Am Ende flog auch noch eine blaue Rauchfackel auf den Rasen, abgefeuert aus dem Fanblock des FC Chelsea. Schiedsrichter Craig Pawson ließ das Pyroteil entfernen, aber nicht so richtig. Einen Meter neben der Eckfahne dampfte das Ding schließlich weiter vor sich hin und war damit im erweiterten Sichtfeld der Elfmeterschützen vor dem Anlauf.
Die Spieler des FC Liverpool hatten auch ohne blauen Dunst genug von der Chelsea-Farbe vor Augen. Pawson ließ beide Mannschaften auf das Tor vor Fan-Kurve der Blues schießen.
Doch weder die Tausenden blauen Trikots, noch der blaue Rauch konnten Liverpool daran hindern, nach dem League Cup auch den zweiten Titel in dieser Saison zu gewinnen. Am Ende jubelten die Roten und die Blauen schauten in die Röhre - schon wieder.
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Bereits das League-Cup-Finale im Februar hatte Liverpool gegen Chelsea nach torlosen 120 Minuten in der Elfer-Lotterie gewonnen.

Mo Salah muss verletzt vom Platz

Dabei schlug das Pendel diesmal stark in Richtung Chelsea aus. Mit Glück und einem starken Torhüter überstanden die Londoner eine furiose Liverpooler Anfangsphase.
Nach einer halben Stunde saß plötzlich Mohamad Salah im Mittelkreis auf dem Rasen und deutete seine Auswechslung an. Der Ägypter wurde mit Verdacht auf eine Leistenzerrung für Diogo Jota ausgewechselt. Jürgen Klopp musste einen sichtlich bewegten Salah erstmal in die Arme nehmen und trösten.
Nach Mittelfeldstratege Fabinho, der sich im Ligaspiel gegen Aston Villa einen Oberschenkelverletzung zugezogen hat, muss Liverpool im Champions-League-Finale am 28. Mai gegen Real Madrid um den nächsten Stammspieler bangen.
Für Salah ist die Neuauflage des Finals von 2018 das vielleicht wichtigste Spiel seiner Karriere. Vor vier Jahren musste er nach einem fiesen Foul von Sergio Ramos ebenfalls nach etwa 30 Minuten verletzt vom Platz.

Übler Tritt von Reece James gegen Thiago - van Dijk angeschlagen

Liverpool wirkte gegen Chelsea nach Salahs Aus geschockt und hatte es Torhüter Allison Becker und der Latte zu verdanken, dass die Null hielt. Zu allem Überfluss wurde Mitte der zweiten Halbzeit auch noch Thiago von Reece James aus den Schuhen getreten, kam aber mit einer schmerzhaften Wunde am rechten Knöchel davon.
Zu Beginn der Verlängerung musste Liverpool den nächsten Rückschlag hinnehmen. Abwehrchef Virgil van Dijk musste wegen Kniebeschwerden runter, Joel Matip ersetzte ihn.
"Ich habe schon in der ersten Halbzeit einen Stich im Knie gespürt, dann aber die reguläre Spielzeit durchgezogen. Aber dann konnte ich kein Risiko mehr eingehen", sagte der Niederländer.
Als dann im Elfmeterschießen auch noch Sadio Mané den möglichen Siegtreffer verballerte, konnte Liverpool dieses Spiel nicht mehr gewinnen - tat es aber doch, weil Mason Mount die Nerven versagten und Kostas Tsimikas einschob.

Jürgen Klopp: "Habe keine Fingernägel mehr"

"Es war wieder extrem eng, wie im League-Cup-Finale. Wir hatten erneut das nötige Glück gegen einen sehr starken Gegner. FA-Cup-Sieger zu sein fühlt sich außergewöhnlich gut an, auch wenn ich jetzt keine Fingernägel mehr habe", sagte Klopp, der als erster deutscher Trainer den FA Cup gewann und nach Meisterschaft, Champions League, League Cup, europäischem Supercup und der Klub-Welmeisterschaft seinen sechsten unterschiedlichen Titel mit den Reds holte.
Im süßen Moment des Sieges dachte Klopp auch an die unterlegene Mannschaft: "Ich fühle mit Chelsea. Sie haben erneut über 120 Minuten alles gegeben und haben wieder nichts gewonnen. Sie waren wieder ein verdammt starker Gegner, echte Mentalitätsmonster. Und wenn Mentalitätsmonster gegen Mentalitätsmonster spielen, kommt meistens etwas gutes dabei raus."
Mit dem zweiten Triumph im Elfmeterschießen über Chelsea hält der FC Liverpool den Traum von der Quadruple-Saison aufrecht, auch wenn das Unterfangen Meisterschaft zwei Spieltage vor Schluss bei drei Punkten Rückstand auf Manchester City eher unwahrscheinlich ist. Aber wer solche Spiele wie am Samstag gewinnt, dem ist alles zuzutrauen.

Jürgen Klopp gewann zum ersten Mal den FA Cup

Fotocredit: Getty Images

Klopp erfüllt Liverpool-Fans nächsten Wunsch

Klopp hat den Anhängern der Reds am Samstag schon mal den nächsten lang ersehnten Wusch erfüllt. "Die Liverpool-Fans haben lange auf den Meistertitel gewartet und wurden vor zwei Jahren erlöst. Aber sie wollten auch endlich mal wieder nach Wembley fahren zu einem FA-Cup-Finale. Dieser Titel ist wichtiger für sie als der nächste Champions-League-Titel", erläuterte TV-Experte Roy Keane.
Der letzte FA-Cup-Sieg der Reds liegt 16 Jahre zurück. Klopp hat auch diesen Makel ausradiert. Der Coach arbeitet weiter an seinem Legendenstatus in Liverpool und das nächste siegreiche Finaldrama sollte positiven Einfluss haben auf die letzten drei Spiele einer jetzt schon unglaublichen Saison von Liverpool.
"Wenn man zwei Endspiele auf diese Weise gewinnt, setzt das noch mal Kräfte frei. Liverpool ist für mich klarer Favorit im Champions-League-Finale und nach dem FA-Cup-Finale noch viel mehr", sagte Keane.
Jetzt heißt es aber erstmal wieder Liga-Alltag und Wunden lecken. "In Dortmund haben wir nach dem DFB-Pokalsieg eine große Party gefeiert, hier spielen wir gegen Southampton", sagte Klopp.
Immerhin gab es am Abend eine Mut machende Nachricht aus dem Lazarett. Die Verletzung von van Dijk ist wohl nichts ernstes. "Bei Mo ist es etwas schlimmer als bei Virgil. Virgil ist ok", teilte Klopp mit.
Es war sehr anstrengender Arbeitstag für den FC Liverpool. Aber wieder ein sehr erfolgreicher. Die Legende lebt.
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