HBL-Präsident Uwe Schwenker nannte die Ansichten von THW-Trainer Filip Jicha "unreflektiert" und "unfair", Ligen-Geschäftsführer Frank Bohmann wollte die Aussagen "dringend ins rechte Licht rücken".
"Ob die aktuelle Spieltagsplanung tatsächlich karriereverkürzend ist, ist eine sehr steile Annahme", sagte Bohmann dem SID: "Wir könnten alternativ die Liga auch abbrechen, dies würde in dieser für alle existenzbedrohenden Situation den Geldhahn abdrehen, und es wäre für viele Beteiligte im gesamten Handball sicherlich deutlich karriereverkürzender."
Jicha hatte angesichts des eng getakteten Spielplans im NDR-Interview von einer belastenden Situation für Spitzensportler gesprochen, "die definitiv Spuren hinterlassen wird. Hinten heraus werden diese Wochen der Terminhatz manche Profikarrieren sicherlich etwas abkürzen. Davon bin ich überzeugt", so Jicha. Die Terminhatz in der Corona-Krise sei "einfach irre".
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Auch bei Schwenker stoßen diese Aussagen auf Unverständnis. "Ich schätze Filip Jicha als Trainer und Persönlichkeit sehr, und sein Erfolg gibt ihm recht. Er darf auch mal einen raushauen, aber diese Aussagen sind unreflektiert und unfair", sagte Schwenker dem SID: "Es ist nicht die Art, wie man unter Sportlern miteinander umgeht. Ich wünsche mir in dieser Debatte mehr Konstruktivität."
THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi wiederum irritierte die scharfe Reaktion der HBL-Bosse. Jicha habe "lediglich auf die besonderen Herausforderung angesichts der Pandemie, die durch Quarantäne-Situationen verdichteten Spielpläne und mögliche Spätfolgen hingewiesen", sagte Szilagyi. Den THW-Coach "deshalb öffentlich persönlich anzugreifen, halte ich für wirklich unfair und unreflektiert. Die Schärfe, die dadurch in die Diskussion hineingebracht wurde, ist nicht konstruktiv und für mich nicht nachvollziehbar", ergänzte er.
Der frühere THW-Manager Schwenker will die Belastung für die Spieler in Kiel wie auch Bohmann keinesfalls kleinreden. Doch in der Vergangenheit, rechnete Schwenker mit Blick auf das Jahr vor der Pandemie vor, habe es insgesamt keinesfalls weniger Spiele für die Klubs gegeben. Es sei festzustellen, "dass im Vergleich zur Saison 18/19, der THW zum heutigen Stand acht Spiele weniger in der Liga, drei Spiele weniger im Pokal und die deutschen Nationalspieler in Kiel zehn Spiele weniger bei der WM gespielt haben", so Schwenker: "Die sogenannte Terminhatz ist in den vorherigen Saisons größer gewesen, als in der laufenden Saison."
Bohmann betonte, dass man die Spielplangestaltung "sowohl vor der Saison als auch kontinuierlich im wöchentlichen Jour Fixe mit allen Klubs und auch mit dem THW Kiel abgestimmt" habe. Eine verkürzte Saison, um weniger Spiele zu haben, ergänzte Schwenker, sei "bislang weder im Interesse der beiden Champions League Klubs und schon gar nicht im Interesse der übrigen Klubs der Bundesliga und der 2. Liga" gewesen.
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