Wenn ihm etwas nicht passt, dann sagt Andreas Wolff das - auch wenn er damit aneckt. Das stellte er vor dieser WM mit seinen kritischen Aussagen zu den Turnierabsagen einmal mehr unter Beweis. Auch zwischen den Pfosten ist der 29-Jährige ein brodelnder Vulkan, der jederzeit explodieren kann. Wolff frisst sich in die Spiele hinein, er kann den Gegner mit spektakulären Paraden zur Verzweiflung bringen - und Partien somit im Alleingang entscheiden. Bester Beleg: Die EM 2016, als Wolff aus dem Nichts auftauchte und im Finale gegen Spanien überragte. Ein echtes Tier im Tor.
JOHANNES GOLLA - DER PLÖTZLICHE CHEF
Lange galt er als Nummer vier am Kreis, und von jetzt auf gleich ist Johannes Golla der wichtigste Spieler im deutschen Innenblock. Weil Leistungsträger auf die WM verzichten, muss der erst 23 Jahre alte und 112 Kilo schwere "Schrank" unheimlich viel Verantwortung auf seine Schultern nehmen. "Er ist eine sehr zentrale Figur - in der Abwehr wie im Angriff", sagte Bundestrainer Alfred Gislason über Golla. Gemeinsam mit Sebastian Firnhaber bildet er das Herzstück der deutschen Abwehr. Doch auch offensiv wird Golla, der plötzliche Chef, der auch Vollstrecker sein kann, nun dringend gebraucht.
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VOR 19 MINUTEN
PHILIPP WEBER - DER SPIELMACHER MIT KILLERINSTINKT
Er steht vor einer echten Herkulesaufgabe. Auf der Spielmacherposition, seit Jahren das "Sorgenkind" der deutschen Nationalmannschaft, dürfte Philipp Weber die führende Rolle einnehmen. Ein "klassischer Spielmacher" sei der Leipziger, sagt Bundestrainer Gislason über den wendigen und flinken Weber, der sich aber auch gerne selbst mal durch die Abwehr tankt und dann den Abschluss sucht. Vor allem aber überzeugt der Mittelmann mit Killerinstinkt mit seiner spielerischen Stärke, die dem deutschen Team im Positionsangriff zuletzt zu häufig abgegangen ist.
UWE GENSHEIMER - DER ANFÜHRER MIT TITELHUNGER
Auf beeindruckende 919 Tore kommt dieser Mann im DHB-Trikot, nur einen Titel oder wenigstens eine Medaille konnte Uwe Gensheimer mit den deutschen Handballern noch nicht gewinnen. "Es ist kein Geheimnis, dass es ein großes Ziel von mir ist. Es ist schon traurig, dass es bisher nicht geklappt hat", sagt Gensheimer vor seinem siebten Turnier als DHB-Kapitän. Seine Rolle im DHB-Team ist nicht zu unterschätzen. Der Mannheimer besitzt ein hohes Ansehen innerhalb der Mannschaft, gilt zudem als sicherer Schütze vom Siebenmeterstrich. Und auch bei diesem Turnier werden die Kommentatoren wohl wieder vom "Gummi-Handgelenk" des Rechtshänders schwärmen. Der deutsche Anführer hat Titelhunger.
JULIUS KÜHN - DIE WAFFE AUS DER DISTANZ
Beim EM-Triumph 2016 ging sein Stern im deutschen Team auf, nun will Julius Kühn auch bei einer Weltmeisterschaft einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Kühn ist ein Kerl wie ein Baum, der spielt, wie er redet. Immer direkt. Seine schnörkellose Spielweise und seine knallhart-konsequenten Torabschlüsse, die mit Abstand härtesten im deutschen Team, sollen für das Gislason-Team während der WM eine Waffe werden. Vermeintlich einfache Tore aus der zweiten Reihe - das ist der Auftrag des wurfgewaltigen Rückraummannes.
TIMO KASTENING - DER SPEEDY GONZALES
Der kleinste im deutschen Team trägt eine große Verantwortung. Timo Kastening entwickelte sich auf der Rechtsaußen-Position in den vergangenen Jahren zum Leistungsträger. Auch in Ägypten wird Deutschlands Handballer des Jahres im Wechsel mit seinem Melsunger Teamkollegen Tobias Reichmann von außen in den Kreis fliegen. Doch nicht nur das: Mit seinen blitzschnellen Tempogegenstößen erinnert Kastening schwer an Speedy Gonzalez. Flink und frech wie die Zeichentrick-Maus aus Mexiko soll er in Ägypten auf das gegnerische Tor zustürmen.
ALFRED GISLASON - DER GRÖßTE TRUMPF AUF DER BANK
Sein erstes Turnier als Bundestrainer entpuppt sich als die schwerste und ungewöhnlichste Aufgabe seiner jahrzehntelangen Karriere. Doch Alfred Gislason wäre nicht Alfred Gislason, wenn ihm diese Herausforderung keine Freude bereiten würde. Als echte "Challenge" bezeichnet der ehemaliger Kieler Erfolgstrainer immer wieder gern sein Turnierdebüt in Ägypten. Hier kann er unter Beweis stellen, was er unter schwierigsten Bedingungen aus einer Mannschaft herausholen kann. Der Ruhepol und Taktiknerd ist der wohl größte Trumpf der deutschen Handballer.
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