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Belgien schlägt die Schweiz und übernimmt die Tabellenführung in der Nations League

Traumstafette zum Sieg: Belgien hält Schweiz auf Distanz

12/10/2018 um 22:41Aktualisiert 12/10/2018 um 23:51

Belgien hat sich in der Gruppe 2 der ersten Liga der Nations League eine gute Ausgangsposition für den Gruppensieg geschaffen. Die "Roten Teufel" setzten sich in einer spannenden Partie mit 2:1 (0:0) gegen die Schweiz durch und übernehmen damit die Tabellenführung. Romelu Lukaku (58./84.) erzielte beide Treffer für die Belgier, Mario Gavranovic (76.) gelang der zwischenzeitliche Ausgleich.

So lief das Spiel:

Die Zuschauer im König-Baudouin-Stadion sahen im ersten Abschnitt ein 0:0 der besseren Sorte. Belgien begann forsch, nach kurzer Zeit wurden die Schweizer allerdings aktiver, schafften es aber nur selten, sich in die Gefahrenzone zu kombinieren. Die "Roten Teufel" hatten ein Chancenplus (7:3 Torschüsse), kamen aufgrund der dicht verteidigenden Gäste aber meist nur aus der Distanz zum Abschluss und schafften es nicht, Keeper Yann Sommer zu bezwingen. Die "Nati" hatte zwar etwas mehr Ballbesitz, ihr gelang es aber vor allem im vorderen Drittel nur selten, Lücken zu reißen.

Gleiches Bild im zweiten Durchgang: Der Gastgeber war nach dem Wiederanpfiff zunächst aktiver und ging verdient in Führung. Eden Hazard wurde im linken Halbfeld nicht gestört und bediente Dries Mertens am Strafraumrand. Dieser passte zu Thomas Meunier in die Box, der nach rechts zu Romelu Lukaku weiterleitete. Der ManUnited-Stürmer schoss mit der Innenseite flach aufs Tor. Sommer war mit den Fingern dran, konnte den Einschlag zum 1:0 aber nicht verhindern (58.).

Die Eidgenossen verarbeiteten den Gegentreffer sehr schnell und vergaben drei Minuten nach dem 0:1 die Ausgleichschance. Eine Standardsituation sorgte in einer Phase, in der relativ wenig Torgefahr entstand, für den Ausgleich: Xherdan Shaqiri schlug einen Freistoß vom rechten Sechzehnerrand an den langen Pfosten, wo Nico Elvedi sich davonstahl und von der Grundlinie per Kopf ablegte. Der sieben Minuten zuvor eingewechselte Mario Gavranović zog direkt ab und traf flach zum 1:1 (76.).

Im Anschluss erspielten sich die Belgier eine Vielzahl toller Möglichkeiten und erzielten den verdienten 2:1-Siegtreffer: Meunier spielte von rechts nach innen auf E. Hazard, der mit der Hacke auf Lukaku ablegte. Dieser bediente Mertens mit einem Kontakt, der direkt zu seinem Passgeber spielte. Aus sechs Metern vollendete der Knipser diese Traumstafette zum 2:1-Endstand (84.).

Belgien übernimmt die Tabellenführung in der Gruppe 2 der Liga A. Am kommenden Dienstag kommt es für die "Diables Rouges" in einem Testspiel zum Nachbarschaftsduell gegen die Niederlande. Die Schweiz muss bereits am Montag in der Nations League gegen die punktlosen Isländer ran.

Die Stimmen:

Roberto Martínez (Nationaltrainer Belgien) über das Spiel: "Ich bin zufrieden, denn wir haben gegen eine gute Mannschaft gespielt. Die Mentalität war sehr gut. Wir hatten viele Chancen, um mehr zu erzielen." Und über seinen Co-Trainer Thierry Henry: "Eines Tages wird er gehen und ein großartiger Trainer werden. Heute, morgen, in sechs Monaten - auf jeden Fall wird er diesem Team seinen Stempel aufdrücken."

Yannick Carrasco (Belgien): "Es war sehr harte Arbeit. Die Schweiz war sehr gut, aber wir konnten den Sieg halten."

Vladimir Petković (Nationaltrainer Schweiz): "Wir haben frech gespielt, waren am Ende aber zu wenig konsequent. In der eigenen Zone waren wir zu wenig nahe am Mann."

Mario Gavranović (Schweiz): "Es ist eine Schande, dass wir verloren haben, aber wir haben viele positive Dinge getan."

Granit Xhaka (Schweiz): "Es ist bitter und auch traurig, dass wir gegen die Großen seit einigen Jahren gut mithalten, aber diese Spiele doch regelmäßig verlieren."

Yann Sommer (Schweiz): "Es ist schade. Das Match muss man nicht verlieren. Wir hatten es gut im Griff, auch wenn Lukaku vor dem 2:1 noch eine große Chance hatte. Leider haben wir uns nicht belohnt für eine gute Leistung."

Der Tweet zum Spiel:

Mit Hoffenheims Steven Zuber stand ein weiterer Bundesliga-Legionär in der Anfangsaufstellung. Außer Remo Freuler (Atalanta Bergamo) kickte jeder aus der Schweizer Startformation schon im deutschen Fußball-Oberhaus.

Das fiel auf: Letzter Auftritt von Thierry Henry?

Die Statistik: 45

Lukaku traf in seinem 78. Länderspiel bereits zum 45. Mal. Er ist mit nur 25 Jahren Rekordtorschütze der belgischen Nationalmannschaft.

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