Jakob Scholz, Vorstand der BVB-Fanabteilung, fügte hinzu: "Für uns ist der Alleingang der zwölf Großvereine eine Zeitenwende und ein Schlag ins Gesicht aller Menschen, die den Fußball lieben."
Angesichts der kursierenden Milliardensummen sei "die Verlockung sehr groß. Da ist so viel Geld im Spiel, da stehen so große Koffer, da wird man mit sich ringen", vermutet Scholz: "Ich hoffe sehr, dass unser Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zu seinem Wort steht und das ablehnt."
Die Diskussion könne für den BVB eine außerordentliche Belastung sein: "Es wäre der tiefste Einschnitt im letzten Jahrzehnt, es würde massive Proteste geben. Es kann zu einer Zerreißprobe für den BVB werden, der immer sehr auf seine Fans hört, aber eben als KGaA auch seinen Aktionären verpflichtet ist."
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Für ihn selbst sei "das Fass schon so oft übergelaufen, am Ende hat sich nicht viel getan", sagte Scholz. "Da waren wir Fans auch inkonsequent: Weil wir den Fußball, den Verein und die Menschen drumherum lieben."

ProFans: Super League eine "Horrorvision"

Das Fan- und Ultragruppen-Bündnis ProFans sieht die Super League als "Horrorvision", erhofft sich aber zugleich einen neuen, puren Fußball. "Es wäre vielleicht ein reinigendes Gewitter. Wenn wir hinterher eine Spaltung haben, haben wir vielleicht einen Teil, von dem wir sagen: Da sind wir wieder mit dem Herzen dabei", sagte Sprecher Sig Zelt dem SID am Montag.
Die Pläne von zwölf Giganten des europäischen Fußballs, eine UEFA-unabhängige Liga selbst zu organisieren, entlarve alle Bekundungen einer neuen Pandemie-Demut als Augenwischerei. "Jetzt wird genau das Gegenteil gemacht! Sie kriegen den Hals nicht voll genug", sagte Zelt: "Wir haben da die Hoffnung verloren."
Der Fußball trete das Prinzip der relativen Chancengleichheit ohnehin mit Füßen. "Wo das große Geld ist, fällt immer mehr Geld hin. Die Spanne zwischen großen und kleinen Vereinen wird immer unüberbrückbarer", sagte Zelt. "Was soll eine Liga in einem geschlossenen Kreis ohne Auf- und Abstieg? Das ist nicht spannend! Der Fußball gräbt sich das eigene Wasser ab."
Die aktive Fanszene werde das neue Konstrukt womöglich "nicht ernstnehmen, weil es eine Horrorvision ist". Es gehe den Granden nur um die Sicherung des eingesetzten Kapitals. Allerdings würden die ewig gleichen Duelle in schnellem Rhythmus sicher langweilig: "Das haben wir ja jetzt schon zu oft. Das sind dann keine Höhepunkt mehr."
Die Interessengemeinschaft "Unsere Kurve e.V." positionierte sich ebenfalls deutlich. "Schluss jetzt! Dem Gebaren dieser Klubs muss endlich Einhalt geboten werden", forderte der Vorstand in einer Mitteilung: "Die Verbände müssen unmittelbar Maßnahmen für einen fairen und integren Wettbewerb einleiten. Ernstzunehmende Konzepte für grundlegende Reformen im Fußball liegen seit Monaten von Fanseite vor."
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