Deutschlands erste Teilnahme am olympischen Fußball-Turnier der Männer seit 1988 wirft längst ihre Schatten voraus. Auf dem Papier mag es gegen die Färöer und fünf Tage später in Russland um das Ticket für die EM 2017 gehen. Vor allem aber beginnt für die Jungstars um Kapitän Leon Goretzka (Schalke 04) der heiße Kampf um die begehrten Plätze im Aufgebot für Brasilien.
Etwa die Hälfte des aktuellen Teams wird es nicht schaffen: Für Olympia darf Hrubesch auch Spieler des Jahrgangs 1993 nominieren - also auch viele der Akteure, die vergangenes Jahr das Olympia-Ticket gelöst hatten. "Die Jungs, die das geschafft haben, werden wir fragen. Diesen Kader ergänzen wir dann mit aktuellen Spielern", sagt Hrubesch.
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Hoffnungen auf eine Olympia-Teilnahme dürfen sich daher auch Spieler wie Johannes Geis (Schalke 04), Timo Horn, Dominique Heintz, Leonardo Bittencourt (alle 1. FC Köln) oder Philipp Hofmann (FC Brentford) machen. "Ich hoffe, dass wir mit einer schlagkräftigen Truppe zu Olympia fahren", sagt Hrubesch und weiß um mögliche Einwände der Klubs. Ob etwa Köln in der Saison-Vorbereitung gleich drei Spieler abstellen wird, scheint fraglich.
Hinzu kommt ein Luxus-Problem: Hrubesch darf drei ältere Profis mit nach Rio nehmen, theoretisch kann er also Miroslav Klose oder Per Mertesacker zu einem Karriere-Highlight verhelfen. Beides wird aber nicht passieren. "Das macht keinen Sinn. Die hatten alle ihre Chance", sagt Hrubesch. Der DFB-Trainer wird auch hier ehemalige, inzwischen aber zu alte U21-Spieler wählen, etwa Ex-Kapitän Kevin Volland (1899 Hoffenheim).

Nächster Zweikampf zwischen Leno und ter Stegen?

Auch die ehemaligen U21-Torhüter Marc-André ter Stegen (FC Barcelona) oder Bernd Leno (Bayer Leverkusen) sind Kandidaten für eines der drei "Oldie-Tickets". Die erste Wahl hat mit Blick auf die EM in Frankreich aber Bundestrainer Joachim Löw. Das gilt auch für die einstigen U21-Stützen Emre Can (FC Liverpool), Matthias Ginter (Borussia Dortmund) oder den jüngst von Löw nominierten Jonathan Tah (Bayer Leverkusen) - und mögliche weitere Akteure aus Hrubeschs Team. "Die Planungen für den EM-Kader laufen, junge Spieler aus der U21 stehen auch auf meiner Liste", sagte Löw am Mittwoch.
Über all das verliert Hrubesch derzeit ohnehin kaum ein Wort, bis zur Nominierung hat er noch Zeit. Zunächst gilt es, gegen die Färöer und Russland eine makellose Bilanz auszubauen: Die U21 hat bislang alle fünf EM-Qualifikationsspiele gewonnen, mit zwei weiteren Siegen wäre die Teilnahme an der Endrunde in Polen nahezu perfekt.
"Wir wollen die U21 mit einer sauberen Weste übergeben", sagt Hrubesch, dessen Platz auf der Trainerbank nach Olympia Marcus Sorg übernehmen wird. Spätestens dann dürfte auch bei Hrubesch ein wenig Wehmut aufkommen.
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