Alfred Gislason ließ sich auf den Trainerstuhl fallen, verschränkte die Arme hinter seinem Kopf und blickte in endlose Leere. "Es ist natürlich bitter. Wir müssen jetzt sehr viel Glück haben", sagte der Bundestrainer der deutschen Handballer, nachdem seine Mannschaft beim 28:32 (13:16) im wegweisenden Hauptrunden-Showdown mit Europameister Spanien ihre WM-Chancen praktisch verspielt hatte.
Durch den am Ende zu fehlerhaften Auftritt im Schicksalsspiel gegen die Iberer hat die DHB-Auswahl den Einzug in das Viertelfinale in Ägypten nicht mehr in der eigenen Hand. "Wir haben zu viele Bälle liegen gelassen. Das tut einfach nur weh", sagte DHB-Kapitän Uwe Gensheimer am "ZDF"-Mikrofon: "Das Schwierigste ist jetzt, das zu verdauen."
Auch sieben Tore vom besten deutschen Werfer Timo Kastening reichten nicht zum Sieg für die DHB-Auswahl, deren Hoffnungen auf das Weiterkommen nach einer zu schwachen Chancenauswertung mit nun 2:4 Punkten auf ein Minimum sanken.
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"Wir haben uns mit zu riskanten Pässen, die am Ende im eigenen Netz landen, und den vielen freien Bällen, die wir nicht genutzt haben, selbst kaputt gemacht", analysierte Gislason angefressen.
Die weiteren Stimmen zur DHB-Niederlage gegen Spanien im "ZDF".

Johannes Bitter (Deutschland) über ...

... das Spiel: "Erstmal muss ich sagen, dass wir ein geiles Spiel gemacht haben. Ich glaube, wenn uns vorher jemand gesagt hätte, dass wir die Spanier so unter Druck setzen und wirklich kurz davor sind wegzuziehen, dann hätten wir das genommen. Wir haben gegen die ballsicherste Mannschaft gezeigt, wie man sie auseinanderspielt. Es war geil, wie wir dagegen gehalten haben und auch immer Spaß am Spiel hatten. Dass wir dann zwei, drei Fehler gemacht haben, die uns das Genick brechen, das kann alles passieren."
... ein mögliches WM-Aus: "Ich will jetzt gar nicht sagen, dass wir hier mit einem schlechten Gefühl rausgehen müssen. Ich will hier nicht alles schönreden, weil wir ja verloren haben. Aber ich denke nicht, dass wir hier mit hängendem Kopf rausgehen müssen."

Alfred Gislason (Trainer Deutschland) über ...

... das Spiel: "Wir fangen an, mit viel zu viel Risiko zu spielen, nachdem wir (in der zweiten Halbzeit, Anm. d. Red.) eine Viertelstunde lang überragend gespielt haben. Viel besser kann man nicht spielen. Und dann gehen wir viel zu viel Risiko ein, mit Pässen, die durch Gegenstöße im eigenen Netz landen. Und letztendlich sind es auch mehrere ganz freie Bälle, die wir verwerfen. Damit machen wir uns selbst kaputt."

Uwe Gensheimer (Deutschland) über ...

... das Spiel: "Es ist schwierig zu verdauen, dass wir das Spiel auf diese Art und Weise verloren haben, weil ähnlich wie vor zwei Tagen viel mehr drin war. Wir lagen selbst in Führung, aber abgezockte Spanier haben die Ruhe bewahrt. Wir haben wieder zu viele Bälle liegen lassen. Das tut einfach nur weh."
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(mit SID)

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