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Kruse zu Fenerbahce: Verpokert? So ein Quatsch!

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Max Kruse wechselt zu Fenerbahce Istanbul

Fotocredit: Getty Images

VonJohannes Mittermeier
30/06/2019 Am 07:29 | Update 02/07/2019 Am 08:13
@msportblog

Max Kruse wechselt von Werder Bremen zu Fenerbahce Istanbul und unterschreibt dort einen Vertrag über drei Jahre. Das überrascht viele, und noch mehr finden: Was für ein Fehler! Dabei macht Kruse im Prinzip alles richtig. Ja, er muss auf den Europapokal verzichten, aber ansonsten ist der Schritt zum türkischen Traditionsklub sinnvoll - aus vielerlei Hinsicht.

Ein Kommentar von Johannes Mittermeier

Der passionierte Pokerspieler Max Kruse soll seine Jetons mit Fenerbahce falsch eingesetzt haben? Kann man so sehen, muss man aber nicht.

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Wer für St. Pauli, Freiburg, Mönchengladbach, Wolfsburg, Bremen gespielt hat, inzwischen 31 ist, keine Chance mehr auf die Nationalmannschaft hat und noch ein paar spannende Fußballjahre verbringen möchte, der hat sicherlich schlechtere Anlaufstellen als die Metropole Istanbul.

Zu Champions-League-Sieger Liverpool sowie Tottenham soll's Kontakte gegeben haben, das hätte natürlich Reiz besessen, aber sind wir mal ehrlich: Glaubt irgendjemand, dass Kruse dort eine (tragende) Rolle eingenommen hätte?

Der ohnehin nicht besonders sprintstarke Offensivmann wäre als Ü30-Akteur vermutlich untergegangen bei Top-Kalibern der Premier League.

Kruse wird bei Fenerbahce zum Fixpunkt

Gut, Kruse hatte die Option bei Europa-League-Teilnehmer Eintracht Frankfurt. Keine schlechte Adresse, allerdings darf bezweifelt werden, ob die Hessen eine Saison wie die vergangene ansatzweise zu reproduzieren vermögen. Tatsächlich droht Frankfurt ein schweres Jahr.

Dann doch lieber das Abenteuer in der Türkei, auch finanziell. Beim 19-maligen Meister erhält Kruse einen Dreijahresvertrag, der mit einem Salär von 2,5 Millionen Euro per annum plus 1,5 Millionen Handgeld vergütet sein soll; dazu zahlt Fenerbahce offenbar die Jahresmiete für eine Villa.

Wichtigstes Argument: Sportlich hat Kruse alle Möglichkeiten, sich einen Namen zu machen. "Fener" stellt sich gerade neu auf, und der Deutsche soll zum Fixpunkt werden, was ihm zuzutrauen ist. Zumal die Süper Lig ein dankbarer Luftkurort sein dürfte. Als Typ kann Kruse beim heißblütigen Publikum eh nur gewinnen.

Spott ist unangebracht. Viel Vergnügen am Bosporus!

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