So lief das Spiel:

UEFA Nations League
Elfmeter-Wahnsinn in der Nachspielzeit: England ringt Island nieder
05/09/2020 AM 18:11

Exakt 453 Tage nach dem Gewinn der ersten Ausgabe der Nations League startete am Samstagabend auch Titelverteidiger Portugal in den Wettbewerb. Die Partie gegen den Vizeweltmeister Kroatien wurde im Estádio do Dragão in Porto ausgetragen - leider wieder vor leeren Rängen.

Mit Cristiano Ronaldo gab es dennoch einen sehr bekannten Zuschauer, der auf der Tribüne Platz nahm. Der Superstar von Juventus Turin fehlte Nationaltrainer Fernando Santos aufgrund einer Entzündung im rechten Fuß. Sein Fehlen sollte sich jedoch kaum bemerkbar machen.

Portugal war von Beginn an die tonangebende Mannschaft und kombinierte sich sicher und zügig nach vorne. Die Kroaten zogen sich weit zurück und überließen den Hausherren das Geschehen - ein Spiel mit dem Feuer, wie sich schnell herausstellen sollte.

Portugal erarbeitete sich Chance um Chance und fand in Kroatien-Schlussmann Dominik Livakovic seinen Meister. Erst parierte der Keeper von Dinamo Zagreb einen schönen Außenrist-Versuch von João Cancelo, dann hielt er zweimal glänzend gegen Pepe, der nach einer Ecke gleich zweimal aus kürzester Distanz zum Abschluss kam.

Doch nicht nur Livakovic‘ Reflexe verhinderten die Führung der Gastgeber, auch das Torgebälk der Kroaten half mit. Erst setzte João Félix einen Schuss von der Strafraumkante an den Pfosten, sieben Minuten später scheiterte Diogo Jota mit einem Kopfball am Gestänge.

Da bekanntlich aller guten Dinge drei sind, nagelte auch noch Raphaël Guerreiro einen Distanzschuss an den Pfosten. Die Kroaten präsentierten sich über weite Strecken der Partie desolat und ließen die quirligen Ballkünstler des Gegners gewähren. So auch in der 42. Minute als Außenverteidiger Cancelo mit einer spektakulären Einzelaktion den Bann brach und mit einem Linksschuss in den Giebel die hochverdiente Halbzeit-Führung für die Portugiesen besorgte.

Wer dachte, dass die Kroaten jetzt mit mehr Elan aus der Pause kommen würden, der irrte. Es bot sich der gleiche Anblick wie in Abschnitt eins: Portugal dominierte und kombinierte, Kroatien schaute zu und bot Geleitschutz. In der 58. Spielminute krönte Jota seine starke Leistung folglich mit dem 2:0. Sein Teamkollege aus Wolverhampton, João Moutinho, hatte den Treffer eingeleitet.

Nur zehn Minuten später schoss sich dann auch Félix den Frust von der Seele. Bei seinem Tor sah der Held der ersten Halbzeit, Schlussmann Livakovic, dann eher unglücklich aus. Mit dem 3:0 war das Spiel endgültig entschieden.

In der Nachspielzeit erzielte der eingewechselte Bruno Petkovic nach Vorarbeit des Ex-Frankfurters Ante Rebic den späten Ehrentreffer für die Gäste. Den Schlusspunkt setzte aber dennoch Portugal: Der ebenfalls eingewechselte André Silva (Eintracht Frankfurt) stocherte eine Eckball-Verlängerung von Pepe zum 4:1 über die Linie. Ein Endstand, der auch in der Höhe verdient ist.

Die Stimmen:

Fernando Santos (Trainer Portugal): "Nach dem, was ich im Training gesehen habe, habe ich eine gute Leistung erwartet, obwohl ich wusste, dass es ein körperliches Problem gibt. Die Spieler kennen sich gut. Wir haben ein gutes Spiel gespielt."

Diogo Jota (Portugal): "Wir wussten, dass es wichtig sein würde, den Ball zu halten. Wir hatten viele Möglichkeiten und am Ende ein tolles Ergebnis erzielt. Natürlich bin ich froh, mein erstes Tor erzielt und der Mannschaft geholfen zu haben."

Zlatko Dalic (Trainer Kroatien): "Herzlichen Glückwunsch an die portugiesische Mannschaft, die uns in allen Segmenten des Spiels übertroffen hat und das bessere Team war. Wir waren nicht einmal in der Nähe des erforderlichen Niveaus und haben eine so hohe Niederlage verdient. Wir waren in jedem Duell zu spät und sind jedem Ball hinterher gelaufen. Wir waren einfach nicht aggressiv genug."

Der Tweet zum Spiel:

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Was sein muss, muss sein: Auch für Superstar Cristiano Ronaldo gilt: Maskenpflicht auf der Tribüne! Dem Hinweis der Stadion-Mitarbeiterin kommt CR7 natürlich gerne nach.

Das fiel auf:

Die Portugiesen bildeten eine homogene Einheit, die für den Gegner extrem schwer auszurechnen war. Im Zentrum verteilte ManUnited-Spielmacher Bruno Fernandes die Bälle exzellent oder suchte selbst– wenngleich ohne Erfolg – den Abschluss. Auf den Flügeln starteten die Außenverteidiger Guerreiro und Cancelo immer wieder aus der tiefe durch und schafften so Räume für die kleinen und quirligen Außen Bernardo Silva und Diogo Jota. Die England-Legionäre Jota (Wolverhampton) und Cancelo (Manchester City) krönten ihre guten Leistungen jeweils mit einem Tor.

Die Statistik: 25

Ganze 25 Torschüsse gaben die Portugiesen in 90 Minuten ab. Dabei trafen sie gleich drei Mal den Pfosten. Kroatien-Keeper Livakovic spielte teilweise über seinen Verhältnissen und vereitelte besonders im ersten Abschnitt viele Großchancen. Die enttäuschenden Kroaten dagegen kamen gerade einmal zu mickrigen fünf Abschlüssen, von denen keiner so richtig gefährlich war. Allein das Verhältnis der Torabschlüsse macht deutlich, wie verdient der Sieg für die Hausherren war.

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