"Ein ganzes Leben kann sich binnen einer Sekunde verändern. Das habe ich gelernt", berichtete der Weltmeister-Coach in der Zeit-Online-Serie "Mein schlimmster Tag".
Im Halbfinal-Rückspiel des Europacups der Pokalsieger in Ungarn am 23. März 1979 hatte Brand im Trikot des VfL Gummersbach einen Pass zu Deckarm gespielt. Dieser prallte unmittelbar danach mit einem Gegenspieler zusammen und blieb bewusstlos am Boden liegen. Deckarm wurde ins Krankenhaus transportiert und lag anschließend monatelang im Koma.
"Jo erwachte erst nach 131 Tagen wieder. Wir hörten davon, fuhren kurz darauf nach Homburg und stellten uns eine nette Begrüßung mit ihm vor. Waren wir schön naiv: nicht nach so langer Zeit im Koma", berichtete Brand. Auch der Handball der Gummersbacher habe sich nach Deckarms Tragödie verändert. "Im ersten Jahr nach dem Unfall merkte ich, dass wir nicht mehr so intuitiv spielten. Manche Lücken, die da gewesen wären, ließen wir aus, weil wir zu lange nachdachten", sagte der 68-jährige Brand.
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Gemeinsam mit bekannten Handballern aus Deutschland und Freunden des Handballsports war ein Fonds gegründet worden, um Deckarms Reha-Maßnahmen zu finanzieren. Der kämpfte sich aus dem Koma zurück ins Leben.
"Als wir unsere Karrieren beendet hatten und Benefizspiele für ihn austrugen, war Jo wieder mit dabei. Wenn er da draußen saß, sahen wir ihn auf der Tribüne und wie sehr er auf fremde Hilfe angewiesen war. Da floss bei jedem von uns immer mal eine Träne", erzählte Brand rückblickend.
Heute lebt der 67 Jahre alte Deckarm in einem Seniorenheim in Gummersbach, Brand besucht seinen Freund regelmäßig.
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