In der Wiederauflage des WM-Finals von 2018 setzte Frankreich-Chefcoach Didier Deschamps unter anderem auf das Bundesliga-Trio bestehend aus Benjamin Pavard (FC Bayern), Moussa Diaby (Bayer Leverkusen) und Christopher Nkunku (RB Leipzig). Bei den Kroaten nahmen die Bundesliga-Akteure Andrej Kramaric (TSG Hoffenheim) und Mario Pongracic (Borussia Dortmund) vorerst auf der Bank Platz.
Beide Mannschaften tasteten sich in der Anfangsviertelstunde zunächst behutsam ab. Erstmals gefährlich wurde es in der 18. Minute, als Mateo Kovacic Ante Budimir mit einem herrlichen Steckpass durch das gesamte Zentrum bediente. Mike Maignan im Kasten der Équipe Tricolore blieb aber lange stehen und vereitelte den Abschluss von Budimir mit einem blitzsauberen Reflex.
Nach einer halben Stunde jubelte dann die Deschamps-Elf, der Treffer von Nkunku nach Zuspiel von Diaby zählte aufgrund einer vorausgegangenen Abseitsposition allerdings nicht (31.). Kurz vor der Pause hatte dann Diaby noch die Möglichkeit zum Führungstreffer, der Leverkusener scheiterte aber aus spitzem Winkel am glänzend aufgelegten Dominik Livakovic im Tor der Gastgeber.
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Sieben Minuten nach dem Seitenwechsel konnten die Les Bleus dann endlich ihre Geschwindigkeitsvorteile in etwas Zählbares ummünzen. Wissam Ben Yedder schickte Adrien Rabiot mit einem überlegten Zuspiel über links auf die Reise. Der Juve-Profi behielt im Strafraum vor Livakovic die Nerven und wuchtete den Ball zur französischen 1:0-Führung in die Maschen (52.).
Die Gäste spielten nun befreiter auf, ließen im Verlauf der zweiten Hälfte weitere Tormöglichkeiten ungenutzt. So konnte der eingewechselte Antoine Griezmann in einer Zwei-gegen-Zwei-Situation den Ball nicht im Tor unterbringen (77.). Dies sollte sich kurze Zeit später rächen.
Der ebenfalls eingewechselte Jonathan Clauss verursachte mit einem Rempler gegen Kramaric einen klaren Elfmeter, hatte dabei Pech, dass der Hoffenheimer um Haaresbreite nicht im Abseits stand. Nach kurzer Rücksprache mit seinen Assistenten zeigte Referee Marco Guida auf den Punkt. Der Angreifer trat selbst an und verwandelte - in bester Lewandowski-Manier - sicher mit einem Zwischenschritt (83.).
In der hektischen Schlussphase hatten sowohl Griezmann für die Gäste (89.) als auch Luka Sučić für die Hausherren (90.+4) noch die jeweiligen Führungstreffer auf dem Fuß. Beide ließen ihre Möglichkeiten aber kläglich liegen. Damit endete die Partie nach 90 Minuten mit einem leistungsgerechten 1:1-Remis.

Die Stimmen:

Andrej Kramaric (Kroatien): "Das ist ein super Punkt, gegen den Weltmeister. Wir wollten einen Sieg und drei Punkte. Schade, dass wir die Energie des Stadions dann nicht genutzt haben. Die Franzosen sind seit Jahren die Besten, schade, dass wir sie nicht endlich besiegt haben."
Luka Modric (Kroatien): "Ich denke, wir können mit dem gezeigten Spiel zufrieden sein. Wir haben ein gutes, kompaktes Spiel gespielt. Unsere Spielweise hat uns mit dem Tor dann belohnt. Wir haben noch zwei Spiele vor uns. Wir haben gezeigt, dass wir mit Frankreich umgehen können, denen zwar einige Stammspieler fehlten, aber dennoch ist es eine sehr starke Mannschaft."
Didier Deschamps (Trainer Frankreich): "Wir waren relativ gut mit dem Ball. In der zweiten Halbzeit waren sie (Kroatien, Anm. d. Red.) praktisch chancenlos. Daher bin ich mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden, aber es hat vielen Spielern Spielzeit verschafft. Ich denke, wir haben gute Dinge vollbracht, wenn man die ganzen Änderungen betrachtet, die wir vorgenommen haben."
Adrien Rabiot (Frankreich): "Ich persönlich bin ziemlich enttäuscht, ich denke die Mannschaft auch. Wir hatten das Spiel gut im Griff. Durch einen Flüchtigkeitsfehler kassieren wir einen Elfmeter gegen uns. Wir hätten das Spiel gewinnen müssen, daraus wurde dann nichts. Wir ruhen uns manchmal mental zu sehr aus. So holen wir nur einen Punkt, obwohl wir heute den Sieg verdient hätten."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Chancenwucher und Pech bringen Frankreich um den Sieg

Das 1:1 geht nach 90 Minuten insgesamt in Ordnung. Mit einer kaltschnäuzigen Chancenverwertung und mehr Cleverness wäre ein Sieg für die Les Bleus allerdings in jedem Fall denkbar gewesen. Christopher Nkunkus Führungstreffer zählte aufgrund einer korrekten Abseitsposition knapp nicht. Antoine Griezmann scheiterte zweimal kläglich aus vielversprechender Position vor dem Tor. Und knapp zehn Minuten vor Spielende avancierte der eingewechselte Jonathan Clauss mit seinem plump verursachten Strafstoß zum Pechvogel des Tages. So findet sich die Équipe Tricolore nach zwei Spieltagen in der Gruppe 1 auf einem mageren dritten Platz wieder.

Die Statistik: 150

Luka Modric absolvierte im Duell gegen Frankreich sein 150. Spiel im Dress der kroatischen Nationalmannschaft.
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