"Wir werden alles geben, was wir haben", versprach Kapitän Andreas Granqvist vor dem Gruppenfinale gegen Mexiko, das zu einem echten Nachmittagskrimi (16.00 Uhr) werden dürfte. Wenn der Traum von der K.o.-Runde nicht in Jekaterinburg platzen soll, ist ein Dreier gegen El Tri eigentlich Pflicht. "Wir müssen den Ton angeben", sagte auch Schwedens Trainer Janne Andersson.

Morddrohungen gegen Durmaz

Nach der bitteren Last-Minute-Pleite gegen Deutschland und den anschließenden Morddrohungen gegen Jimmy Durmaz war Andersson erst einmal als Aufbauhelfer bei seinen Spielern um Bundesligastar Emil Forsberg gefragt. "Wir haben viel gesprochen", sagte der 55-Jährige, der sein Team für den Showdown nun gut gerüstet sieht:
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Mental sind wir sehr stark, wir glauben an uns.

Kein Nichtangriffspakt à la Gijón

Am Ende könnte es in der Gruppe richtig kompliziert werden und Andersson erwartet nicht ohne Grunde wie gegen Deutschland wieder "viel Energie auf dem Platz" und "sehr viele Emotionen im Spiel". Schließlich kann selbst Mexiko nach zwei Siegen noch ausscheiden, beide Teams müssen liefern - ein schäbiger Nichtangriffspakt wie 1982 in Gijon zwischen Deutschland und Österreich (1:0) wird es deshalb nicht geben.
Viele Konstellationen sind möglich, aber weder Mexiko noch Schweden wollen sich vom Ergebnis in Kasan oder - noch schlimmer - der Fair-Play-Wertung oder gar einem Losentscheid abhängig machen. Während Mexiko schon ein Punkt reicht, muss Schweden gewinnen, um sicher im Achtelfinale zu stehen.

Maradona: Mexiko hat bei der WM "größten Spaß gemacht"

"Wir haben einen Plan", sagte Andersson und wollte ihn natürlich nicht verraten. Doch Schweden sei nach der Enttäuschung gegen Deutschland "wieder am Leben", sie hätten sich erfolgreich die "Wunden geleckt" und wollen nun auf dem Weg ins Achtelfinale "zurückkommen".
Nur etwas komfortabler ist die Situation der Mexikaner, die dank ihrer Auftritte in Diego Maradona einen neuen Fan gefunden haben. Das Team habe bisher den "größten Spaß gemacht" bei dieser WM, sagte der Argentinier. Doch damit die Reise nicht abrupt beendet ist, fordert Torwart Guillermo Ochoa auch gegen Schweden absolute Hingabe ein. "Wir wussten immer, dass wir bis zum letzten Spiel kämpfen müssen", sagte er. Und Starangreifer Javier Chicharito Hernandez meinte:
Wir träumen nicht nur, wir arbeiten auch hart für unseren Traum. Wir werden unser Bestes geben, sind sehr motiviert und zuversichtlich.

Chicharito feiert sein Tor gegen Südkorea

Fotocredit: Getty Images

Und offenbar spielt Mexiko zudem mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch. Laut Ochoa habe das Team die Buh-Rufe im letzten Test vor der WM im Azteken-Stadion zu Hause in Mexiko-Stadt nicht vergessen, auch nicht den Rummel und die Kritik im Zuge der Sexparty vor dem Abflug nach Russland. "Wir erinnern uns an alles, was dieser Trupp durchgemacht hat", sagte der 32-Jährige vor dem Thriller gegen Schweden: "Das hat uns mental gestärkt."
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