Bei der WM 1982 in Spanien trafen Deutschland und Österreich im letzten Gruppenspiel in Gijon aufeinander. Damals reichte ein 1:0 für das DFB-Team beiden Mannschaften zum Einzug ins Achtelfinale. Gleichzeitig bedeutete das Ergebnis, dass Algerien, das einen Tag zuvor sein letztes Duell in der Gruppenphase mit gegen Chile gewonnen hatte, ausgeschieden wäre.
Und so sollte es auch kommen. Nachdem Horst Hrubesch in der 10. Minute das "erlösende" 1:0 für Deutschland erzielt hatte, stellten beide Mannschaften das Fußballspielen ein, schoben sich die Bälle demotiviert durch die eigenen Reihen. Sehnten dem 80 Minuten entfernten Ende endgegen.

FIFA zieht Konsequenzen

WM
Farce in der Schlussphase: Japan "verliert" sich ins Achtelfinale
28/06/2018 AM 15:52
Die Zuschauer trauten ihren Augen nicht, pfiffen, buhten, wedelten mit Geldscheinen. Eberhard Stanjek, der das Spiel als Kommentator in der ARD begleitete, weigerte sich sogar, weiterzukommentieren. Bis dato ein Novum im Weltfußball, die "Schande von Gijon" war geboren.
Die Konsequenzen zog die FIFA unmittelbar nach dem Turnier. Um ähnliche Szenen bei zukünftigen Turnieren zu vermeiden, finden die jeweils letzten Gruppenspiele aller Mannschaften seit 1984 bei Europa- und Weltmeisterschaften zeitgleich statt.

Japan erinnert an 1982

Und dennoch: Beim Spiel Japan gegen Polen am Donnerstag in Wolgograd wurden Stadionbesuchenr und Fernsehzuschauer unweigerlich an 1982 erinnert.
Als die Japaner beim Stand von 0:1 vom Führungstreffer der Kolumbianer gegen Senegal im Parallelspiel erfuhren, hörten die Asiaten abrupt auf, nach vorne zu spielen. Die Zwischenstände reichten Japan zum Einzug in die K.o.-Runde. Punkt- und torgleich mit dem Senegal (auch im direkten Duell trennte man sich remis), sicherte die Fairplay-Wertung das Weiterkommen. Japan hatte in der Vorrunde nur vier Gelbe Karten gesehen, der Senegal sechs.
Die Folge war unansehnlicher und einer WM unwürdiger Standfußball. Der Ball wurde von links nach rechts unmotiviert durch die eigenen Reihen geschoben. Auch die Polen, die bereits vor Anpfiff der Partie ausgeschieden waren, griffen den Gegner nicht mehr an. Wieder Pfiffe von den Rängen. Wieder eine fußballerische Schande.

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