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"Einfach nur überglücklich!" Deutschland mit spätem Doppelschlag ins EM-Finale

"Einfach nur überglücklich!" Deutschland mit spätem Doppelschlag ins EM-Finale

27/06/2019 um 20:20Aktualisiert 27/06/2019 um 23:07

Deutschland hat das Halbfinale bei der U21-EM gegen Rumänien mit 4:2 (1:2) gewonnen und trifft nun im Endspiel auf Spanien. Nadiem Amiri brachte das DFB-Team im Stadion Renato Dall'Ara vonn Bologna in Führung (21.), ehe George Puscas (26., Elfmeter, 44.) die Partie drehte. Luca Waldschmidt gelang der Ausgleich (51.) und in der 90. Minute das 3:2, ehe Amiri (90.+4) nachlegte.

So lief das Spiel:

Bei Temperaturen von fast 40 Grad in Bologna ließen die Mannschaften in den ersten 20 Minuten ruhig angehen, Fehlervermeidung hatte zu Beginn auf beiden Seiten oberste Priorität. Das änderte sich in der 21. Minute, als Amiri zum Solo aus der eigenen Hälfte ansetzte und das Leder aus 17 Metern flach im rumänischen Kasten versenkte (21.).

Doch die deutsche Führung sollte nur etwa fünf Minuten Bestand haben: Nach Foul von Timo Baumgartl an Rumäniens Supertalent Ianis Hagi kassierte die DFB-Elf den vierten Elfmeter im viertel Turnierspiel. Obwohl Alexander Nübel mit einer Hand noch am Ball war, konnte der Schalker den Strafstoß von Puscas nicht mehr entscheidend parieren (26.).

Deutschland agierte im weiteren Verlauf der ersten Hälfte über weite Strecken passiv und in vielen Situation unkonzentriert. Nachdem Bremens Maximilian Eggestein ein viel zu hartes Zuspiel von Maximilian Mittelstädt nicht kontrollieren konnte, rollte der rumänische Gegenstoß. Andrei Ivan bediente abschließend mit einer maßgenauen Flanke Angreifer Puscas, der eiskalt in die rechte Ecke einköpfte (44.).

Die DFB-Junioren kamen mit einem anderen Gesicht aus der Pause, nach 51 Spielminuten stand es auch schon wieder 2:2. Ein Trikotzupfer von Hagi an Mo Dahoud hatte einen berechtigten Elfmeter für Deutschland zufolge, Waldschmidt traf mit seinem sechsten Turniertor in die rechte Ecke zum Ausgleich (51.).

Die Elf von Trainer Stefan Kuntz baute in der Folge immer mehr Druck auf, während die rumänische Gegenwehr mit zunehmender Spieldauer nachließ. Nachdem Joker Lukas Nmecha in der 86. Minute noch eine Riesenchance ausließ, versetzte Waldschmidt Rumänien per Freistoß in der 90. Minute den entscheidenden Nackenschlag.

Nach der Roten Karte gegen Alex Pascanu durfte sich in der Nachspielzeit auch Amiri nochmal als Freistoßschütze probieren und machte den deutschen Finaleinzug mit dem zweiten sehenswerten Freistoßtreffer in der Schlussphase perfekt (90.+4).

Die Stimmen:

Stefan Kuntz (Trainer Deutschland): "Ich kann nur den Hut vor meinen Jungs ziehen, das haben sie klasse gemacht. Es war einfach eine tolle Mannschaftsleistung."

Luca Waldschmidt (Deutschland): "In der ersten Halbzeit sind wir nur schwer ins Spiel gekommen. Wir wollten in der zweiten Halbzeit ein anderes Gesicht zeigen und haben die Rumänen müde gespielt."

Nadiem Amiri (Deutschland): "Ich bin einfach nur überglücklich, dass wir ins Finale gekommen sind. Wir haben gezeigt, dass wir über unsere Grenzen gehen können."

Der Tweet zum Spiel:

Mats Hummels hat's irgendwie geahnt...

Das fiel auf: Deutschlands zwei Gesichter

Nach einer durchwachsenen ersten Hälfte mit vielen Ballverlusten und nur wenig Aggressivität in den Zweikämpfen steigerte sich die DFB-Elf nach der Pause um Welten. Plötzlich lief der Ball wie an der Schnur in den eigenen Reihen, die Rumänen wurden von Minute zu Minute mehr mürbe gespielt. Der späte Doppelschlag durch Deutschland war da nur die logische Konsequenz einer erheblichen Steigerung.

Die Statistik: 3

Nach 2009 und 2017 zieht die deutsche U21-Nationalmannschaft ins EM-Finale ein. Beide bisherigen Finalspiele konnten die DFB-Junioren für sich entscheiden.

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