Der Spruch auf dem schwarzen Shirt war blanker Hohn. "Verteidiger der europäischen Kultur" stand auf der Brust eines ungarischen Chaoten, während vor ihm Dutzende Hooligans mit erhobenen Fäusten englische Polizisten angriffen. Minutenlang lieferten sich die Unverbesserlichen am Dienstag im Wembley-Stadion eine Prügelei mit Ordnungshütern und riefen ebenso die FIFA auf den Plan wie Fans in Albanien, die mit Flaschenwürfen in Richtung Robert Lewandowski und Co. fast einen Spielabbruch auslösten.
"Die FIFA verurteilt die abscheulichen Vorfälle in England und Albanien auf Schärfste", teilte der Weltverband am Mittwoch mit und kündigte Untersuchungen an. Besonders den Ungarn droht angesichts ihrer Vorgeschichte eine saftige Strafe - schon beim Hinspiel im September waren mehrere Fans mit Affenlauten gegen den Dortmunder Jude Bellingham und Stürmerstar Raheem Sterling negativ aufgefallen. Bei der EM hatte es ebenfalls Beleidigungen gegeben.
Auch am Dienstag war wohl ein rassistischer Vorfall der Zündfunke der Ausschreitungen. Nach Angaben der Polizei eskalierte die Situation kurz nach dem Anstoß beim Versuch der Festnahme eines Fans, der einen Steward rassistisch beleidigt hatte. Dutzende Rowdys drängten die Polizisten zunächst mit Tritten und Schlägen durch ein Mundloch zurück in den Umlauf des Stadions, ehe die Polizei mit Schlagstöcken die Lage in den Griff bekam.
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Schon vor dem Anstoß hatten Gästeanhänger beim Kniefall der englischen Nationalspieler lautstark gebuht sowie als Protest ein Banner präsentiert. Ungarns Nationaltrainer Marco Rossi antwortete auf eine Frage zu den Vorfällen nur mit "kein Kommentar".

Ungarn bereits auf Bewährung

Doch es drohen Konsequenzen: Nach dem Hinspiel war der Verband zu zwei Geisterspielen verurteilt worden, die zweite Partie wurde für zwei Jahre auf Bewährung ausgesetzt - diese Bewährung dürfte kaum zu halten sein.
Eine Strafe droht auch dem albanischen Verband: Im Heimspiel gegen Polen flogen in Tirana zahlreiche Plastikflaschen auf die Gäste, nachdem Karol Swiderski in der 77. Minute getroffen hatte. "Als die vollen Flaschen flogen, wurde es ein bisschen gefährlich", sagte Bayern-Torjäger Lewandowski anschließend dem Sender "TVP".
Lewandowski und Co. verschwanden daraufhin in der Kabine, das Spiel wurde für etwa 20 Minuten unterbrochen. "Wir wussten, dass es unwahrscheinlich ist, dass der Schiedsrichter das Spiel beendet und dass es fortgesetzt wird", sagte der Stürmer über die Wartezeit in den Katakomben. Also kamen die Polen zurück auf Feld - und brachten den Sieg ins Ziel. Es war die wohl beste Antwort, die Lewandowski und Co. geben konnten.
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(SID)

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