Der deutschen Mannschaft von Trainer Stefan Kuntz hätte ein Remis gegen die Rumänen zum Einzug ins Viertelfinale am 31. Mai gereicht – gegen die Mannschaft von Adrian Mutu musste Deutschland aber erst einmal kniffelige Anfangsminuten überstehen.
In der dritten Minute brachte Marco Dulca nach einer Olaru-Ecke das Leder erstmals aufs deutsche Tor, doch der Versuch wurde noch vor dem Pfosten abgefangen. Nur 120 Sekunden später wurde es noch gefährlicher, als ein halbhoher Schlenzer von Alexandru Matan am rechten Pfosten landete (5.).
Der Alu-Klatscher weckte die deutsche Elf auf, die sich fortan ins Spiel hereinarbeitete, ab der zehnten Minute die Kontrolle übernahm und Ballbesitzanteile um 70% verbuchen konnte. In der 20. Spielminute wurde Deutschland erstmals nach einer Ecke von David Raum gefährlich, doch Lukas Nmecha konnte Nico Schlotterbecks Kopfballverlängerung aus schwierigem Winkel nicht mehr aufs Tor bringen.
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VOR EINER STUNDE
Vier Minuten nach dieser Szene steckte Mergim Berisha im perfekten Moment in den Lauf von Mateo Klimowicz durch, der wiederum alleine vor Andrei Vlad auftauchte und den Keeper per Lupfer überlistete. Der Ball wurde jedoch in letzter Sekunde von Alexandru Pascanu von der Linie gekratzt (24.).
Nach weiteren Halbchancen durch Ridle Baku (31.), der einen Kopfball nicht mehr gedrückt bekam, sowie einem harmlosen Rechtsschuss von Nmecha aus knapp 13 Metern hätte Berisha die Deutschen nach einem feinen Spielzug über Josha Vagnoman und Baku in Führung bringen können. Allerdings war ein Rumäne zur Stelle und blockte den Schuss des RB Salzburg-Akteurs aus zehn Metern zur Ecke ab. So ging es mit einem schmeichelhaften 0:0 für Rumänien in die Pause.
Die Rumänen waren in Durchgang zwei - aufgrund der Führung der Niederlande im Parallelspiel gegen Ungarn - in der Bringschuld und kamen mit Dampf aus der Kabine. Die Deutschen waren um Ruhe und Kontrolle bemüht – dies gelang allerdings nur bedingt.
Nachdem Amos Pieper in der 64. Minute Darius Olaru an der Strafraumkante zu Fall brachte, hatte Rumänien in Person von Freistoß-Künstler Andrei Ciobanu die Chance auf die Führung, doch der Versuch kam zu lasch und unplatziert und war somit kein Problem für Finn Dahmen.
Fünf Minuten später bekam die DFB-Elf auf der Gegenseite – nach Foul von Denis Ciobotariu an Berisha – einen Freistoß in ähnlicher Position. Der Gefoulte trat selbst an und schoss das Spielgerät in die Mauer, wo Adrian Petre den Ball an die Hand bekam – Elfmeter! Nmecha trat an und setzte das Leder an den rechten Pfosten (72.).
Deutschland musste weiterhin um den Viertelfinal-Einzug bangen – auch weil der eingewechselte Jonathan Burkardt drei Minuten später mit einem halbhohen Schlenzer an Vlad scheiterte (75.).
In der Schlussphase musste die deutsche Elf, die platt wirkte, einige brenzlige Situationen überstehen, tat dies aber und behielt eine weiße Weste. Pieper verpasste mit einem Kopfball kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit den späten Siegtreffer. Sein Versuch landete aus fünf Metern am Querbalken – es blieb beim 0:0. Das reichte Stefan Kuntz und seinen Mannen zum Weiterkommen als Gruppenzweiter hinter den Niederlanden. Rumänien scheidet dagegen aus dem Turnier aus.

Die Stimmen:

Niklas Dorsch (Deutschland U21): "Es war ein sehr schwerer Weg. Wir haben viele Chancen herausgespielt, aber das Tor nicht gemacht - so mussten wir am Ende zittern. Die Rumänen haben ihre Qualität gezeigt. Defensiv haben wir es sehr gut gemacht und wenig zugelassen, bis auf die Chancen in der Anfangsphase. (…) Wir haben einen Elfmeter verschossen und die Latte getroffen – heute kam alles zusammen. Wir heben uns die Tore für das Viertelfinale auf. (…) Nach dem verschossenen Elfer wusste ich, dass wir alles reinhauen müssen. Das haben wir dann auch gemacht."
Stefan Kuntz (Trainer Deutschland U21): "Das ganze Turnier war bisher anstrengender als erwartet – sowohl für den Trainerstab als auch für die Spieler. In den zehn Tagen, in denen wir hier zusammen sind, hat sich eine wunderbare Führungs-Crew herauskristallisiert, die auch mannschaftsintern einiges regelt. (…) Die Spieler sind mit meiner Taktik mitgegangen, keine Rechenspiele zu machen sondern auf das Tor zu gehen. Wir haben uns mehr Chancen erarbeitet als in den letzten Spielen, haben es aber oft nicht sauber ausgespielt. Vielleicht hat etwas die Konzentration gefehlt, viele Jungs sind auf dem Zahnfleisch gegangen. (…) Nach dem Abpfiff habe ich den Jungs gratuliert, dass sie sich die Chance erarbeitet haben, sich Ende Mai im Finalturnier auf diesem Niveau zu beweisen."

Der Tweet zum Spiel:

Lukas Nmecha verpasste mit seinem vergebenen Elfmeter in der 72. Minute die Vorentscheidung zu Gunsten der deutschen Elf, die so bis zum Schlusspfiff um den Einzug ins Viertelfinale zittern musste.

Das fiel auf: Reife Vorstellung der DFB-Elf

Deutschland spielte in den ersten 45 Minuten die beste Halbzeit des Turniers. Pieper und Schlotterbeck öffneten durch punktgenaue Diagnoalbälle immer wieder Räume, Dorsch und Maier leiteten das Spiel aus der Mittelfeldzentrale heraus souverän. Die deutsche U21 bot eine sehr erwachsene Leistung mit guter Raumaufteilung und passendem Positions- und Passspiel.
In der zweiten Hälfte ließ Deutschland etwas nach, was auch an den offensichtlich schwindenden Kräften lag. Dennoch hielt die DFB-Elf gut dagegen, traf selber zwei Mal das Aluminium.

Die Statistik: 9

In einem intensiven und körperlich-geführten Spiel musste der spanische Schiedsrichter Guillermo Cuadra Fernandez gleich neun Mal die Gelbe Karte zücken.
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