Joachim Löw setzt auch auf der Zielgeraden seiner Ära voll auf die Karte Jugend. Der Bundestrainer will Ende März mit den Jungstars Jamal Musiala und Florian Wirtz in die WM-Qualifikation starten. Die vielfach geforderte Rückkehr der Weltmeister von 2014 um den formstarken Thomas Müller hat er vertagt - er will sie nur im EM-Notfall umsetzen.
"Ich denke, man kann jetzt schon sagen, dass wir mit beiden planen", sagte Löw bei "RTL"/"ntv" über den Münchner Shootingstar Musiala (18) und Leverkusens Toptalent Wirtz (17). Das Duo wird demnach im Kader der Nationalmannschaft für die Qualispiele gegen Island (25.3.), in Rumänien (28.) und gegen Nordmazedonien (31.) stehen, den Löw am Freitag bekannt gibt.
Mit Blick auf die EM (11. Juni bis 11. Juli) sei es "gut, dass ich sie mal ein paar Tage bei uns sehe, wie sie sich in unserem Kreis zeigen, das ist vielleicht ein guter Fingerzeig in Richtung Turnier", sagte Löw. Eine Garantie für einen Einsatz sei dies jedoch nicht. Musiala etwa habe er bei dessen Entscheidung für den DFB und gegen die englische Auswahl "keine Versprechungen gemacht", betonte der Bundestrainer.
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Das gilt weiterhin auch für Müller, Mats Hummels und Jérôme Boateng. Das Trio sei derzeit keine Option, bestätigte Löw. Die einstigen WM-Helden kennen die Abläufe im DFB-Team gut, meinte er, und ließen sich für die EM notfalls auch kurzfristig problemlos integrieren. Deshalb habe eine endgültige Entscheidung Zeit bis zur Nominierung des Turnier-Kaders im Mai.

Löw muss auf England-Legionäre verzichten

Dabei werden Löw Ende des Monats wohl fünf Spieler fehlen. Sofern sich an der Einstufung des Vereinigten Königreichs als Virusvarianten-Gebiet nichts ändert, will Löw seine England-Legionäre nicht mal für das Spiel in Bukarest dazuholen. "Wir sind ja in einer Blase, und wenn dann Spieler dazukommen, dann birgt das immer Gefahren", gab er zu bedenken: "Das ist nicht die Lösung, die wir haben wollen." Demnach muss er ohne Ilkay Gündogan, Timo Werner, Kai Havertz, Antonio Rüdiger und Bernd Leno planen.
Die Spiele wie im Europacup zu verlegen, um Quarantäne-Anordnungen zu umgehen, lehnt Löw strikt ab. Ein solches Vorgehen entbehre für ihn "jeglicher Logik", sagte er mit Blick auf die teilweise sogar höheren Corona-Zahlen am Champions-League-Ersatzort Budapest. "Wir haben gesagt, die Länderspiele verlegen wir nicht irgendwo hin (...), weil das für uns jetzt auch wenig Sinn macht", sagte der 61-Jährige über die Heimpartien in Duisburg.
Vor der vorletzten Kadernominierung seiner 15-jährigen Amtszeit blickte der im Sommer scheidende Bundestrainer "zufrieden" zurück - und zuversichtlich nach vorne. Die Probleme in der Abwehr werde er in der EM-Vorbereitung "gut hinbekommen", glaubt er. Größere Sorgen bereiten ihm die vielen Ballverluste wie beim 0:6-Debakel in Spanien: "Das ist viel schwieriger zu trainieren."
Trotzdem ist Löw sicher, dass sein Team "ein klasse Turnier" spielen werde. Und sein Erbe? "Ich bin nicht befugt, Vorschläge zu machen", betonte er, gab seinem noch unbekannten Nachfolger aber schon mal eine Warnung mit auf den Weg: Die Arbeit als Nationaltrainer sei eine ganz andere als die im Verein.
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(SID)

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