Geschafft und Erster! Als erste Nation weltweit sicherte sich die deutsche Nationalelf eines der 31 WM-Tickets für die Endrunde im Gastgeberstaat Katar im Advent 2022.
Das am Ende souveräne und deutliche 4:0 im Dauerregen von Skopje gegen Nordmazedonien brachte allen Beteiligten eine Menge Fleißpunkte und noch wichtiger die entscheidenden drei Punkte für das eigentliche Ziel: Die Teilnahme an der Winter-WM 2022 ist mit dem siebten Erfolg im achten Qualifikationsspiel fix, das Frühbucher-Ticket konnte gelöst werden.
Auch, da Rumänien mit 1:0 gegen Armenien gewann. Aber in erster Linie jedoch, weil Hansi Flick mit fünf Erfolg in fünf Spielen (und dabei 18:1 Toren) einen neuen Startrekord für Bundestrainer-Frischlinge aufstellte.
WM-Qualifikation
Pressestimmen zur gelungenen WM-Quali: "Hurra, wir fahren nach Katar!"
11/10/2021 AM 23:22
Noch 406 Tage sind es bis zur WM am Persischen Golf, eine Menge Zeit und zwei WM-Qualifikationsspiele im November, die für die DFB-Auswahl rein punktetechnisch bedeutungslos sind.

Noch 13 Monate bis zur Winter-WM in Katar

Beim Heimspiel in Wolfsburg gegen Underdog Liechtenstein (11.11.) soll Ex-Bundestrainer Joachim Löw offiziell verabschiedet werden, drei Tage darauf geht's zum Abschluss der Qualifikation nach Armenien (14.11.). Sicher dann ohne einige der Stars, die bis Weihnachten auch in der Champions League oder Europa League gefordert sind.
Das erste Etappenziel ist dank des Doppelpacks von Timo Werner und der Treffer von Chelsea-Kollege Kai Havertz und des eingewechselten Jamal Musiala also erreicht, mit neuem Schwung und einer Aufbruchstimmung, die nun über 13 Monate und Freundschaftsspiele (zwei im März), sechs Nations-League-Gruppenspiele (in der ersten Juni-Hälfte und im September) sowie eine Mini-Vorbereitung konserviert werden muss.
Das ist die schwierige Aufgabe für Flick, doch zunächst wollte der erkältete Coach auf das Geschaffte zurückschauen - nur wenige Monate nach dem schwachen Auftritt bei der EM mit dem farblosen Achtelfinal-Aus gegen England.
"Die Mannschaft hat eine Entwicklung gemacht. Man hat auch wieder gesehen, welche Mentalität sie auf den Platz gebracht hat", sagte Flick und meinte mit Blick auf die Herausforderungen des Jahres 2022: "Wir haben bis November nächsten Jahres Zeit, die Dinge noch besser zu machen und uns weiter zu entwickeln. Darauf freue ich mich."

Doppelpacker Werner dankt Flick

Der 56-Jährige hat wieder eine klare Struktur in die Mannschaft gebracht, ihr die vertraute Ordnung mit einer Viererkette zurückgegeben und das Mittelfeldzentrum mit Joshua Kimmich und Leon Goretzka zum Bollwerk gemacht. Nur zwei von acht Spielern des prägenden Bayern-Blocks, angeführt von Kapitän und Torhüter Manuel Neuer.
Auch Innenverteidiger Niklas Süle sowie Leroy Sané haben im Vergleich zur EM dank beständig guter Leistungen ihr Standing auf das Level anerkannter Stammspieler gehoben. Flick ist Spielerversteher und Bessermacher zugleich - siehe auch Timo Werner. Der Ex-Leipziger, der am Freitag beim 2:1 gegen Rumänien als Mittelstürmer sehr unglücklich agiert hatte, erzielte in Skopje zwei sehenswerte Tore, kommt damit in fünf Partien unter Flick auf fünf Treffer.
Vertrauen schafft Selbstvertrauen, der Glaube gibt Kraft. "Das tut mir sehr gut", sagte Werner über Flicks Rückendeckung und erklärte: "Ich habe schon oft gesagt, wenn ein Trainer einen mag und auf einen setzt, dann hilft das jedem Spieler. Gerade ich als Stürmer brauche dieses Vertrauen von außen vielleicht doppelt - und das gibt er mir zu 100 Prozent. Ich versuche, es so gut es geht zurückzuzahlen."
Sein Trainer freute sich über Werners Explosion: "Sein zweites Tor war das schönste - auch sein erstes hat er gut gemacht. Der Knoten ist bei der Mannschaft und bei Timo geplatzt." Die Komplimente wollte Flick nicht allein für sich behaupten, lobte "das gesamte Trainerteam" und betonte: "Die ganze Mannschaft hat sich für einen gefreut, der in der Kritik steht. Das ist enorm wichtig für die Entwicklung eines Teams, das fördern wir als Trainerteam und finden es natürlich super gut."

Flick mit Blick auf die WM: "Bin da sehr zuversichtlich"

Gut, richtig gut oder super gut? Wo steht diese Nationalelf nun 13 Monate vor der WM? Die Prüfsteine waren bisher eher aus der Kategorie Pflichtsiege.
Rumänien war als Nummer 42 der FIFA-Weltrangliste noch am höchsten gelistet, danach kamen Island (Rang 60), Nordmazedonien (74), Armenien (89) und Liechtenstein (188). Parallel zu den WM-Qualifikationspartien spielten mit Europameister Italien, Belgien, Spanien und Frankreich vier Schwergewichte um den nicht wirklich bedeutenden Nations-League-Titel, den Frankreich mit 2:1 im Endspiel gegen Spanien gewann, zeigten dabei qualitativ hochwertigen Fußball.
Ob diese DFB-Auswahl auch gegen solche Gegner bestehen kann, wurde Flick in Skopje gefragt. "Das ist schwierig zu vergleichen", meinte er, betonte jedoch: "Unsere Spieler haben auch die Qualität gegen Frankreich, Italien und Belgien zu bestehen. Ich bin da sehr zuversichtlich."

Deutschland gewinnt 4:0 in Nordmazedonien

Fotocredit: Getty Images

Goretzka mahnt: "Wir sollten weiterhin kleine Brötchen backen"

Manuel Neuer hatte ja ganz offensiv das Ziel formuliert, in Katar Weltmeister werden zu wollen. Flick sagte es so: "Es ist ein weiter Weg. Aber mit dieser Mentalität der Mannschaft ist einiges machbar."
Wie weit ist man noch von der Weltspitze entfernt? "Wir sollten weiterhin kleine Brötchen backen", mahnte Leon Goretzka und erklärte: "Wir sind auf einem guten Weg, haben aber noch einiges vor uns. Wir haben nicht mehr viel Zeit und deswegen müssen wir jedes Spiel und jedes Training nutzen, die Mannschaft weiter zusammenzuschweißen. Ich glaube, dafür gibt es kaum jemand Besseren als Hansi."
Sprach's und schmunzelte.
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