"Ich bin nicht zufrieden damit, dass diese Diskussion losgeht", sagte der Isländer bei einer virtuellen Medienrunde am Freitag und ergänzte: "Ich hoffe, dass dieses Thema begraben wird. Es stört uns nur in unserer Vorbereitung hier."
Torhüter Wolff (29) hatte in einem Podcast der Rhein-Neckar Löwen überraschend deutlich gesagt, dass er die freiwilligen WM-Absagen seiner früheren Kieler Teamkollegen Patrick Wiencek, Hendrik Pekeler und Steffen Weinhold "sehr, sehr kritisch" sehe. Zwar sei es gerade für Familienväter etwas Schweres, die eigenen Kinder für einen Monat zurückzulassen. Aber: "Dass sie dieses Jahr das Turnier fahren lassen, nachdem sie selbst permanent in der Champions League aktiv waren, stört mich", sagte Wolff.
Gislason selbst hat bisher nicht mit Wolff über das Thema gesprochen. Er respektiere die Meinung seines Torhüters, sagte er, betonte aber auch, dass zwischen DHB und Spielern "eigentlich" bereits zuvor alles besprochen worden sei. "Die Spieler, die schon viel Zeit für Deutschland geopfert haben, sollten nicht ins Kreuzfeuer der Kritik geraten", ergänzte der 61-Jährige.
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Auch der THW stellte sich vor seine Profis. "Fünf unserer Spieler haben sich gegen eine WM-Teilnahme entschieden, sechs dafür. Alle haben dabei die volle Unterstützung des THW Kiel. Niemand sollte sich angesichts der Pandemie und der Vielschichtigkeit der Herausforderungen aber das Recht herausnehmen, über die individuell getroffene Entscheidung einzelner urteilen zu wollen", sagte THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi dem SID.
Auf den Zusammenhalt des DHB-Teams hätten sich die Wolff-Aussagen nicht ausgewirkt, versicherte Gislason derweil: "Es gibt keinen Zwiespalt. Andi hat seine Meinung gesagt. Er ist dafür bekannt, dass er geradeaus seine Meinung raushaut. Innerhalb der Mannschaft ist es überhaupt kein Thema."
Rückraumspieler Fabian Böhm hatte ebenfalls am Freitag erklärt, dass es nach Wolffs Aussagen "keinen Aufschrei in der Mannschaft" gegeben habe. "Wenn er diese Meinung vertritt, ist das okay. Ich habe eine andere Meinung dazu. Es wurde innerhalb der Mannschaft nicht kritisch gesehen", sagte der 31 Jahre alte Hannoveraner.
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