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WM-Qualifikation

Start ins WM-Jahr: Löw zieht die Zügel an

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Julian Draxler (li.) und Jonas Hector (re.)

Fotocredit: Getty Images

VonSID
29/08/2017 Am 12:04 | Update 29/08/2017 Am 12:50

Joachim Löw hat die Qual der Wahl. Momentan hat der Bundestrainer "35 bis 40 Spieler" im Blick. Platz ist jedoch im Kader der WM in Russland 2018 nur für 23 Spieler. Joachim Löw kündigt zum Auftakt des WM-Jahres "den härtesten Konkurrenzkampf, den wir je erlebt haben" an - und droht seinen Weltmeistern. Denn mit dem Sieg im Confed-Cup wurde klar, dass auch die "Neulinge" Leistung erbringen können.

Joachim Löw kam mit einem Lächeln in seine alte Heimat nach Stuttgart, sein Urlaub nach dem Confed-Cup-Triumph sei "ruhig und entspannt" gewesen, ließ er wissen. Und doch hatte der Bundestrainer zum Auftakt ins WM-Jahr eine unverhohlene Drohung im Gepäck. Die klare Ansage, auch und gerade an seine Weltmeister: Wer bei der Mission Titelverteidigung schwächelt, ist raus!

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"Ich erwarte, dass es den härtesten Konkurrenzkampf geben wird, den wir je erlebt haben", sagte Löw den Stuttgarter Zeitungen. Er sichte derzeit "35 bis 40 Spieler" - für nur 23 Kaderplätze in Russland 2018.

Daher wissen auch die etablierten Spieler: Sie müssen immer an ihrem Leistungslimit spielen, um in der Mannschaft zu bleiben.

Ein deutlicher Hinweis für zuletzt schwächelnde Stars wie Jerome Boateng, Mesut Özil oder Thomas Müller.

Erste Umstellungen im Kader

Abwehrchef Boateng fehlt wie Kapitän Manuel Neuer nach langer Verletzungspause bei den Spielen in der WM-Qualifikation am Freitag in Prag gegen Tschechien und Montag in Stuttgart gegen Norwegen (jeweils 20.45 Uhr). Özil und Müller müssen sich jedoch beweisen, zumindest ihre Plätze in der ersten Elf sind gefährdet. "Zumindest seit ich dabei bin, war die Auswahl noch nie so groß", sagte Löw, der 2004 als Co-Trainer zum DFB-Team stieß.

Beim Treffen am Dienstag im Hotel Le Méridien am Stuttgarter Schlossgarten schwor Löw seine 24 Spieler, darunter noch 17 Confed-Cup-Sieger um Julian Draxler, auf die kommenden knapp zehn Monate bis zum WM-Start ein. Der harte Konkurrenzkampf sei für ihn da die "Headline", betonte Löw, und führte aus:

Worum es mir jetzt vor allem geht, ist die mentale Einstellung der Spieler.

Dabei müsse das Thema WM "trotz ihrer vielen Aufgaben in den Vereinen" schon jetzt "in den Mittelpunkt ihrer Gedanken rücken" - nicht erst im nächsten Jahr.

Junge Spieler "noch nicht auf Weltklasseniveau"

Neben seinen erfahrenen Spielern, "die nach wie vor gewaltige Qualitäten haben", drängten aus der U21 und dem Confed-Cup-Kader "viele junge, hungrige Spieler, die unbedingt noch einen ganz großen Titel gewinnen wollen", nach. Diese seien jedoch "noch nicht auf dem Weltklasseniveau, das man braucht, um den WM-Titel zu holen", betonte Löw erneut:

Sie gehören noch nicht in die Kategorie Kroos, Messi, Ronaldo, Neymar. Das aber muss die Messlatte sein: die absolute Weltklasse!

Volle Konzentration auf WM

Löw sieht es als seine Aufgabe, den ein oder anderen dieser Spieler bis zur WM (14. Juni bis 15. Juli) zumindest in die Nähe dieser Kategorie zu bringen, appellierte aber auch an "die grundsätzliche persönliche Einstellung" jedes Einzelnen: "Wie lebe ich? Wie professionell bin ich in meinem Tagesablauf? Tue ich alles dafür, um mich ständig zu verbessern? Darüber müssen sich die Spieler an jedem Tag im Klaren sein. Jeder braucht einen klaren Plan, den er abarbeiten muss."

Stufe eins von Löws Plan sieht zunächst die WM-Quali vor - der letzte Schritt nach Russland ist der erste auf dem Weg zur "historischen" (Löw) Titelverteidigung. Schon am Montagabend kann er gelingen, sofern "Verfolger" Nordirland Punkte lässt. Zugleich geht es für Löw darum, den Kreis der Kandidaten einzuengen sowie die Systemfrage zu erörtern.

"Mannschaft noch nicht immer am Limit"

Er habe das "Gefühl, dass die Mannschaft noch immer nicht an ihrem Limit ist", sagte Löw: "Das ist jetzt die große Herausforderung und der Reiz: den WM-Titel zu bestätigen, die Emotionen dieses Triumphs noch einmal zu haben. Wir können Historisches schaffen: Weltmeister, Confed-Cup-Sieger und noch einmal Weltmeister – das hat es noch nie gegeben." Auf geht's!

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