Rückraum-Kante Steffen Weinhold, Abwehrchef Hendrik Pekeler und Spielmacher Philipp Weber posierten lässig mit Sonnenbrille vor der Hafenkulisse Tokios, Kapitän Uwe Gensheimer führte via Instagram durch die schicke neue Unterkunft: Mit dem Einzug ins Olympische Dorf begann für die deutschen Handballer am Donnerstag ganz offiziell ihre Medaillenmission.
"Wir haben alle gesagt: Es wird Zeit für einen Tapetenwechsel. Wir freuen uns, dass es jetzt soweit ist", sagte Rückraumspieler Kai Häfner nach dem abendlichen Training in Tokio. Und Bundestrainer Alfred Gislason meinte am Ende eines ereignisreichen Reisetags: "Es ist alles sehr gut gelaufen. Alle sind zufrieden, nun im Dorf zu sein und andere Sportler zu sehen, nachdem wir doch sehr isoliert waren in Tokushima."
Die geräumigen Zimmer, der Blick auf das Wasser, die direkte Nachbarschaft zu den vielen Athleten: Nach einer Woche im "Gefängnis" (O-Ton Bob Hanning) des Trainingscamps in Tokushima sorgte die frische Dorf-Luft bei der DHB-Auswahl für einen Energieschub. Energie, die Gensheimer und Co. beim Kracher-Auftakt am Samstag (9.15 Uhr MESZ) gegen Europameister Spanien gut gebrauchen können.
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"Die Freude, dass es losgeht, ist riesig", sagte Häfner: "Dass wir jetzt auch endlich im Dorf sind, wurde Zeit. Es passt alles. Jetzt gilt es, sich schnell zu akklimatisieren und im ersten Spiel vorbereitet zu sein."
DHB-Sportvorstand Axel Kromer erinnerte daran, dass auch im olympischen Dorf gewisse Einschränkungen gelten, "aber das Leben ist ein bisschen weitläufiger als es bei uns in der letzten Woche gewesen ist. Wir fühlen uns momentan sehr wohl und haben gute Erwartungen, dass das auch für die möglichst lange Dauer im Turnier sehr angenehm bleiben wird."
Die neu gewonnene Freiheit in Tokio birgt allerdings auch (Corona-)Gefahren. Und so verzichten die DHB-Stars geschlossen auf die Eröffnungsfeier am Freitag.

Ruhe statt Eröffnungsfeier-Trubel

"Wir wissen aus den Erfahrungen von Rio 2016, welch positiven Effekt dieses Ereignis für jeden einzelnen und eine Mannschaft haben kann", sagte Gensheimer: "Auf diesen besonderen Moment in Tokio werden wir jedoch mit Blick auf unsere sportliche Aufgabe bewusst verzichten."
Auch der Besuch von anderen olympischen Events ist in den kommenden Tagen und Wochen tabu. "Das ist schade", sagt DHB-Sportvorstand Axel Kromer, stellt aber auch klar: "Unser Auftrag ist es, erfolgreich Handball zu spielen. Und dafür gibt es keine Einschränkungen."
Der Fokus des deutschen Teams, das nach Bronze bei den Spielen von Rio vor fünf Jahren wieder eine Medaille anpeilt, ist voll auf das Sportliche gerichtet. Eine erfolgreiche erste Turnierphase erhöht die Chance aufs Halbfinale deutlich. Denn mit einer guten Platzierung in "Todesgruppe" A, in der es neben Argentinien und Brasilien noch gegen Rekordweltmeister Frankreich und Norwegen geht, dürfte man Titelverteidiger und Topfavorit Dänemark sowie Schweden im Viertelfinale wohl aus dem Weg gehen.

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"Wir sind sehr gut vorbereitet", sagte Kreisläufer Johannes Golla. Abgesehen von den Einschränkungen im Bewegungsradius boten die Tage in Tokushima "optimale Möglichkeiten" in Sachen Turniervorbereitung. Für zusätzliche Motivation dürfte der herzliche Abschied am Donnerstagmorgen gesorgt haben: Als sich der Flieger in Bewegung setzte, tanzte und winkte sogar das Flughafenpersonal.
(SID)
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