtzeitig unten und konnte entschärfen.
Inter zeigte bis dahin spielerisch nicht deren ganzes Können, dennoch folgte kurz vor der Pause das 2:0 für die Nerazzurri. Der Ball zappelte zwar im Netz, doch es dauerte, bis der Schiedsrichter Lukakus Tor anerkannte. Eine vermeintliche Abseitsposition des Stürmers wurde nach VAR-Überprüfung aufgehoben.
Die Wiederholung zeigte: Marcelo Brozovic ging vor dem Sechzehner in den Zweikampf und schoss Lazios Lucas Leiva an, von dem aus der Ball bei Lukaku landete. Somit kam das Zuspiel nur indirekt von Lukakus Teamkollegen und der belgische Stürmer stand bei seinem Treffer nicht im Abseits (45.).
Mit dem 2:0 ging es anschließend in die Halbzeitpause. Bis dahin konnte man festhalten: Durch zwei maximal unglückliche Treffer von Inter lagen die Gäste aus Rom zur Pause hinten, die spielerisch etwas mehr Anteile im ersten Durchgang hatten.
Simone Inzaghi wechselte zur Pause bereits zweimal und erhoffte sich mit den Einwechslungen von Gonzalo Escalante und Marco Parolo mehr Durchschlagskraft. In der 56. Minute verpasste Immobile den Anschlusstreffer, nachdem Francesco Acerbi eine Hereingabe von Manuel Lazzari per Kopf auf den Ex-BVB-Spieler verlängerte und der Italiener etwas überrascht die Kugel über das Tor senste.
Kurze Zeit später war der Bann dann endlich gebrochen. Sergej Milinkovic-Savic führte einen Freistoß für sein Team aus. Aus gut 20 Meter vor dem Tor brachte "SMS" den Ball aufs Tor, wo die Kugel noch entscheidend vom eingewechselten Escalante abgefälscht und ins Tor befördert wurde (61.). Handanovic war hier ohne Chance.
Auf aufkommende Spannung hatte Inter jedoch keine Lust und hatte prompt die Antwort parat. Auf Höhe der Mittellinie eroberte Lukaku Minuten später den Ball und nahm mit einem starken Antritt Fahrt in Richtung Kasten von Lazio-Keeper Reina auf.
Der spanische Keeper als auch seine Defensivkollegen hatten alle Augen auf den Belgier gerichtet und übersahen dabei den mitgelaufenen Martínez komplett. Lukaku behielt Ruhe und Übersicht, als er auf seinen Sturmpartner ablegte, der mühelos zum 3:1 einschob (64.). Ein herrlich herausgespielter Treffer.
Das war ein schwerer Schlag für Lazio, von dem sie sich nicht mehr erholten. Es gestaltete sich fortan ein hektisches Spiel, in dem die Gäste mit fortschreitender Spielzeit müder wurden und resignierten. Spätestens nach dem Treffer zum 3:1 war zudem die Führung völlig verdient und auch wenn Lazio viel von der Partie hatte, war das Spiel von Inter insgesamt reifer und abgebrühter.
Es passierte nicht mehr viel im San Siro und so hievte sich Inter mit dem 3:1-Erfolg über Lazio am Stadtrivalen AC Mailand vorbei an die Tabellenspitze. Lazio musste nach sechs Siegen in Folge wieder einmal eine Niederlage einstecken und bleibt auf Rang sieben. Als Nächstes steht für Inter das Spitzenspiel mit Milan am 21. Februar auf dem Programm, das Derby della Madonnina.

Die Stimmen zum Spiel:

Milan Skriniar (Inter Mailand): "Dieser Sieg ist ein wichtiges Signal. Jetzt sind wir Erster in der Tabelle, aber wir arbeiten immer, um dort oben zu sein, darüber freuen wir uns. Jetzt genießen wir den Sieg, aber ab morgen werden wir an das Derby am Sonntag denken."
Antonio Conte (Trainer Inter Mailand): "Wir haben große mentale Stärke gezeigt, mit einer gewissen Kontinuität. Ich freue mich vor allem für die Jungs, aber das muss ein Startpunkt für uns sein und nicht eine Ziellinie, sonst wäre die ganze Arbeit, die wir machen, umsonst gewesen. Das nächste Spiel wird das Derby sein. Es ist viel besser, dass wir nun vor unserem Rivalen stehen. Es wird ein tolles Spiel zwischen zwei Mannschaften mit großen Ambitionen."
Simone Inzaghi (Trainer Lazio Rom): "Es herrscht Bedauern innerhalb der Mannschaft, weil wir vielleicht mehr erreichen hätten können. Nach dem Elfmeter wurden wir zu nervös, dann haben sie gut und tief verteidigt. Wir haben eine gute Leistung gezeigt, aber wir hätten mehr erreichen können."

Der Tweet zum Spiel:

Zu Ehren des chinesischen Neujahrs lief Inter Mailand heute mit chinesischen Schriftzeichen auf dem Rücken auf. Der aktuelle Mehrheitsanteilseigner des Klubs, Zhang Jindong, kommt aus China, will den Verein aber Berichten zufolge demnächst verkaufen.

Das fiel auf: Müder Lukaku? Von wegen!

Im Vorfeld der Partie wurde in den Sportzeitungen viel über Lukakus derzeitige Form geschrieben. Er wirke müde und brauche eine Pause, so der allgemeine Tenor. Von wegen Pause! Der belgische Ausnahmekönner zeigte sich heute wieder einmal in Bestform und brillierte nach zwei selbst erzielten Treffern auch mit einem herrlichen Assist für Sturmkollege Martinez.
Mit seiner unwiderstehlichen Art, seinen Körper einzusetzen, um den Ball zu verteidigen, stach er auch heute wieder heraus und nicht zuletzt seine Fähigkeiten bescherten Inter heute einen verdienten Sieg in einem schweren Spiel.

Die Statistik zum Spiel: 500

Inters Keeper Samir Handanovic bestritt heute sein 500. Ligaspiel in der Serie A. Verbindet man den Slowenen vorrangig als Schlussmann von Inter Mailand oder Udinese Calcio, so absolvierte der Keeper auch eines seiner 500 Partien im Trikot des heutigen Gegners, Lazio Rom (2006, beim 1:0-Sieg gegen Parma).
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