"Komplett ins Abseits", sagte der Bundestrainer der deutschen Handballer nach dem 26:24 (15:15) in Bosnien und Herzegowina, "hat sich keiner gespielt". Allerdings durfte der Isländer beim kräftezehrenden Tagestrip in den Balkanstaat auch keine Glanzlichter seiner Wackelkandidaten beobachten.
Beim ersten Härtetest der erweiterten Vorbereitung für die Spiele in Tokio tat sich seine Mannschaft am Donnerstag über die gesamte Spieldauer schwer. "Licht und Schatten waren sicherlich dabei", sagte Gislason nach dem sportlich bedeutungslosen EM-Qualifikationsspiel am ARD-Mikrofon.
Der Bundestrainer startete mit Spielmacher Juri Knorr auf der Mitte, Sebastian Heymann auf halb-links sowie Fabian Wiede auf halb-rechts. Knorr und Wiede bescheinigte der Trainer-Routinier solide und ordentliche Leistungen, Heymann hingegen sei "weit weg von seinen Möglichkeiten" gewesen: "Er hat sich zu viel unter Druck gesetzt."
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Ein Lob hatte Gislason außerdem für Finn Lemke übrig. Der 2016er-Europameister von der MT Melsungen durfte in der zweiten Hälfte verstärkt aufs Feld und stellte seine "sehr, sehr gute Abwehrarbeit" (Gislason) unter Beweis.
Der 61-Jährige betonte nochmals, "dass der ein oder andere" Spieler bereits "gute Karten" für ein Tokio-Ticket hat. Das Gerüst steht, aber: "Auf vielen Positionen ist noch etwas möglich. Es ist noch nichts entschieden."
Die nächste Möglichkeit, Eindrücke unter Wettkampfbedingungen zu sammeln, ergibt sich für Gislason am Sonntag (18.00 Uhr/Sport1) in Stuttgart, wenn der Quali-Abschluss gegen Estland ansteht. Im Schwabenland könnte Deutschland, das bereits seit Januar die Teilnahme an der Endrunde 2022 in Ungarn und der Slowakei sicher hat, den 20. Sieg in Folge in der EM-Qualifikation feiern.
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