48 Mannschaften bei Weltmeisterschaften, eine neue Klub-WM mit 24 Teams - und ein Ende des Gigantismus des Fußball-Weltverbandes FIFA ist offenbar noch lange nicht in Sicht.
Denn zukünftig könnte es Weltmeisterschaften in Dauerschleife geben. Schon am Freitag werden die 211 Mitgliedsverbände im Rahmen des 71. Kongresses über einen entsprechenden Vorschlag des nicht gerade als Fußball-Weltmacht bekannten Saudi-Arabiens beraten.
Der Golfstaat würde gerne eine Machbarkeitsstudie zur Durchführung der Titelkämpfe im Zwei-Jahres-Rhythmus sowohl bei Männern als auch Frauen auf den Weg bringen. Dies dürfte dem Saudi-Arabien durchaus nahestehenden FIFA-Präsidenten Gianni Infantino gefallen.
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Schließlich machte der sich zuletzt für Änderungen im internationalen Spielkalender ab dem Jahr 2024 stark. Plänen zur Austragung der Weltmeisterschaft alle zwei statt wie bislang bloß alle vier Jahre schien er alles andere als abgeneigt.

Infantino: "Müssen gegenüber allen Ideen offen sein"

"Wir müssen gegenüber allen Vorschlägen und Ideen offen sein", antwortete der 51-Jährige im März auf die entsprechende Frage. Auf der Suche nach den bestmöglichen Lösungen dürfe es "keine Tabuthemen" geben. Die Zustimmung zu der Machbarkeitsstudie würde schonmal eine kleine Tür für seine nächste Revolution öffnen - und in seine Ära passen.
Denn die Schaffung von größeren und auch mehr Wettbewerben unter dem Dach der FIFA hat sich Infantino besonders auf die Fahne geschrieben, schließlich wachsen damit auch die Einnahmen des Weltverbandes.
Für die Erfüllung dieser Mission geht er gerne auch auf Konfrontationskurs mit der Europäischen Fußball-Union (UEFA) und den ohnehin aufgrund des prall gefüllten Spielkalenders vor Belastung ächzenden Spielern.

Gianni Infantino, FIFA-Präsident

Fotocredit: Getty Images

Setzt Infantino Blatters Vorschlag in die Realität um?

Die Idee der alle zwei Jahre stattfindenden Weltmeisterschaft ist nicht gänzlich neu. Schon vor 20 Jahren hatte der damalige FIFA-Präsident Sepp Blatter den Vorschlag gemacht, doch dann wurde es lange still um die Pläne. Erst 2018 belebte der Chef des südamerikanischen Verbandes CONMEBOL die Idee wieder. "Es ist für die Spieler, weil sie vier Weltmeisterschaften spielen könnten, wenn wir zu einem Zweijahreszyklus übergehen", argumentierte CONMEBOL-Präsident Alejandro Dominguez.
Auch der ehemalige Weltklassetrainer Arsène Wenger schlug in die gleiche Kerbe. "Da die Weltmeisterschaft alle vier Jahre stattfindet, gibt es nur sehr wenige Chancen, sie zu gewinnen", sagte der 71-Jährige "beIN Sports": "Deshalb sollten wir die Weltmeisterschaft vielleicht alle zwei Jahre veranstalten." Gleiches gelte für Europameisterschaften. Dafür solle der "ganze Rest" an vermeintlich verzichtbaren Wettbewerben wie die Nations League gestrichen und Länderspielpausen verdichtet werden, so Wenger weiter.
Doch noch ist das ganze ohnehin Zukunftsmusik. Denn die Zustimmung des Kongresses zu einer Machbarkeitsstudie wäre erst ein kleiner Schritt auf dem Weg zu Weltmeisterschaften im Zwei-Jahres-Rhythmus. Änderungen des internationalen Spielkalenders obliegen ausschließlich dem FIFA-Council, in dem Peter Peters als deutsches Mitglied am Donnerstag seine Arbeit aufnahm. Es könnte aber durchaus sein, dass er in seiner vierjährigen Amtszeit eine wegweisende Entscheidung in Sachen Weltmeisterschaft mit treffen wird.
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